Lippenlesen im ARD – Kopfball + Nachtrag

Nachtrag Lippenlesen zur Sendung ARD – Kopfball mit Link zur kompletten Sendung:

http://www.wdr.de/tv/kopfball/sendungsbeitraege/2012/1230/lippen.jsp

 

Lippenlesen im ARD – Kopfball

 

Unter dem Link: http://www.wdr.de/tv/kopfball/naechste_sendung/index.jsp ist eine Vorschau der Kopfball-Sendung zu sehen, in dem es auch um das Thema „Lippenlesen lernen“ geht. Eine hörende Zuschauerin fragte, ob und wie man Lippenlesen lernen kann.

Und so seht Ihr mich dann in Aktion – beim Lippenlesen erklären am 30.12.2012 um 11.00 Uhr im ARD – Kopfball

Im Bild ist eine Vorschau auf die Sendung zu sehen (ab 6. Sekunde):

Lippenlesen im ARD „Kopfball“

Lippenlesen und das Mitdenken

Vielleicht können danach einige Hörende nun selbst Lippenlesen? Das wäre spitze 🙂 Dann allerdings müssen sie das „Mitdenken“ üben und das ist von großem Nutzen!

Ich wünsche viel Spaß beim Angucken der Kopfball-Sendung mit dem Thema Lippenlesen!

Nachtrag Lippenlesen zur Sendung ARD – Kopfball mit Link zur kompletten Sendung:

http://www.wdr.de/tv/kopfball/sendungsbeitraege/2012/1230/lippen.jsp

 

Ich hoffe, Ihr habt wunderschöne Weihnachtstage verbringen können wie ich mit meiner Familie. Gleichzeitig wünsche ich allen Blog-Lesern einen wunderbaren Start in das neue Jahr 2013. Mögen sich Eure Wünsche und Ziele in Erfüllung gehen, die Ihr für 2013 im Visier habt.

 

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Gehörlos, na und? in www.ZEIT.de

Ich wünsche euch allen und euren Familien + Freunden noch einen restlichen schönen Ostersonntag und für morgen einen schönen Ostermontag – egal, wie das Wetter auch sein mag (der April, der macht, was er will).

Gehörlos, na und? in www.ZEIT.de

Hey Ihr Lieben, Eure Gehörlosbloggerin wurde von der Journalistin Hanna Link für ZEIT online interviewed.

Ich würde mich hier sehr über Kommentare zum Interview-Porträt „Gehörlos, na und?“ freuen 🙂

Gehörlos und lustig

Im Artikel steht in einigen Absätzen nur mein Nachname. Ich weiß, es ist üblich in den Zeitungen – trotzdem, ich finde es komisch und lustig zugleich 😀

Hier geht es direkt zum Artikel Gehörlos, na und?:

Zeit Online – Gehörlos, na und?

Gehörlose bekommt Wulff auf Anrufbeantworter

Gehörlose bekommt Wulff auf Anrufbeantworter

Heute morgen haderte ich mit dem Anrufbeantworter. Es war bei mir niemand da, der für mich den Anruf abhören konnte.

Um als Gehörlose in diesem Bereich meine Unabhängigkeit weiter zu vergrößern, suchte ich deshalb nach Möglichkeiten, wie ich als Gehörlose selbst diese Nachricht in Schrift umwandeln lassen könnte. Ich twitterte darüber, welche Möglichkeiten ich hier hätte.

Prompt twitterten mir einige Menschen ihre Tipps zu und ich testete einige Features mit Hilfe meines Handys.

Um als Gehörlose an das Gesagte rankommen zu können

Leider erfolglos auf die Schnelle 🙂 Nun hat ein Twitterer / Blogger sich doch ein Herz gefasst – heraus kam die Übersetzung der Anrufbeantworter (AB) – Nachricht für mich und andere Gehörlose, was ein sehr breites Grinsen in mein Gesicht reinzauberte:

AB Piep:
Hallo Kai, hier ist der Christian … ne, nochmal.

AB Piep:
Herr Diekmann! Hier spricht Christian Wulff!
Dieser Artikel den Sie planen – ich möchte Ihnen ja nicht drohen, aber: das bedeutet KRIEG Sie mieses..

Anruf unterbrochen.
AB Piep:
Wir wurden irgendwie getrennt.

Lassen ‘ses mich so formulieren (holt tief Luft) Für meine Frau und mich ist der Rubikon aber sowas von überschritten.

AB Piep:
<im Hintergrund> Ja Schatz, ich sags ihm.. </im Hintergrund>

Wullf nochmal! alea iacta est Herr Diekmann!

