Lippen-Kunst mit Lippenlese-Spaßfaktor

Lippen-Kunst mit Lippenlese-Spaßfaktor

 

Wie man die Kunst der Lippen nutzen kann, auch „Lippen-Makeup“ genannt, ist genial.

Schaut mal hier:

oder hier:


So macht das Lippenlesen nicht nur sehr viel Spaß, sondern auch eine Freude beim Ansehen der Lippen bzw. Lippen-Makeup, gell? Gute Inspirationen sind das 😀

Ich jedenfalls staune hier immer wieder von Neuem! Es ist für mich ein Lippenlese-Spaßfaktor, bei dem ich mich mit Entspannung und Entzückung zurücklehnen kann.

Eure Gehörlosbloggerin

Lieblingsgeräusch einer Gehörlosen als CI-Trägerin

Lieblingsgeräusch einer Gehörlosen als CI-Trägerin

 

Als ich mein CI bekommen habe, war ich schon 32 Jahre alt. Irgendwie habe ich da schon bereits einen Dickschädel, so dass mein Hörgedächtnis so gut wie gar nicht vorhanden war. Das liegt auch an meiner Vorgeschichte.

Denn ich bin gehörlos auf die Welt gekommen und habe mit den „Steinzeit“-Hörgeräten die Sprache nicht verstehen gelernt, ebenso auch nicht mit drauffolgenden Hörgeräten. Da hörte ich zwar Geräusche und Sprache, aber ich konnte einfach nicht heraushören, was genau es war. Was ich hörte, war eher ein Mischmasch, alles zusammengewürfelt ins Ohr hineingepresst. Das Problem bei mir war und ist: Wie kann man einer Gehörlosen sagen, wie man hört? Bei der Einstellung der Hörgeräte musste ich immer sagen, ab wann ich bestimmte Töne höre. Aber das war auch schon alles mit den Tönen hören. Sprachverständigung beim Hörgeräte-Einstellen – das war bei mir einfach nicht im Programm drin.

Mit 32 Jahren ließ ich mich mit dem Cochlea Implantat versorgen. Da tat ich es mir nicht leicht. Auch da hatte ich bei der Einstellung bzw. Programmierung des Cochlea Implantat-Sprachprozessors meine große Schwierigkeiten, zu erklären, was ich beim Hören wahrnehme. Hier wiederholte sich die Frage, wie man einer Gehörlosen das Hören beschreiben kann. Die Programmierer, die mein Hören mittels Cochlea Implantates einstellten, sind ja allesamt Hörende. Ich hingegen bin von Geburt an gehörlos und habe das „richtige Hören mit Sprachverständnis“ nie gekannt. Darüber habe ich schon mal berichtet (siehe Link: Hören löst Explosion im Kopf aus)

Meine einzige Kommunikationsmöglichkeit unter den Hörenden ist und bleibt das Lippenlesen.

Zum Glück habe ich dank einem ertaubten Bekannten nun doch einen Zugang zum Hören gefunden. Er ließ mir sein Hörprogramm übertragen und seitdem weiß ich nun viel, viel besser und zu einem großen Ansatz, was Hören heißt.

Trotzdem stellte ich fest, dass mein Hörgedächtnis so ziemlich „verkümmert“ ist, denn ich brauche sehr lange, bis ich mir überhaupt vom Hören her Geräusche merken und wieder erkennen kann. Mich stört es jedoch nicht, da ich nach wie vor beim Lippenlesen bleibe in der Kommunikation mit den Hörenden. Im Laufe der Zeit merkte ich für mich selbst, dass ich mir die Geräusche besser merken kann als die Sprache.

Bei der Sprache tue ich mir richtig schwer. Das ist so, wie wenn ein Deutscher plötzlich nur noch chinesisch hört, aber deren Sprache nicht versteht, weil er eben die Sprache nicht kennt. Die Sprache ist einfach zu komplex für mich.

