Wie fotografiert man gehörlose Menschen?

Wie fotografiert man gehörlose Menschen?

 

Besonders, wenn man deren Gehörlosigkeit sichtbar machen will? Wie geht das?

Per Gebärdensprache? Nein – denn auch Hörende gebärden, das fällt also weg. Oder?

Die Gehörlosigkeit bzw. Hörschädigung ist und bleibt unsichtbar. Was man dann in der Gesellschaft sieht, ist ein Mensch mit einem ratlosen Gesicht, der inmitten einer Diskussion mit mehr als zwei Menschen steht und nichts mitbekommt. Man kann nicht überall gleichzeitig hinschauen. Das wäre mal so ein Beispiel.

Mit den Hörgeräten und CI? Wenn man die abzieht, ist die Hörbehinderung wieder unsichtbar und mit langen Haaren sieht man die Geräte hinter den Ohren eh nicht. Und es gibt ja auch diese „unsichtbare“ Innenhörgeräte. Also fällt das auch weg, hmmmm…

Mit der Hand an der Ohr halten – ist ja auch nicht unbedingt etwas, der vom Hocker reißt. Und das machen Hörende ja auch, wenn sie für die Kampagne der Stiftung „Hear the World“ vor der Kamera stehen.

Habt Ihr dazu Beispiele? Wie könnte man das sichtbar machen?

Per Foto oder doch per Video, wenn z.B. der Hörende den Gehörlosen fragt: „Um wieviel Uhr fängt der Film an?“ und der Gehörlose komplett falsch versteht und so antwortet: „Ja, Sonntag“

Ich habe nämlich in der Suchmaschine eingegeben: „Gehörlose Menschen“ – und dazu die Bilder gesucht. Aber keinem sieht man die Hörschädigung an – wir sehen alle so herrlich „normal“ aus 🙂

Hmmmm, grübel…

 

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Gehörlosigkeit vs. Sinnlosigkeit

Ich wollte auf meinem Handy texten:

Ich kann aufgrund meiner #Gehörlosigkeit nicht telefonieren.

Heraus kam:

Ich kann aufgrund meiner #Sinnlosigkeit nicht telefonieren.

Ok, ein Sinn fehlt, da hat mein Handy auch Recht.

 

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Drei Buben und eine Taube

Drei Buben und eine Taube

Ja, was machen die drei Buben mit einer Taube? Geben sie sich Mühe, damit die Taube verstehen kann, was gesagt wird? Oder gaffen sie die Taube einfach so an? Wie sieht es da mit der Kommunikation aus? Was will die Taube denn eigentlich von den drei Buben? Sich von ihnen bewundern lassen? Ja, warum nicht??

Auf jeden Fall stehen die drei Buben erst mal nur wie baff und sprachlos (vielleicht auch sogar taubstumm?) da, nachdem sich eine Taube bei ihnen eingefunden hat.

Und sie lässt sogar den Taubenschlag und alle anderen (Turtel)Tauben im Stich… Na, was ist denn nur in die hübsche Taube gefahren?

Was meint Ihr dazu? Wie würdet Ihr die Körpersprache dieser Taube auslegen?

Schaut mal das Foto an: „Drei Buben und eine Taube

(Ein herzliches Dankeschön an meinen Schwager für dieses originelle Foto.)

Die taube und hörende Welt verdient bei Gehörlosblog eine Auflockerung der Lachmuskeln bei den sonst ernsten Themen rund um die Gehörlosigkeit / Hörschädigung und noch mehr ernsteren Themen wie Barrierefreiheit und Inklusion.

Also:

Lacht mal wieder! 😀

Und die Tauben gackern vergnüglich mit 😀

Das Leben ist schön und voller (tauben) Wunder.

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P.S.: Über die Tauben wird folgendes geschrieben:

„Im Gegensatz zu den meisten Vögeln saugen Tauben das Wasser auf.“

Haaah, das passt – Taube Menschen saugen selbst gierig Wasser Wissen auf (mit riesigen Pferdenüstern – so wie ich *gg*)

Schweden – was hat das mit gehörlos zu tun?

Schweden – was hat das mit gehörlos zu tun?

Sehr viel! Ich war als junges Mädchen so hellblond, dass die „Straßenkinder“, mit denen ich früher durch die Altstadt streifte (und auch so viel anstellte – ich war ein richtiger Wildfang),  mich immer mal wieder fragten:

„Bist du aus Schweden?“

Mir saß der Schalk hinter den Ohren und ich fragte, warum sie das wissen wollen – sie sagten, naja, meine Stimme klingt anders als ihre.

Schweden-Mädchen“ (Judith Göller am Kletterpfahl an der Spitze gegen Sommerhimmel zu sehen)

Da ich mir schon als Kind meiner Andersartigkeit voll bewusst war und wie lähmend das Wort „taub“ auf andere wirkte, so dass die Kommunikation durch die Unsicherheit total heruntergeschraubt wurde – log ich, bis sich die Balken bogen:

„Ja, ich komme aus Schweden – ich muss noch Deutsch lernen, ihr helft mir bitte dabei, ja?“

Wie rücksichtsvoll sie daraufhin mit mir waren! Sie brachten mir bei, wie man bestimmte Wörter richtig aussprach. Das war so traumhaft! Und wir spielten glücklich miteinander, wenn wir uns auf den Straßen in der Altstadt trafen. Meine Taubheit wurde von ihnen nicht bemerkt. Ich war mit meinen Augen so flink 🙂 Meine gehörlose Stimme wurde als Schweden-Akzent ausgelegt und ich wurde anderen Kindern als Schweden-Mädchen vorgestellt.

