Gehörlose verjagt „taubstumme“ Spendenbetrügerin

Immer und immer wieder kursieren Berichte über diese Spendensammler, die entweder sich taub stellen oder auf Mitleid-Tour für arme Behinderte gehen. Und so sich Spenden erschwindeln zum Füllen eigener Taschen.

Kürzlich gab es wieder einige Berichte darüber, darunter diese:

Klemmbrett-Masche – Vorsicht vor Spendenbetrügern

Als ich selbst von so einer Spendenbetrügerin mit solchem Klemmbrett und diesem Spendenformular:

Mit diesem Zettel gehen die Betrüger auf Spendenfang. Foto: Bullet, Quelle: www.express.de
Mit diesem Zettel gehen die Betrüger auf Spendenfang. Foto: Bullet

„angesprochen“ wurde, mit so einem Gebärden-Kauderwelsch, die gar keine Gebärden waren, war meine Reaktion darauf, erst einmal laut zu lachen und dann mit ganz lauter Stimme(!) plus die dazugehörigen Gebärden zu sagen:

„Hey, ich bin selber taub!“

Dabei zeigte ich mit meinem Zeigefinger auch sofort auf mein Ohr, das ich ganz schön „vorstreckte“.

Daraufhin haute diese angeblich taube Spendenbetrügerin so schnell ab wie der Blitz.

Wie reagiert Ihr selber in solch einer Situation? Was würdet Ihr tun?

 

Eure Gehörlosbloggerin

Taubstumm – immer noch im Gedächtnis verankert

„Taubstumm“ – immer noch im Gedächtnis verankert

 

In den Fernsehmedien fällt es auf, dass der Begriff „Taubstumm“ immer noch weiterhin im Gedächtnis unseres Volkes verankert ist. Vielen ist immer noch nicht bewusst, dass der Begriff „taubstumm“ längst überholt ist und faktisch auch oft gar nicht stimmt. Auch macht man sich erst mal gar keine Gedanken darüber.

Man sieht im TV zwar die Gehörlosen mit der Gebärdensprache, aber das heißt noch lange nicht, dass sie auch gleichzeitig taubstumm sind. Man muss nur genau hinhören und ihre Stimmen entdecken.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass viele Hörende weghören, sobald sie eine Stimme hören, die abseits der Normalität klingt – sei es aus Unsicherheit oder auch gar Bequemlichkeit.

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Trotzdem ist ein gehörloser / tauber Mensch kein Taubstummer, auch wenn die Stimme von der Normalität abweicht. Er kann eben nur die eigene Stimme aufgrund des fehlenden Hörens nicht kontrollieren und nachprüfen. Sobald Ihr einem hörgeschädigten Menschen begegnet, dessen Stimme ihr wahrnehmen könnt, ist er NICHT taubstumm – PUNKT.

Auch wenn die Stimme sehr gewöhnungsbedürftig sein kann, je nachdem, wie geübt der Hörgeschädigte in der Lautsprache ist.

Dass ausgerechnet in der TV-Branche der Begriff „Taubstumm“ immer noch vorherrscht, erkennt man daran, dass die TV-Sender ihren Bildungsauftrag nicht umsetzen 🙁

Schaut mal hier eine Serie „Der Masseur“ aus der lustigen Staffel mit Pastewka:

http://www.myspass.de/myspass/shows/tvshows/pastewka/Der-Masseur–/10054/#commentList_10054

Leider ist diese Serie ohne Untertitel zu sehen (kein Wunder, dass wir Gehörlose in der hörenden Welt oft nicht mitlachen können).

 

Drücke auf den “Gefällt mir”-Knopf für Facebook, wenn dich das hier begeistert.

Gehörlosigkeit: Die Eingrenzung hängt zum Hals raus

Gehörlosigkeit: Die Eingrenzung Gehörlosigkeit hängt mir zum Hals raus

Deshalb habe ich eine neue Webseite www.judithgoeller.com aufgefädelt, auf der ich auch meine komplett andere Interessen einbringen kann, die nichts mit der Thematik Gehörlosigkeit zu tun haben. So kann ich mich besser „austoben“ neben meinem Gehörlosblog mit dem speziellen Thema Gehörlosigkeit.