AB Piep:

Ich versuche hier gerade, auch du mein Sohn Brutus mit der Dolchstoßlegende in Verbindung zu bringen und dann zeig ich Ihnen wo der Barthel den Most holt!

AB Piep:
Ja. Meine Frau und ich wir hätten gerne 2 Latte Macchiato, die 17 .. und die 27 – aber bitte ohne Meerrettich

Leise und erstaunt: Hör ma, hab ich jetzt hier auf die Wahlwiederholung gedrückt oder wat?

AB Piep:
Kaaai hier ist der Eckert von der FAZ am Sonntag – naa?! – Ähm, sach ma habt ihr irgend nen Aufmacher für uns? Ist grade echt Super dünn!
Ciao.
Auflegen.

Dank dem Blogger „der Gebhardt“ (hier gehts direkt zu seinem Blogbeitrag) , der diese Wulff-Nachricht extra für mich und andere Gehörlose gebloggt hat, weil dieser AB-Stoff von dem Bundespräsidenten Christian Wulff derzeit durch die Nachrichtenwelt tanzt.

Ein RIESEN-Dank an ihn, dass er mir und anderen Gehörlosen auf diese Weise die Wulff-AB-Nachricht zukommen lassen hat.

Wie gut, dass ich da gerade als Gehörlose mein AB-Problem hatte. Vor lauter Freude darüber konnte ich nur noch grinsen 😀  😀  😀

Ich bin begeistert von der Hilfsbereitschaft für Gehörlose innerhalb der Twitter-Welt!

So habe ich als Gehörlose indirekt den Wulff auf den AB bekommen und alles verstanden 🙂 Barrierefreiheit lässt grüßen 🙂

Was da so allerhand abgeht in der Politik, da komm ich mir so vor, als hätten wir uns alle ins Kabarett verirrt. Nicht nur heute, sondern immer mal wieder!

Herzlichst

Judith Göller

P.S.: Ja, auch Gehörlose können Anrufbeantworter haben – und wenn jemand ein Tipp hat, wie Gehörlose hier die eigene Unabhängigkeit erweitern können, schreibt mir bitte!

Gehörlosblog wünscht alles Gute zum Neuen Jahr 2012

Gehörlosblog wünscht alles Gute zum Neuen Jahr 2012

(das Gehörlosblog-Bild kann zum Vergrößern angeklickt werden)

Hallo, alle meine Lieben,

ich bedanke mich innigst und herzhaft, dass jeder von Euch mich durch das Jahr 2011 begleitete, mir mit Anregungen zur Seite stand und steht und / oder einfach für mich da war und weiterhin sein wird.

Das Jahr 2011 war sehr anstrengend für mich, es fing gleich mit der Handoperation an, verlief mit etlichen Tiefgängen und endet nun mit Halsweh, Kopfweh und „Nase zu“.

Ihr seht, ich bin lädiert.

Und doch: einiges ist beendet und ich kann wieder aufatmen. !!! FREU !!!

Ich strahle euch an…  🙂  (fast radioaktiv, grins).

Und damit nehme ich meine Ziele in 2012 in Angriff!

Euch allen wünsche ich ein wunderbares Neues Jahr 2012 und die wertvolle Gesundheit!

Eure Gehörlosbloggerin Judith Göller

P.S.: Da seht ihr mich, die lädierte, gesundheitlich angeschlagene Gehörlosbloggerin… Ich hoffe, ich kann euch trotzdem mit meinem Lachen anstecken – nicht mit meiner Erkältung – die Gefahr besteht hier zum Glück nicht!

Ich habe euch bewusst keine Weihnachtswünsche geschickt, weil ich selbst in soooovielen Weihnachtswünschen fast untergegangen bin – über die ich mich natürlich sehr freute, aber es waren soviele, dass ich da fast „unterging“ 😉

 

 

 

 

Gehörlosigkeit: Die Eingrenzung hängt zum Hals raus

Gehörlosigkeit: Die Eingrenzung Gehörlosigkeit hängt mir zum Hals raus

Deshalb habe ich eine neue Webseite www.judithgoeller.com aufgefädelt, auf der ich auch meine komplett andere Interessen einbringen kann, die nichts mit der Thematik Gehörlosigkeit zu tun haben. So kann ich mich besser „austoben“ neben meinem Gehörlosblog mit dem speziellen Thema Gehörlosigkeit.

Gleichzeitig dient mir diese auch als eine bessere Vernetzung über den Tellerrand hinaus.