Ich wurde gefragt, was mein Lieblingsgeräusch ist – nach vielen Monaten Hören „üben“ im Alltag hörte ich plötzlich etwas, was ich als Taube nie hörte, und so auch noch nicht mal mit meinem Körper wahrnahm – was mich sooo faszinierte und mir immer wieder aufs Neue gefällt:

Ein heller und sehr klarer Klang, der mich so entzückte: Pferdehufe auf Asphalt – das ist mein persönlicher Lieblingsgeräusch als CI-Trägerin.

 

Pferdehufe galoppierend
Pferdehufe (Quelle: Fotolia.de)

 

Welches Lieblingsgeräusch, oder Lieblingsmusik habt Ihr?

 

Eure Gehörlosbloggerin

Stummszene im Film „Nachts im Museum 3“

Kürzlich schaute ich mir diesen Film an: „Nachts im Museum 3“. Von mehreren Szenen war ich so begeistert. Darunter die eine Stummszene in der Miniatur-Stadt Pompeji im Britischen Museum.

Da liest ein Miniatur-Römer den Namen der Stadt Pompeji falsch. Sein Cowboy-Freund zeigt auf eine Portraitbüste, die den beiden etwas sagen will.

Beide verstehen sie jedoch nicht, weil sie in einem gläsernen Schaukasten ist. Die Portraitbüste schreit hinter dem Glas immer wieder „Pompeji, Pompeji“ und ist total genervt, weil die beiden sie nicht verstehen…

Mehr im Video (für die besonders Eiligen, die Stummszene beginnt ab Minute 01:17) – viel Spaß beim Anschauen 😀

 

Ich finde diese Szene genial, weil die Filmproduzenten das Mundbild mit „Pompeji“ in der Portraitbüste korrekt wiedergegeben haben.

Solche Stummszenen sind herrlich, gell?

Eure Gehörlosbloggerin

Einkaufstipps für Schwerhörige

Englischer Originaltext: Gael Hannan http://hearinghealthmatters.org/betterhearingconsumer/2013/tips-for-the-hard-of-hearing-shopper/

Deutsche Übersetzung: Birgit Meyer

Einkaufstipps für Schwerhörige

 

Ich bin kein Mathematiker, aber diese einfache Gleichung habe ich schon vor langer Zeit gelernt:

Shoppen + Hörschädigung = eine Herausforderung an die Kommunikation

Ich gehe gerne einkaufen, aber ich mag nicht viel Zeit damit verbringen. Online Shopping ist eine fast barrierefreie Alternative, aber ich ziehe die altmodische Art vor, bei der ich anschauen kann, anfassen und riechen, was ich vielleicht kaufen möchte.

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Für mich beinhaltet eine zufriedenstellende Einkaufstour neben angemessenen Preisen und einem guten Service gute Raumakustik, die Möglichkeit, den Verkäufern ins Gesicht blicken zu können und idealerweise einen entscheidenden Vorsprung im Wissen um das, was er oder sie sagen wird.

Ich habe jedoch festgestellt, dass ich in der Regel mit der einen oder anderen Kommunikationsbarriere rechnen muss, wenn ich mich auf dem Weg in die Läden mache. Diesen Kommunikationsbarrieren begegne ich mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg.

Hintergrund Lärm in Schicki-Micki Läden:

Ich bekomme eine Gänsehaut, wenn ich nur daran denke, was dieser ständige Lärm während der Arbeitszeit dem Hören des Verkaufspersonals antut. Ich habe eine Möglichkeit, die sie nicht haben. Ich kann den Laden verlassen, wenn es mir zu laut ist. Wenn es so laut ist, dass ich der Verkäuferin nur von den Lippen ablesen kann, wenn sie sagt, Hi ich bin Cindy, was kann ich für sie tun?, bin ich sofort raus. Wer braucht schon solchen Ärger, ganz davon abgesehen von dem Verlust weiterer Dezibels?