Gleichzeitig dient mir diese auch als eine bessere Vernetzung über den Tellerrand hinaus.

Ich bestehe ja nicht nur aus Gehörlosigkeit, sondern bin in erster Linie ein Mensch, eben die Judith Göller. Ich habe vielseitige Interessen und nicht nur die Gehörlosigkeit im Blick. Und ich weiß, dass es vielen Hörgeschädigten ebenso ergeht. Und das will ich auf meiner neuen Webseite einbringen und mit euch allen dort vernetzen – mit euren Namen!

Jeder von uns ist ein „WER“ – mitsamt seinen Fähigkeiten, Stärken und starken Willen.

Mit oder ohne Gehörlosigkeit!

Damit ihr nicht etwas missversteht: Mein Gehörlosblog ist mir wichtig, sozusagen „mein Kind“, das ich liebe und immer pflege und mit neuem Stoff versorge – aber meine Person besteht eben nicht nur aus Gehörlosigkeit und ich schaue schon immer gerne über den Tellerrand hinaus, um meinen Horizont zu erweitern.

Für alle, die die Gehörlosbloggerin kritisieren

Ich bin eine kleine Frau,

habe Naturlocken und bin gerne blond, silberne Härchen sind darin zu finden,

habe zwei stramme Beine, auf denen ich sicher auf der Erde stehe,

einen noch einigermaßen knackigen Popöchen, auf dem ich mich setzen kann,

oder noch schön damit wackeln kann beim Tanzen,

habe zwei kleine Brüste, mit denen ich meine Kinder zuverlässig mit überschäumender Muttermilch versorgen durfte,

habe zwei strahlende, große und offene Augen, mit denen ich meine Welt sehe, betrachte und beobachte, und mit denen ich durch meine besondere Fähigkeit Lippenlesen hin zum 100 % Verstehen kompensieren kann,

habe einen Hirn, den ich tagtäglich mit hoher Leistung beschäftige und mit viel Stoff versorge,

habe volle Lippen und gute Beißerchen, ich lache und lächle warmherzig,

habe zwei kleine Ohren, auf dem einen ich mit Hilfe des Cochlea Implantates hören kann,

habe zwei Hände, mit denen ich meine Sprache unterstreichen, gebärden und fuchteln, streicheln, liebkosen, Dreck wegmachen, schreiben und bei der Arbeit kräftig einsetzen kann.

Ich habe meine zwei starke Arme, mit denen ich die Menschen an mich drücken kann, die mir wertvoll sind.

Ich präsentiere mich gerne immer mal wieder auf Fotos und im Film.

Ich weiß, ich bin keine Schönheit :-), wie dies in den Medien präsentiert wird.

Ich laufe auch schon  mal in Säcken statt in Kleidern herum.

Ich habe meine innere Schönheit und Kraft, die zu den Herzen der Menschen spricht und selbst von den Herzen der Mitmenschen gefunden werde.

Es macht mir Spaß, viele neue Seiten an mir selbst zu entdecken und zum Ausdruck zu bringen.

Und noch einiges mehr macht mich aus.

Und ich bin gehörlos, taub, schwerhörig, cochlea-implantiert und sogar werde ich taubstumm genannt, und, und, wie die Leute mich auch immer bezeichnen…

Ich besitze eine (komische) Stimme, mit der ich sprechen und auch brüllen kann, wenn ich die taube Wut im Bauch habe.

 

Immer wieder muss ich mich durchbeißen, durch Höhen und Tiefen,

immer stehe ich auf und gebe NIEMALS auf!

 

 

An all meine lieben Kritiker:

Noch nie ist ein Kritiker durch seine Kritik berühmt geworden!

Danke für eure Kritik 😀 – Ihr seid toll!

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3 hörbehinderte Mädels und die Lautsprache / Gebärdensprache

Judith, Eva und Anna…

Wer meine persönliche Vorstellung in diesem Blog durchliest, weiß, dass ich noch zwei hörbehinderte Schwestern habe.