Ich wurde immer mal wieder als Ausländerin „abgestempelt“ (als Baby schon! Ich mutete arabisch an – aber das ist eine andere Geschichte und hat nichts mit meiner Gehörlosigkeit zu tun) – mal vermuteten sie bei mir die Holländerin, auch sogar Französin oder Italienerin, als ich älter wurde und meine Haare sich verdunkelten (weil ich den Buchstaben „H“ nicht aussprach).

Am meisten jedoch wurde ich als Schweden-Mädchen genannt.

Hin und wieder griff ich auch auf die Notlüge zu, dass ich an der Stimme krank sei und daher nicht so deutlich sprechen kann – immer mit dem Schalk in den Augen und der großen Unlust, über meine Gehörlosigkeit und die wichtigsten Aspekte herunterleiern zu müssen wie z.B. deutlicher sprechen, von den Lippen lesen und direkter Blickkontakt.

Aber im Ernst: Ich bin nur teilweise deutsch und gehörlos :-), natürlich mit dem gehörlosen Akzent in der Stimme – ah, und blond bin ich einfach gern, also helfe ich nach.

Euer Schweden-Mädchen *zwinker*

PS.: Hier „leiere“ ich aber ständig die wichtigen Aspekte der Gehörlosigkeit und deren Auswirkungen herunter und mir macht’s auch Spaß.

Gehörlosigkeit: Die Eingrenzung hängt zum Hals raus

Gehörlosigkeit: Die Eingrenzung Gehörlosigkeit hängt mir zum Hals raus

Deshalb habe ich eine neue Webseite www.judithgoeller.com aufgefädelt, auf der ich auch meine komplett andere Interessen einbringen kann, die nichts mit der Thematik Gehörlosigkeit zu tun haben. So kann ich mich besser „austoben“ neben meinem Gehörlosblog mit dem speziellen Thema Gehörlosigkeit.

Gleichzeitig dient mir diese auch als eine bessere Vernetzung über den Tellerrand hinaus.

Ich bestehe ja nicht nur aus Gehörlosigkeit, sondern bin in erster Linie ein Mensch, eben die Judith Göller. Ich habe vielseitige Interessen und nicht nur die Gehörlosigkeit im Blick. Und ich weiß, dass es vielen Hörgeschädigten ebenso ergeht. Und das will ich auf meiner neuen Webseite einbringen und mit euch allen dort vernetzen – mit euren Namen!

Jeder von uns ist ein „WER“ – mitsamt seinen Fähigkeiten, Stärken und starken Willen.

Mit oder ohne Gehörlosigkeit!

Damit ihr nicht etwas missversteht: Mein Gehörlosblog ist mir wichtig, sozusagen „mein Kind“, das ich liebe und immer pflege und mit neuem Stoff versorge – aber meine Person besteht eben nicht nur aus Gehörlosigkeit und ich schaue schon immer gerne über den Tellerrand hinaus, um meinen Horizont zu erweitern.

Gehörlosblog-Bild mit Botschaft

Fällt euch was auf an diesem Bild, das ich in meiner Jugendzeit gemalt habe? Ich weiß, mein Bild ist überhaupt nicht perfekt, aber das ist hier nicht so wichtig.

Wichtig ist die Botschaft, die ich ins Bild hineinmalte.

Schreibt es bitte ins Kommentarfeld herein.

So, nun hier das Bild:

Habt ihr die Botschaft gefunden? 😀

Wollen Schwerhörige in der Nacht überhaupt hören?

Diese (lustige) Frage hat der Phonak-Firmengründer Andy Rihs auf Kosten seiner eigenen Firma in den Raum geworfen, als ein Phonak-Experte ein neues Hörgerät vorstellte, das 24 Stunden am Tag tief im Gehörgang sitzt und Schwerhörige dadurch plötzlich auch in der Nacht wieder hören können. Sein Originalzitat: «Die Frage ist jetzt, ob die das überhaupt wollen.»

Wollt Ihr, liebe Hörgeschädigte, in der Nacht hören beim Schlafen?

Ich sicher nicht – ich bin ja CI-Trägerin, aber in der Nacht genieße ich wirklich diese Stille – da kann eine Bombe einschlagen, ich würde nichts merken, so tief und fest schlafe ich dank der Stille durch meine Hörschädigung!

Und Ihr? Ich freu mich hier auf Antworten!

Quellennachweis:

(Rechts ist der Phonak-Firmengründer Andy Rihs bei der Einweihung des neuen Phonak-Gebäudes )

http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/rechtes-ufer/Magistrales-Lob-fuer-Staefner-Hoergeraetefabrik-/story/11953549