Der fehlende Mund:

Gestern habe ich neue Passbilder machen lassen. Während ich stocksteif dastand und auf den Auslöser wartete, sagte der Fotograf etwas hinter der Kamera. Ich brachte ihn dazu, mir seine Lippen zu zeigen und das Gesagte zu wiederholen. Bitte nicht lächeln. Okay, okay. Stelle ich mich also wieder in Position, diesmal mit ernsterem Gesichtsausdruck und wieder sagt er was. Wie sich rausstellte, war es nur Okay, jetzt ist es richtig, aber wie hätte ich das wissen sollen? Ich glaube, er hat mir mehr berechnet, weil es doppelt solange gedauert hat, wie normalerweise – und als krönender Abschluss war das Passbild wirklich lausig. Für die nächsten 5 Jahre wird meinen Ausweis das Bild eines unterernährter und sehr traurig dreinblickenden Zombis zieren.

An der Kasse im Supermarkt:

Die heutigen computergesteuerten Kassen machen es leicht für Hörgeschädigte, den erforderliche Betrag zu verstehen. Und sollte es zu einer kleinen Plauderei kommen, haben wir das alles schon häufiger erlebt und wissen, worum es dabei geht, auch wenn wir nicht wirklich verstanden haben, was gesagt wird. (Dies ist eine alltägliche Kommunikationsstrategie, keine großartige aber eben eine alltägliche.) Hier ist ein Beispiel einer typischen Plauderei an der Kasse, üblicherweise ohne Blickkontakt, da das Personal damit beschäftigt ist, die Einkäufe weiter zu schieben. Die gute Nachricht, keiner erwartet, dass man antwortet.

Haben Sie alles bekommen, was Sie gesucht haben? (Bisschen spät für die Frage, finde ich)

Wie wollen Sie heute bezahlen( zeigt auf die Kasse)?

Brauchen Sie Tüten? (Ich wohne in Ontario/Kanada; wenn man keine eigene dabei hat, muss man für jede Tüte 5 cent bezahlen.)

Vielen herzlichen Dank, (Mist, das ist eine unangenehme Wendung. Was hat sie jetzt  gesagt?)

Wenn der Verkäufer Dich ansieht ohne was zu sagen, kannst Du davon ausgehen, dass er was gefragt hat und auf Deine Antwort wartet. Bitte? ist in dem Fall immer eine gute Option.

 

Klamotten anprobieren. Was man tun und nicht tun sollte:

 Klamotten kaufen macht Spaß… manchmal. Hier sind ein paar Tipps für Hörgeräte- und CI-Träger:

– Das Verkaufspersonal interessiert sich ausschließlich für Deine möglichen

  Einkäufe. Wenn es an die Tür deiner Umkleidekabine klopft und Du dann

  unverständliches Gebabbel hörst, kannst Du zuversichtlich davon ausgehen, dass

  gefragt wurde, Wie läuft es da drinnen? Du kannst also antworten, alles in Ordnung,

  ich brauche keine Hilfe, oder Ich brauche eine kleinere Größe bitte.  Wenn Du dann

  etwas hörst, was sich wie Awrmprsh anhört, hast Du Probleme. Es könnte alles sein

  von:

  Kleinere Größe? Machen Sie Witze? bis hin zu: Einen Moment, ich bin gleich

  wieder da.

Jetzt ist es besser, die Tür einen Spalt zu öffnen für eine Unterhaltung von

Angesicht zu Angesicht.

 

– Vergiss alles, was einen engen Halsausschnitt hat. Diese wurden entworfen für

Leute die hören oder einen stecknadelgroßen Kopf haben, nicht für Hörgeräte- und

CI Träger. Ganz davon abgesehen, dass man Gefahr läuft sich zu

enthaupten wenn man sich aus dem winzigen Loch befreien will, die Chance ist

zudem groß, dass der Magnet des CI sich löst oder das Hörgerät auf dem Boden

landet. (Meine peinlichste Erfahrung die ich damit gemacht habe, war ausgerechnet

auf der Bühne bei einem Theaterstück. Ich zog mein Sweatshirt über den Kopf und

es verhedderte sich mit meinem BTW Hörgerät. Das Publikum sah schweigend zu,

wie ich darum kämpfte, mich aus diesem grässlichen Dilemma zu befreien. Als ich

es endlich geschafft hatte, war das Ohrpassstück zwar noch an Ort und Stelle, das

Hörgerät selbst jedoch baumelte gut sichtbar an meiner Wange herunter wie eine

riesige Hummel. Meine Würde war am Boden und meine Schauspielkollegin

schaffte es vor Lachen kaum, ihren Text verständlich raus zu bringen.