Meine Schwestern heißen Eva und Anna. Ich selbst bin die Älteste von 4 Geschwistern (ich habe einen hörenden Bruder). Meine Schwester Eva ist 1 1/2 Jahre jünger als ich. Meine jüngste Schwester Anna ist 14 Jahre jünger als ich.

Die Genberatung steht bei uns vor einem Rätsel, warum nur wir drei Mädchen von der ganzen Verwandtschaft als gehörlos geboren wurden.

Meine Schwester Eva hat noch eine zusätzliche Behinderung zu ihrer Hörbehinderung, das Franceschetti-Syndrom. Warum ich dies erwähne, darauf komme ich noch zurück.

Meine Mutter hatte bezüglich der Lautsprach-Erziehung bei mir Erfolg, weil ich den Ehrgeiz hatte (und immer noch habe), die Sprache zu lernen und zu beherrschen. Ich begann bereits mit 2 1/2 Jahren lesen und schreiben, was für mich von großem Vorteil war, um so den direkten Draht zur deutschen Sprache zu finden. Dadurch konnte ich auch viel besser von den Lippen ablesen. Alles, was Buchstaben hatte, reizte mich sehr und ich las sehr viel. Durch diese jahrelange Übung bin ich inzwischen eine sehr schnelle Leserin – ich tue geradezu die Bücher „verschlingen“ 😉

Als meine Schwester Eva auf die Welt kam, auch gehörlos, bekam sie auch ihre Frühförderung in der Lautsprache. Jedoch hatte sie kaum Lernwillen bzw. tat sich sehr schwer damit, sie fand nur sehr schwer den Weg zur Lautsprache. Auch aufgrund ihrer zusätzlichen Behinderung, sie konnte die Worte nicht formen. So habe ich dann mit Eva zusammen unsere eigene Gebärdensprache „gemacht“, so dass wir uns mittels Gebärdensprache unterhalten und verstehen konnten. Meine Mutter kam sich bei Eva als Versagerin vor, weil sie nie ganz zu Eva hindurchdringen konnte, was die Lautsprache betraf. Dass es noch andere Gehörlose gab, davon wusste ich nicht.

Ich war mir damals als Kind schon sehr bewusst, dass Eva und ich anders waren als die hörenden Menschen um uns herum. Ich kann mich heute immer noch an die Gedanken, die ich mit 3 Jahren hatte, erinnern.

Erst mit 4 Jahren (was damals zu meiner Zeit üblich war) ging ich in den Kindergarten für Hörsprachbehinderte in Frankenthal. Dort kam ich das erste Mal mit anderen gehörlosen Kindern in Berührung und kam nicht mehr aus dem Staunen heraus, dass es soviele andere gehörlose Kinder gab, die auch nicht hören konnten wie Eva und ich. Dort kam ich auch das erste Mal mit der Gebärdensprache anderer gehörlosen Kinder in Kontakt, welche sich sehr von der Gebärdensprache von Eva und mir unterschied.

Ich übernahm vieles von dieser „Kindergarten“-Gebärdensprache (es wurde im Kindergarten nicht die Gebärdensprache gelehrt, sondern die Lautsprache, aber wir Kinder unterhielten uns unter uns trotzdem in Gebärdensprache, weil es einfach schneller und leichter ging in der Kommunikation). Ich brachte davon vieles meiner Schwester Eva bei. Dennoch blieb unsere eigentliche Gebärdensprache weiterhin bestehen, die sich von der Gebärdensprache anderer Kinder unterschied. Bis heute.

Mittels unserer eigener Gebärdensprache vermittelte ich oft zwischen meiner Mutter und Eva, weil meine Mutter Eva manchmal überhaupt nicht verstand und umgekehrt ebenso.