Ich bestehe ja nicht nur aus Gehörlosigkeit, sondern bin in erster Linie ein Mensch, eben die Judith Göller. Ich habe vielseitige Interessen und nicht nur die Gehörlosigkeit im Blick. Und ich weiß, dass es vielen Hörgeschädigten ebenso ergeht. Und das will ich auf meiner neuen Webseite einbringen und mit euch allen dort vernetzen – mit euren Namen!

Jeder von uns ist ein „WER“ – mitsamt seinen Fähigkeiten, Stärken und starken Willen.

Mit oder ohne Gehörlosigkeit!

Damit ihr nicht etwas missversteht: Mein Gehörlosblog ist mir wichtig, sozusagen „mein Kind“, das ich liebe und immer pflege und mit neuem Stoff versorge – aber meine Person besteht eben nicht nur aus Gehörlosigkeit und ich schaue schon immer gerne über den Tellerrand hinaus, um meinen Horizont zu erweitern.

Kulturfestival der Gehörlosen 2011 in Reims (Frankreich) und deutscher Kurzfilm „WHY“

Das Festival Clin d‘ Oeil 2011 (http://www.clin-doeil.eu/de/indexl) findet vom 1. bis zum 3. Juli 2011 statt. Laut der Webseite (sehr schön aufgemacht!)  sind inzwischen 1.449 Teilnehmer dort angemeldet.

Ich zähle mich leider nicht dazu, da die Teilnahme für mich als alleinerziehende Mutter zu teuer ist. Trotzdem werde ich dort auf indirekte Weise mit von der Partie sein, genauer gesagt:

Im Kurzfilm „WHY“ von Christopher Buhr, der ins Filmprogramm bei Clin d‘ Oeil 2011 aufgenommen wurde – siehe hierzu den Trailer:

[youtube NHfD52sV-FE]

Im Festival-Plakat werden 13 Filme gezeigt – und es war für mich ein eigenartiges Gefühl, mich auch dort in einer abgebildeten Filmszene zu sehen (an dritter Stelle von oben):

Den Kurzfilm „WHY“ widmet der schwerhörige Filmregisseur Christopher Buhr allen Gehörlosen auf der Welt, die ebenso wie die Hörenden vom Terror betroffen sind, ob als Opfer oder als Angehörige. Es ist so, dass die Gehörlosen immer als Letzte erfahren, wenn den Angehörigen etwas zustößt – der Kurzfilm wird dort zum ersten Mal in voller Version (ca. 14 Minuten) dem „Clin d‘ Oeil“ – Publikum gezeigt und gehört zum Genre „Drama“.

Meine Filmrolle darin war anspruchsvoller und dank der guten Führung unter dem Filmregisseur Christopher Buhr und seiner Frau bzw. Assistentin Andrea  gab ich alles aus mir heraus, was der Charakter meiner Filmrolle bzw. Christopher Buhr von mir verlangte. Ich bin ein Laie in der Schauspieler-Branche,  trotzdem nahm ich die Herausforderung an und hoffe, es ist unserem Filmteam gut gelungen und die Zuschauer fühlen sich vom Film berührt.

Ich hoffe ebenso, dass es auch anderen gehörlosen Filmregisseuren mit deren Filmen gelingt – denn so kommen die Botschaften der Gehörlosen um die Welt herum und das ist das, was ich mir wünsche.

Allen Teilnehmern auf diesem Kulturfestival wünsche ich erfüllende Tage und das Kennenlernen neuer und toller Menschen.

Für alle, die die Gehörlosbloggerin kritisieren

Ich bin eine kleine Frau,

habe Naturlocken und bin gerne blond, silberne Härchen sind darin zu finden,

habe zwei stramme Beine, auf denen ich sicher auf der Erde stehe,

einen noch einigermaßen knackigen Popöchen, auf dem ich mich setzen kann,

oder noch schön damit wackeln kann beim Tanzen,

habe zwei kleine Brüste, mit denen ich meine Kinder zuverlässig mit überschäumender Muttermilch versorgen durfte,

habe zwei strahlende, große und offene Augen, mit denen ich meine Welt sehe, betrachte und beobachte, und mit denen ich durch meine besondere Fähigkeit Lippenlesen hin zum 100 % Verstehen kompensieren kann,

habe einen Hirn, den ich tagtäglich mit hoher Leistung beschäftige und mit viel Stoff versorge,

habe volle Lippen und gute Beißerchen, ich lache und lächle warmherzig,

habe zwei kleine Ohren, auf dem einen ich mit Hilfe des Cochlea Implantates hören kann,

habe zwei Hände, mit denen ich meine Sprache unterstreichen, gebärden und fuchteln, streicheln, liebkosen, Dreck wegmachen, schreiben und bei der Arbeit kräftig einsetzen kann.