Ich kriege immer  noch die Krise, wenn ich nur dran denke.)

 

– Beim Schuhe kaufen ist es meist so, dass beide, Kunde und Verkäufer auf die

Schuhe schauen und auch in Richtung der Schuhe reden. Das funktioniert einfach

nicht für hörgeschädigte Menschen. Wobei es viele gibt, die auch in solchen

Situationen weiter bluffen und anschließend Blasen und Schwielen an den Füßen

haben.

Also besteht bitte auf Verkaufsgesprächen von Angesicht zu Angesicht und ihr

könnt sicher sein, dass die Schuhe dann auch passen.

 

Das Feilschen um Preise in Bazaren im Ausland gehört nicht zu meinen naturgegebenen Talenten. Es fällt mir ohnehin schwer, Menschen mit Akzent zu verstehen und ehrlich gesagt, fühle ich mich in solchen Situationen etwas idiotisch, so als würde ich mit einer versteckten Kamera aufgenommen.

Auf einer Kreuzfahrt mit einer Freundin, als ich 20 Jahre alt war, machten wir einen Zwischenstopp auf den Fidschi Inseln. Uns war gesagt worden, dass die fidschianischen Händler erwarten, dass man um den Preis handelt. Wir fanden wirklich hübsche Baströcke. Meine Schwerhörigkeit als Entschuldigung vorschiebend, überließ ich das Handeln meiner Freundin. Und beobachtete das nachfolgende Gefeilsche, bei dem beide ausgiebigen Gebrauch von ausholenden Hand- und Armbewegungen machten. Der Händler warf den Kopf in den Nacken und lachte, als meine Freundin weg ging, die Arme hoch in der Luft mit der internationalen Gebärde für: Okay Freundchen, Du hast gerade einen Verkauf vermasselt.

Was war passiert? Er hat gesagt, er handelt nicht bei Baströcken für 50 cent.

Ich nehme an, das hätte ich trotz Schwerhörigkeit besser hingekriegt. Ich bin immer noch nicht gut im Feilschen und ich bin vermutlich langsamer bei der Abwicklung meiner Käufe als hörende Menschen. Aber wie viele hörgeschädigte Menschen bin ich ein sehr guter Bluffer und das nutze ich aus, um nicht wenige Geschäfte in meinem Sinne zu beeinflussen.

Und der beste Einkaufstipp des Tages: Steh zu Deiner Schwerhörigkeit und verlange eine klare und deutliche Kommunikation. Das mag die Preise nicht drücken, aber es hilft, das zu bekommen, wofür man bezahlt!

 

Ich danke meiner Teamkollegin Birgit Meyer (schwerhörig, Cochlea-Implantat-Trägerin)

Birgit Meyer, sh, CI-Trägerin Birgit Meyer, sh, CI-Trägerin

für die Übersetzung des Originaltextes von der schwerhörigen Bloggerin Gael Hannan (siehe ihr Blog: http://hearinghealthmatters.org/haveyouheard/)

Gael Hannan, sh

und die Kooperation mit den beiden Power-Frauen. Einen ganz herzlichen Dank beiden! :-D

 

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Lippenlesen auf chinesisch

Lippenlesen auf chinesisch

 

Wie schaffen es die Chinesen mit dem Lippenlesen? Das Typische an der chinesischen Sprache sind ja die einsilbigen Wörter. Und gerade einsilbige Wörter sind am schwersten von den Lippen zu lesen.

Ich zeige dazu einen Vergleich in der deutschen Sprache auf:

Ton, Rot, Tot, Tod, Not, Tor – da sieht das Mundbild immer fast gleich aus und  – PENG – aus ist es mit dem Kombinieren beim Lippenlesen.

Chinesisch lippenlesen – wie geht das?