Dann kam mein hörender Bruder auf die Welt (9 Jahre nach mir) – das ist wiederum eine eigene Geschichte für sich, ich weiß noch nicht, ob ich darüber berichten soll? Ich frage da meinen Bruder, ob er damit einverstanden ist…

Zuletzt kam meine Schwester Anna auf die Welt, von ihr brauche ich nicht viel zu berichten, da sie vom Ehrgeiz und Lernwillen her mir ähnelt. Sie hatte noch viel mehr Vorteile als ich, dank der Erfahrung meiner Mutter bei mir sowohl auch Eva. Als Anna noch keine Hörgeräte hatte als Baby, hat meine Mutter ihr von Anfang an in die Ohren direkt reingesprochen, so dass sie sehr früh mit Stimmen in Kontakt kam und dadurch schnell das Hörverständnis erwerben konnte. Als Anna ca. halbes Jahr war, bekam sie ihre Hörgeräte und konnte auf diese Weise ihr bereits erworbenes Hörverständnis weiter entwickeln und kam in den hörenden Kindergarten. Dann später in die hörende Grundschule und anschließend aufs Gymnasium. Freilich hatte Anna auch ihre Probleme auf den hörenden Schulen, da sitzen wir alle Hörbehinderte eigentlich im gleichen Boot. Derzeit studiert sie Hörgeschädigten-Pädagogik, um Lehrerin für gehörlose/schwerhörige Kinder zu werden, mit Fachrichtung Musik. Sie spielt Klavier und gibt auch Klavierunterricht und das als Hörbehinderte und mit Hörgerät. Sie macht das echt hervorragend.

Für viele mag die Musik ein Widerspruch bei hörbehinderten Kindern zu sein, aber die Musik ist erst recht ganz besonders wichtig für die hörbehinderten Kinder, um ihr Gespür und Gefühl auch besser entwickeln zu lassen. Das ist wiederum ein ganz eigenes Thema für sich, worüber ich ganz sicher auch schreiben werde, zusammen mit Anna. Mal sehen…

Zusammengefasst möchte ich damit sagen, dass es bei den Hörbehinderten/Hörgeschädigten nicht ohne Gebärdensprache gehen kann (zum Beispiel meine Schwester Eva und ich selbst ebenso). Jedoch ist es sehr wichtig, dass die Hörbehinderten viel LESEN sollen, um den direkten Draht zur Sprache zu bekommen und zu behalten, was die Gebärdensprache nicht ersetzen kann. Auf diese Weise eignen sich die Hörbehinderten auch die Unabhängigkeit bzw. Selbstständigkeit in der Kommunikation mit anderen Mitmenschen an.

CD ist dem ertaubten Beethoven zu verdanken

Überall sehe ich Spuren auf der Welt, wo die Taubheit bzw. Ertaubt-Sein eine große Rolle spielt und dank dessen so manche Dinge erfunden werden.

Ich bin kürzlich auf einen Bericht gestoßen, dass der „Vater der CD“ Norio Ohga (Unternehmen SONY) verstorben ist. Er erfand die CD, um „Die Neunte Sinfonie“ vom Beethoven ohne Unterbrechung abspielen zu lassen – und so ungestört die Musik anhören konnte. Beethoven war bereits ertaubt, als er seine neunte Sinfonie komponierte und diese Komposition war sehr lang – es dauert 74 Minuten.

Um es wortwörtlich aus der Presse zu zitieren:

„Die CD-Spieldauer von rund 74 Minuten basiert der Legende nach auf einer Forderung von Klassikliebhaber Ohga, wonach der neue Tonträger mindestens Beethovens neunte Sinfonie unterbrechungsfrei spielen sollte.“

(Quelle: http://www.n-tv.de/wirtschaft/Vater-der-CD-ist-tot-article3171701l)

Seit ich das weiß, werde ich von nun an bei jedem Anblick der CD’s mit Dankbarkeit an den ertaubten Beethoven denken, der die berühmte „Neunte“ Sinfonie als Ertaubter komponierte und so zur Erfindung der CD durch den japanischen Visionär Norio Ohga führte!

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich bringe es auf einen Nenner:

Beethoven    +   Ohga  =   CD

+689% für Sie, weil uns dieses Gerät taub macht

Dieser Titel sprang mir ins Auge und ich dachte, ÄH??? Wollen die Hörenden denn ein Gerät, das  taub macht?