Ich habe meine zwei starke Arme, mit denen ich die Menschen an mich drücken kann, die mir wertvoll sind.

Ich präsentiere mich gerne immer mal wieder auf Fotos und im Film.

Ich weiß, ich bin keine Schönheit :-), wie dies in den Medien präsentiert wird.

Ich laufe auch schon  mal in Säcken statt in Kleidern herum.

Ich habe meine innere Schönheit und Kraft, die zu den Herzen der Menschen spricht und selbst von den Herzen der Mitmenschen gefunden werde.

Es macht mir Spaß, viele neue Seiten an mir selbst zu entdecken und zum Ausdruck zu bringen.

Und noch einiges mehr macht mich aus.

Und ich bin gehörlos, taub, schwerhörig, cochlea-implantiert und sogar werde ich taubstumm genannt, und, und, wie die Leute mich auch immer bezeichnen…

Ich besitze eine (komische) Stimme, mit der ich sprechen und auch brüllen kann, wenn ich die taube Wut im Bauch habe.

 

Immer wieder muss ich mich durchbeißen, durch Höhen und Tiefen,

immer stehe ich auf und gebe NIEMALS auf!

 

 

An all meine lieben Kritiker:

Noch nie ist ein Kritiker durch seine Kritik berühmt geworden!

Danke für eure Kritik 😀 – Ihr seid toll!

[youtube 8PWSA9h2Y-U]

 

3 hörbehinderte Mädels und die Lautsprache / Gebärdensprache

Judith, Eva und Anna…

Wer meine persönliche Vorstellung in diesem Blog durchliest, weiß, dass ich noch zwei hörbehinderte Schwestern habe.

Meine Schwestern heißen Eva und Anna. Ich selbst bin die Älteste von 4 Geschwistern (ich habe einen hörenden Bruder). Meine Schwester Eva ist 1 1/2 Jahre jünger als ich. Meine jüngste Schwester Anna ist 14 Jahre jünger als ich.

Die Genberatung steht bei uns vor einem Rätsel, warum nur wir drei Mädchen von der ganzen Verwandtschaft als gehörlos geboren wurden.

Meine Schwester Eva hat noch eine zusätzliche Behinderung zu ihrer Hörbehinderung, das Franceschetti-Syndrom. Warum ich dies erwähne, darauf komme ich noch zurück.

Meine Mutter hatte bezüglich der Lautsprach-Erziehung bei mir Erfolg, weil ich den Ehrgeiz hatte (und immer noch habe), die Sprache zu lernen und zu beherrschen. Ich begann bereits mit 2 1/2 Jahren lesen und schreiben, was für mich von großem Vorteil war, um so den direkten Draht zur deutschen Sprache zu finden. Dadurch konnte ich auch viel besser von den Lippen ablesen. Alles, was Buchstaben hatte, reizte mich sehr und ich las sehr viel. Durch diese jahrelange Übung bin ich inzwischen eine sehr schnelle Leserin – ich tue geradezu die Bücher „verschlingen“ 😉

Als meine Schwester Eva auf die Welt kam, auch gehörlos, bekam sie auch ihre Frühförderung in der Lautsprache. Jedoch hatte sie kaum Lernwillen bzw. tat sich sehr schwer damit, sie fand nur sehr schwer den Weg zur Lautsprache. Auch aufgrund ihrer zusätzlichen Behinderung, sie konnte die Worte nicht formen. So habe ich dann mit Eva zusammen unsere eigene Gebärdensprache „gemacht“, so dass wir uns mittels Gebärdensprache unterhalten und verstehen konnten. Meine Mutter kam sich bei Eva als Versagerin vor, weil sie nie ganz zu Eva hindurchdringen konnte, was die Lautsprache betraf. Dass es noch andere Gehörlose gab, davon wusste ich nicht.

Ich war mir damals als Kind schon sehr bewusst, dass Eva und ich anders waren als die hörenden Menschen um uns herum. Ich kann mich heute immer noch an die Gedanken, die ich mit 3 Jahren hatte, erinnern.

Erst mit 4 Jahren (was damals zu meiner Zeit üblich war) ging ich in den Kindergarten für Hörsprachbehinderte in Frankenthal. Dort kam ich das erste Mal mit anderen gehörlosen Kindern in Berührung und kam nicht mehr aus dem Staunen heraus, dass es soviele andere gehörlose Kinder gab, die auch nicht hören konnten wie Eva und ich. Dort kam ich auch das erste Mal mit der Gebärdensprache anderer gehörlosen Kinder in Kontakt, welche sich sehr von der Gebärdensprache von Eva und mir unterschied.