Als ich die chinesischen Zungenbrecher sah, musste ich so lachen und fragte mich, wie die gehörlosen Chinesen es mit dem Lippenlesen schaffen – nun ja, sie schaffen es 🙂

Hier der chinesische Zungenbrecher in unserer Schriftsprache auf Pinyin:

shí shì shī shì shī shì shì shī ,shì shí shí shī 。shì shíshí shì shì shì shī 。shí shí ,shì shí shī shì 。shì shí ,shì shī shì shì shì 。shì shì shí shī ,shì shǐ shì ,shǐ shì shí shī shìshì 。shì shí shì shí shī shī ,shì shí shì 。shí shì shī ,shì shǐ shì shì shí shì 。shí shì shì ,shì shǐ shì shí shí shī shī 。shí shí ,shǐ shí shì shì shí shī shī shí shí shí shī shī 。

Siehe die Quelle:

http://www.easyou.de/shi-shi-shil

Lustig, was?

 

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Lippenlesen im ARD – Kopfball + Nachtrag

Nachtrag Lippenlesen zur Sendung ARD – Kopfball mit Link zur kompletten Sendung:

http://www.wdr.de/tv/kopfball/sendungsbeitraege/2012/1230/lippen.jsp

 

Lippenlesen im ARD – Kopfball

 

Unter dem Link: http://www.wdr.de/tv/kopfball/naechste_sendung/index.jsp ist eine Vorschau der Kopfball-Sendung zu sehen, in dem es auch um das Thema „Lippenlesen lernen“ geht. Eine hörende Zuschauerin fragte, ob und wie man Lippenlesen lernen kann.

Und so seht Ihr mich dann in Aktion – beim Lippenlesen erklären am 30.12.2012 um 11.00 Uhr im ARD – Kopfball

Im Bild ist eine Vorschau auf die Sendung zu sehen (ab 6. Sekunde):

Lippenlesen im ARD „Kopfball“

Lippenlesen und das Mitdenken

Vielleicht können danach einige Hörende nun selbst Lippenlesen? Das wäre spitze 🙂 Dann allerdings müssen sie das „Mitdenken“ üben und das ist von großem Nutzen!

Ich wünsche viel Spaß beim Angucken der Kopfball-Sendung mit dem Thema Lippenlesen!

Nachtrag Lippenlesen zur Sendung ARD – Kopfball mit Link zur kompletten Sendung:

http://www.wdr.de/tv/kopfball/sendungsbeitraege/2012/1230/lippen.jsp

 

Ich hoffe, Ihr habt wunderschöne Weihnachtstage verbringen können wie ich mit meiner Familie. Gleichzeitig wünsche ich allen Blog-Lesern einen wunderbaren Start in das neue Jahr 2013. Mögen sich Eure Wünsche und Ziele in Erfüllung gehen, die Ihr für 2013 im Visier habt.

 

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Schweden – was hat das mit gehörlos zu tun?

Schweden – was hat das mit gehörlos zu tun?

Sehr viel! Ich war als junges Mädchen so hellblond, dass die „Straßenkinder“, mit denen ich früher durch die Altstadt streifte (und auch so viel anstellte – ich war ein richtiger Wildfang),  mich immer mal wieder fragten:

„Bist du aus Schweden?“

Mir saß der Schalk hinter den Ohren und ich fragte, warum sie das wissen wollen – sie sagten, naja, meine Stimme klingt anders als ihre.

Schweden-Mädchen“ (Judith Göller am Kletterpfahl an der Spitze gegen Sommerhimmel zu sehen)

Da ich mir schon als Kind meiner Andersartigkeit voll bewusst war und wie lähmend das Wort „taub“ auf andere wirkte, so dass die Kommunikation durch die Unsicherheit total heruntergeschraubt wurde – log ich, bis sich die Balken bogen:

„Ja, ich komme aus Schweden – ich muss noch Deutsch lernen, ihr helft mir bitte dabei, ja?“

Wie rücksichtsvoll sie daraufhin mit mir waren! Sie brachten mir bei, wie man bestimmte Wörter richtig aussprach. Das war so traumhaft! Und wir spielten glücklich miteinander, wenn wir uns auf den Straßen in der Altstadt trafen. Meine Taubheit wurde von ihnen nicht bemerkt. Ich war mit meinen Augen so flink 🙂 Meine gehörlose Stimme wurde als Schweden-Akzent ausgelegt und ich wurde anderen Kindern als Schweden-Mädchen vorgestellt.