Ich habe hier vor einigen Beiträgen versprochen, dass ich darüber bloggen werde (Vorausberechnen der Gehör-Schädigung möglich).

Der Titel wurde dabei auch nochmal umgeschrieben auf

„+689% Gewinn für Sie, weil Apple iPod & Co unsere Kinder taub machen“

Das klingt schon einleuchtender und es ist auch so – sicher könnt ihr nun erkennen, worum es geht, Gewinne zu machen?

Dann folgt hier eine Beschreibung:

„Was sie zu sehen bekommen, sieht völlig unspektakulär aus. Es ist fast schon langweilig. Es ist aber für Zig-Millionen Menschen in aller Welt – darunter für jeden 4. Jugendlichen in Europa – eine SENSATION, die ihr ganzes Leben verändert.

Vorne im Veranstaltungsraum sitzt wie verlassen ein Mädchen. Keiner applaudiert. Es muss absolut still sein im Raum…

Keiner hört etwas. Plötzlich lächelt das Mädchen und sagt: ICH HAB’S GEHÖRT.“

Stellt euch vor! Jeder 4. Jugendliche in Europa braucht es! Und an der Börse kann man mit an diesem Skandal (oder als Sensation umschrieben) verdienen:

„Die SENSATION spricht sich noch in derselben Stunde an den Börsen herum. Nicht nur in Frankfurt. Auch in New York und Shanghai… Der Kurs des Unternehmens, von dem ich hier spreche, kann nur steigen…

Warten Sie bitte nicht auf den folgenden Donnerstag, 14. Oktober. Denn an diesem Tag steht diese Sensation auch schon für die Masse der Anleger in der BILD-Zeitung…

Seit Jahren „schwerhörige“ Schülerin (17) hört Stecknadel – 10 Meter weit weg – fallen

Bitte, Sie müssen dann unbedingt schon die Aktie haben.“

Da, wir haben es nun: Die Aktie für Hörgeräte! Wartet, es ist noch nicht alles – ihr seht gleich, dass die Aufklärung über die vermehrte Schwerhörigkeit bzw. Taubheit in Europa an der Börse bestens bekannt ist:

„Neulich in einer deutschen Hauptschule…

Vorsichtig setzt Schularzt Dr. H. (58) dem 12-jährigen Peter einen Kopfhörer auf, dreht mit der rechten Hand den Knopf an dem Schuhschachtel großen Apparat neben sich ein bisschen nach rechts…

„Hörst du etwas?“, fragt er den Schüler. Blondschopf Peter schüttelt den Kopf. Dr. H. dreht weiter nach rechts. „Hörst du etwas?“ Peter schüttelt den Kopf. Schularzt Dr. H. dreht den Knopf noch ein Stück weiter nach rechts. „Jetzt muss er aber etwas hören,“ murmelt er dem Klasslehrer hinter sich zu… aber Peter scheint den hellen Fiepton aus seinem Kopfhörer nicht wahrzunehmen.

Eine Katastrophe. Und Sie sind als Investor hoch willkommen. Erhalten Ihr Danke in hohen Renditen. +150%, +300%, +689%…

Jeder 4. junge Mensch in Europa ist schwerhörig. Und es werden lawinenartig immer mehr… Fachleute sprechen schon von der…

GENERATION SCHWERHÖRIG

  • Die Zahl der 14- bis 19-jährigen mit mindestens 25 dB Hörverlust verfünffachte sich in den vergangenen 5 Jahren in Deutschland
  • Die Zahl der 20- bis 29-jährigen mit diesem Hörverlust verzweieinhalbfachte sich

 

Sehen Sie, wie stark die Zahl schwerhöriger Jugendlicher zwischen 14 und 19 Jahren in den vergangenen 5 Jahren stieg. Um +400%!!!!! Das ist gigantisch!!!!!!“

Unglaublich, dass das Anpreisen der Hörgeräte-Unternehmen mit zwei Worten im gleichen Zug geschieht: Katastrophe –  gigantisch

Ich staunte sehr über diese geniale Aufklärung des Börsianers für seine Anleger, warum er ihnen die Aktie für eine Hörgeräte-Firma zum Kaufen empfiehlt. Richtig deutlich aufzeigend – solch eine klare Aufklärung finde ich in der Presse sonst oft nicht, ja sogar dort vermisse ich sie richtig!