Ich übernahm vieles von dieser „Kindergarten“-Gebärdensprache (es wurde im Kindergarten nicht die Gebärdensprache gelehrt, sondern die Lautsprache, aber wir Kinder unterhielten uns unter uns trotzdem in Gebärdensprache, weil es einfach schneller und leichter ging in der Kommunikation). Ich brachte davon vieles meiner Schwester Eva bei. Dennoch blieb unsere eigentliche Gebärdensprache weiterhin bestehen, die sich von der Gebärdensprache anderer Kinder unterschied. Bis heute.

Mittels unserer eigener Gebärdensprache vermittelte ich oft zwischen meiner Mutter und Eva, weil meine Mutter Eva manchmal überhaupt nicht verstand und umgekehrt ebenso.

Dann kam mein hörender Bruder auf die Welt (9 Jahre nach mir) – das ist wiederum eine eigene Geschichte für sich, ich weiß noch nicht, ob ich darüber berichten soll? Ich frage da meinen Bruder, ob er damit einverstanden ist…

Zuletzt kam meine Schwester Anna auf die Welt, von ihr brauche ich nicht viel zu berichten, da sie vom Ehrgeiz und Lernwillen her mir ähnelt. Sie hatte noch viel mehr Vorteile als ich, dank der Erfahrung meiner Mutter bei mir sowohl auch Eva. Als Anna noch keine Hörgeräte hatte als Baby, hat meine Mutter ihr von Anfang an in die Ohren direkt reingesprochen, so dass sie sehr früh mit Stimmen in Kontakt kam und dadurch schnell das Hörverständnis erwerben konnte. Als Anna ca. halbes Jahr war, bekam sie ihre Hörgeräte und konnte auf diese Weise ihr bereits erworbenes Hörverständnis weiter entwickeln und kam in den hörenden Kindergarten. Dann später in die hörende Grundschule und anschließend aufs Gymnasium. Freilich hatte Anna auch ihre Probleme auf den hörenden Schulen, da sitzen wir alle Hörbehinderte eigentlich im gleichen Boot. Derzeit studiert sie Hörgeschädigten-Pädagogik, um Lehrerin für gehörlose/schwerhörige Kinder zu werden, mit Fachrichtung Musik. Sie spielt Klavier und gibt auch Klavierunterricht und das als Hörbehinderte und mit Hörgerät. Sie macht das echt hervorragend.

Für viele mag die Musik ein Widerspruch bei hörbehinderten Kindern zu sein, aber die Musik ist erst recht ganz besonders wichtig für die hörbehinderten Kinder, um ihr Gespür und Gefühl auch besser entwickeln zu lassen. Das ist wiederum ein ganz eigenes Thema für sich, worüber ich ganz sicher auch schreiben werde, zusammen mit Anna. Mal sehen…

Zusammengefasst möchte ich damit sagen, dass es bei den Hörbehinderten/Hörgeschädigten nicht ohne Gebärdensprache gehen kann (zum Beispiel meine Schwester Eva und ich selbst ebenso). Jedoch ist es sehr wichtig, dass die Hörbehinderten viel LESEN sollen, um den direkten Draht zur Sprache zu bekommen und zu behalten, was die Gebärdensprache nicht ersetzen kann. Auf diese Weise eignen sich die Hörbehinderten auch die Unabhängigkeit bzw. Selbstständigkeit in der Kommunikation mit anderen Mitmenschen an.

Film „Tauben der Lüfte“ auf Aktion Untertitel veröffentlicht

Noch nicht allzulange liegt das Interview von Judit Nothdurft mit mir her (siehe: Experteninterview November 2010)

Zu der letzten Frage verriet ich, dass ich im nächsten Filmprojekt als Bauchtänzerin zu sehen bin.

Jetzt ist es soweit – der Comedy-Film „Tauben der Lüfte“ ist nun zu sehen auf der Webseite http://www.aktion-untertitel.de (auf der Startseite bzw. Video-Übersicht)

© Christopher Buhr – aus dem Film „Tauben der Lüfte“

Ich freue mich über die Rückmeldung zu diesem Film! Falls die Hörenden/Hörgeschädigten unter uns dieses Video nicht ganz verstehen, sei es, weil es nur teiluntertitelt ist, oder sei es, weil man die Gebärden nicht versteht – Schießt los mit Fragen!

Wir Hörgeschädigten müssen ja auch ständig hinterher fragen, was gesagt wurde!

Nun wünsche ich viel Spaß beim Anschauen auf http://www.aktion-untertitel.de

😀