Ich wurde immer mal wieder als Ausländerin „abgestempelt“ (als Baby schon! Ich mutete arabisch an – aber das ist eine andere Geschichte und hat nichts mit meiner Gehörlosigkeit zu tun) – mal vermuteten sie bei mir die Holländerin, auch sogar Französin oder Italienerin, als ich älter wurde und meine Haare sich verdunkelten (weil ich den Buchstaben „H“ nicht aussprach).

Am meisten jedoch wurde ich als Schweden-Mädchen genannt.

Hin und wieder griff ich auch auf die Notlüge zu, dass ich an der Stimme krank sei und daher nicht so deutlich sprechen kann – immer mit dem Schalk in den Augen und der großen Unlust, über meine Gehörlosigkeit und die wichtigsten Aspekte herunterleiern zu müssen wie z.B. deutlicher sprechen, von den Lippen lesen und direkter Blickkontakt.

Aber im Ernst: Ich bin nur teilweise deutsch und gehörlos :-), natürlich mit dem gehörlosen Akzent in der Stimme – ah, und blond bin ich einfach gern, also helfe ich nach.

Euer Schweden-Mädchen *zwinker*

PS.: Hier „leiere“ ich aber ständig die wichtigen Aspekte der Gehörlosigkeit und deren Auswirkungen herunter und mir macht’s auch Spaß.

Für alle, die die Gehörlosbloggerin kritisieren

Ich bin eine kleine Frau,

habe Naturlocken und bin gerne blond, silberne Härchen sind darin zu finden,

habe zwei stramme Beine, auf denen ich sicher auf der Erde stehe,

einen noch einigermaßen knackigen Popöchen, auf dem ich mich setzen kann,

oder noch schön damit wackeln kann beim Tanzen,

habe zwei kleine Brüste, mit denen ich meine Kinder zuverlässig mit überschäumender Muttermilch versorgen durfte,

habe zwei strahlende, große und offene Augen, mit denen ich meine Welt sehe, betrachte und beobachte, und mit denen ich durch meine besondere Fähigkeit Lippenlesen hin zum 100 % Verstehen kompensieren kann,

habe einen Hirn, den ich tagtäglich mit hoher Leistung beschäftige und mit viel Stoff versorge,

habe volle Lippen und gute Beißerchen, ich lache und lächle warmherzig,

habe zwei kleine Ohren, auf dem einen ich mit Hilfe des Cochlea Implantates hören kann,

habe zwei Hände, mit denen ich meine Sprache unterstreichen, gebärden und fuchteln, streicheln, liebkosen, Dreck wegmachen, schreiben und bei der Arbeit kräftig einsetzen kann.

Ich habe meine zwei starke Arme, mit denen ich die Menschen an mich drücken kann, die mir wertvoll sind.

Ich präsentiere mich gerne immer mal wieder auf Fotos und im Film.

Ich weiß, ich bin keine Schönheit :-), wie dies in den Medien präsentiert wird.

Ich laufe auch schon  mal in Säcken statt in Kleidern herum.

Ich habe meine innere Schönheit und Kraft, die zu den Herzen der Menschen spricht und selbst von den Herzen der Mitmenschen gefunden werde.

Es macht mir Spaß, viele neue Seiten an mir selbst zu entdecken und zum Ausdruck zu bringen.

Und noch einiges mehr macht mich aus.

Und ich bin gehörlos, taub, schwerhörig, cochlea-implantiert und sogar werde ich taubstumm genannt, und, und, wie die Leute mich auch immer bezeichnen…

Ich besitze eine (komische) Stimme, mit der ich sprechen und auch brüllen kann, wenn ich die taube Wut im Bauch habe.

 

Immer wieder muss ich mich durchbeißen, durch Höhen und Tiefen,

immer stehe ich auf und gebe NIEMALS auf!

 

 

An all meine lieben Kritiker:

Noch nie ist ein Kritiker durch seine Kritik berühmt geworden!

Danke für eure Kritik 😀 – Ihr seid toll!

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