Uralte Gebärdensprache bei Indianern
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Uralte Gebärdensprache und doch immer aktuell

Eine persönliche Reise durch die Stille

Schon in meinen jungen Jahren stellte ich voller Faszination fest, wie uralt die Gebärdensprache ist und doch immer auf dem aktuellen Stand ist.

Die faszinierende Welt der „Hausgebärden“

Es könnte sogar sein, dass die Gebärdensprache die einzige Sprache ist, die über so viele Generationen weitergetragen wurde und wird.

In meiner Kindheit dachte ich, meine Schwester und ich wären die Einzigen, die nicht hören, aber im Laufe der Jahre besser hören würden. Ich kannte bis zu meinem 4. Lebensjahr keine Gehörlose und Schwerhörige bis auf meine Schwester. Wir waren zwar gehörlos, aber dennoch nicht sprachlos.

Ich erfand zusammen mit meiner Schwester unsere eigene „Hausgebärden“. Aus dieser Erfahrung heraus und aus dem heutigen Rückblick meine ich zu erkennen, dass die Gebärdensprache die „Ursprache“ bildet, die die kommunikativen Grenzen überwindet.

Gebärdensprache im historischen Kontext

Kürzlich bin ich auf ein für mich hochinteressantes Video gestoßen, in dem die Indianer aus verschiedenen Stämmen sich zusammenfinden und sich nur mittels Gebärdensprache gegenseitig vorstellen und miteinander reden.

Multikulturelle Kommunikation: Indianerhäuptlinge im Dialog

Die Prärie-Indianer, ich beschreibe sie korrekterweise als amerikanische Ureinwohner, hatten viele hunderte Sprachen. Mittels der Zeichensprache konnten sie sich über die sprachlichen Grenzen hinwegsetzen, mit den Gebärden unterhielten sie sich, machten Verträge, betrieben Handel usw.

Siehe auch: Verständigung der Indianer mit Gebärdensprache sowie Wikipedia – Indianer-Gebärdensprache (auf englisch)

Jetzt zum Video, in dem sich die Indianerhäuptlinge mit dem General Scott zum Konzil zusammentreffen und in der Gebärdensprache kommunizieren:

Es ist hoch spannend zu sehen, wie die Häuptlinge in der Gebärdensprache miteinander reden.

Da ich eine Leseratte bin, bin ich in vielen Büchern auf etliche hochinteressante Informationen rund um die Gebärdensprache sowie Gehörlosen gestoßen:

Kennt Ihr den historischen Roman „Der Schamane“ von Noah Gordon?  Wenn nicht, dann nachholen! Wer historische Romane liebt, dem kann ich dieses Buch wärmstens empfehlen!

In diesem Roman beschreibt der Autor den Arzt, wie dieser seinem gehörlosen Sohn die Hände an den Stuhl gebunden hat, damit er nicht gebärdet, sondern laut sprechen lernt.

Der Arzt kommt dahinter, dass sein Sohn mit einer Indianerfrau im sehr guten Kontakt ist und diese ihm die Gebärdensprache beibringt. Dann beschreibt der Autor ebenso, wie die Juden auf der Seidenstraße bei ihrem Handel hauptsächlich in der Zeichensprache kommunizierten, um die Preise zu diktieren. Das ist sehr spannend dargebracht!

Dieses Buch habe ich mehrmals gelesen, habe es aufgesaugt wie ein Schwamm.

Dass noch heute im Handel die Gebärdensprache genutzt wird, konnte ich bei meinen Beobachtungen in meinem Alltag feststellen. Ich sah öfter Türken miteinander gebärden, wenn sie ihre Autos verkauften. Sie benutzten beim Verhandeln die Gebärdensprache. Sobald das Verhandeln beendet und der Vertrag abgeschlossen war, sprachen sie wieder „normal“ miteinander, ich meine damit die Lautsprache.

Von Klostern und Klostergebärden: Ein historischer Blick

Überall auf der ganzen Welt stößt man immer wieder auf die Gebärdensprache in den Völkern.

Sogar hier in Deutschland gab es in Köln ein Kloster, in dem die Mönche während eines Rituales ein absolutes Sprechverbot für eine längere Zeit hatten. Diese haben aufgrund des Sprechverbotes eine eigene Gebärdensprache entwickelt und sich darin unterhalten. Diese Gebärdensprache wurde an Gehörlose weitergegeben. Leider habe ich hier keine Quelle mehr vorzuweisen, da ich die Unterlagen dazu bei einem Wohnungsumzug verloren habe. Diese Quelle wurde aber auch in einem historischen Roman eingebaut:  „Der dunkle Spiegel“ von Andrea Schacht

Blick in die Zukunft

Die fortdauernde Relevanz der Gebärdensprache

Viel Spaß beim Schauen des Videos – und die zwei Bücher, die ich oben erwähnt habe, sind es wert, gelesen zu werden, auch wenn sie schon ältere Ausgaben sind.

 

Nachtrag zu diesem Blogpost: Gebärden in den Klöstern

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3 Kommentare

  1. Henri Nouwen hat sieben Monate in einem Trappistenkloster verbracht und darüber ein Buch geschrieben: „Ich hörte auf die Stille“. Darin beschreibt er auch, wie der klösterliche Alltag der Trappisten, in dem bis auf wenige Ausnahmen geschwiegen wird, kommunikativ durch Gebärden geregelt wird.

  2. Dieses Buch „Ich hörte auf die Stille“ muss bestimmt sehr hochspannend sein. Vielen Dank für den Tipp!

    Herzlichst
    Judith

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