Gehörlose Stimme – ein Instrument für sich selbst in Bezug auf Emotionen

Wenn ich spreche, dann spreche ich… 😉

Beim Sprechen habe ich in Sachen Emotionen allerdings fast keinen Einfluß auf meine Stimme. Bin ich freudig erregt, merkt man es meiner Stimme sofort an. Bin ich aufgeregt, verärgert, traurig, glücklich, genervt usw., merkt man es meiner Stimme auch sofort an.

Die Stimme ist für mich ein eigenes Instrument, worauf ich kaum einen Einfluss habe, wenn es um Emotionen geht.

Die Hörenden kriegen es hin, dass man ihnen die Emotionen nicht immer anhört, wenn sie es nicht wollen. Sie kriegen es hin, die Stimme neutral klingen zu lassen. Oder irre ich mich? Wenn ja, schreibt mir bitte ein Kommentar 🙂

Bei Gehörlosen ist dies jedoch nicht der Fall – jede Emotion färbt sich auf die Stimme ab und wir Gehörlosen haben keinen Einfluß darauf, die Emotionen zu „verstecken“. Wir können es einfach nicht, da uns ja das Gehör dazu fehlt.

Wenn man den Gehörlosen die Emotionen anhört, bedeutet es nicht gleich, dass die Gehörlosen wollen, man solle wissen, was der Gehörlose gerade fühlt. Der Gehörlose wird durch die eigene Stimme bloßgestellt. Das ist nicht immer angenehm für ihn selbst.

Die gehörlose Stimme, das ist ein Instrument für sich alleine. Die Stimme – das Instrument – will beherrscht sein, ist jedoch unweigerlich mit den Emotionen verbunden. Hier fehlt den Gehörlosen die „Privatsphäre“, die Zügel über ihre eigene Stimme.

Die gehörlose Stimme folgt den eigenen Regeln, nicht den Regeln des gehörlosen Menschen. Hier fehlt der Einfluss durch das Gehör.

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