Wollt Ihr auch in die Schwerhörigkeit investieren? 😀 Warum eigentlich nicht, wenn auch Betroffene mit davon profitieren könnten… ^^ Aber das ist noch nicht alles, es geht noch weiter:

„Noch dazu, wo das Massen-Phänomen Schwerhörigkeit immer dramatischer wird…

Die Europäische Union beschränkte zwar den erlaubten Phon-Wert für mp3-Musikabspielgeräte wie den Apple iPod schon auf 100. Das ist aber immer noch genau so laut wie ein Presslufthammer in 10 Meter Entfernung.

Dabei ist ein Hörschaden schon bei einer Lautstärke von 85 dB(A) (in 7,5 m vorbeifahrender LKW) bei einer Einwirkdauer von 40 Stunden pro Woche möglich.

Was sich da zusammenbraut sehen Sie aber auch bei dem Unternehmen, von dem ich hier spreche. Die Zahl der Verkäufe seiner winzigen High-Tech-Produkte steigen steil an…

Die Verkäufe haben sich in 5 Jahren fast verdoppelt

Und diese Verkäufe können in den vergangenen Jahren nur massiv ansteigen. Es gibt nicht die geringste Hoffnung darauf, dass künftig weniger Hörgeräte gebraucht werden. Ganz im Gegenteil…

Die Hörschäden durch mp3-Player (sind ja sogar in Handys eingebaut) werden weltweit immer mehr. Die Kurve der Hörschäden steigt dramatisch an. Gerade sah ich eine erschreckende Studie aus den USA. Dieser Studie nach vervierfachte sich in den USA die Zahl der schwerhörigen Schüler in den vergangenen 10 Jahren.“

Sehr erschreckend, gell? Ich denke, viele Hörende begreifen „Sehr erschreckend“ erst dann, wenn sie selbst von der Schwerhörigkeit betroffen sein werden.

Es geht noch weiter mit der Aufklärung für den Kauf der Aktien von Hörgeräte-Firmen – soll ich weiter machen? 🙂 Schreibt mir einfach einen Kommentar und ich berichte weiter darüber.

Hörschädigung: zwischen Ohren nicht gewaschen?

Über diesen Satz musste ich so lachen – da ist einer von vielen Vorurteilen der Hörenden gegenüber den Nicht-Hörenden bzw. Hörgeschädigten! Es gab  jedoch auch Paroli (also Gegenüberstellungen bzw. Hinweise, dass man so nicht über Gehörschädigte/Behinderte reden darf).

Ich habe diesen Satz bei den Kommentaren für eine Vorstellung des Text-Makro für ein Onlinespiel gefunden:

http://www.onlinewelten.com/games/rift/specials/1×1-rift-makros-7771/

Die Leute, die über Hörbehinderte spotten und der Meinung sind, die Textchats während des Online-Spiels seien überflüssig – diese haben selbst in der eigenen grauen Masse zwischen den Ohren nichts gewaschen.

Das Verständnis der Gehörlosen (Poesie)

Unser Verständnis, unser Weltbild, dass unsere Hörbehinderung unsichtbar ist, war fremd für die Leute.

Die Hörenden wussten soviel, sie brauchten nichts von uns zu lernen.

Und das erlaubte ihnen, uns Hörgeschädigte für unwissend zu halten.

Die Gebärdensprache wurde verboten.

Das war Absicht:

Sie sagten sich, wir müssen diese Hörbehinderte zu Hörenden machen.

Vielleicht wollten sie damit auf ihre Weise sagen:

„Unsere Lebensweise ist gut, und ihr sollt sie auch haben.“

Aber:

Es war keine Liebe, was diese Dinge bewirkte.

Es ist einfach so:

„Nimmt man einem die geistige Freiheit weg, versiegt die Quelle, von der die Seele gespeist wird!“

© Judith Göller