Was die Gehörlosen mit Hasen gemeinsam haben?

Diese obige Frage stellte ich in meinem Bericht „Was haben Gehörlose mit den Hasen gemeinsam?

Über die Kommentare freute ich mich sehr! Alles richtig beantwortet: Die Hasen klopfen mit Hinterpfoten und die Gehörlosen klopfen mit Händen auf den Tisch. Damit ziehen sie die Aufmerksamkeit auf sich. Sei es bei Hasen die Warnung vor der nahen Gefahr und bei den Gehörlosen die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Ich habe mich darüber amüsiert.

Doch nun hier die versprochene Geschichte:

Mein Bruder, hörend, besuchte uns mit seiner lieben hörenden Freundin für einige Tage. Wenn wir am Tisch zusammensaßen und uns unterhielten, da klopfte ich immer wieder auf den Tisch, damit meine jüngere Schwester Eva auf mich aufmerksam wurde und ich ihr sagen konnte, was gerade gesprochen wurde. Meine jüngste (schwerhörige) Schwester Anna machte das Eva zuliebe genauso.

Jedes Mal, wenn wir auf den Tisch klopften, erschrak die Freundin meines Bruders… Irgendwann fragte sie mich, warum wir so laut sind und ständig auf den Tisch klopften. Es war für sie total ungewohnt, dass es bei uns ziemlich laut zuging am Tisch.

Bei ihrer Frage merkte ich deutlich, dass dies alles für sie so fremd und zum Erschrecken 😀 war. Eine eigene Welt für sich, in der mein Bruder mit uns drei gehörlosen Schwestern lebte. Dass sie so oft erschrak, war einfach diese ungewohnte Lage.

Ähnliche Beiträge

  • Gerdas Film-Besprechung „Wir sehen voneinander“

    Meine Freundin Gerda Reinhard hat eine Film-Besprechung über den Dokumentarfilm „Wir sehen voneinander“ geschrieben. Es ist ein sehr lesen- und sehenswerter Bericht. Schauen Sie sich auch den Filmchen an von ihrer gehörlosen Nichte Demi (mit CI), wie sie zur Musik tanzt – richtig goldig! Den Dokumentarfilm werde ich mir auch unbedingt ansehen. Viel Spaß beim…

  • Wie man mit der Gebärdensprache das Fürchten lehrt

    Wie man mit der Gebärdensprache das Fürchten lehrt   Dass man mit der Gebärdensprache das Fürchten lehren kann, dieses Vergnügen hatte ich bereits als Kind. Ich musste allein in die Umkleidekabine gehen. Da mir die Umkleidekabine ohne meine Mutter so groß vorkam  (und ich war so winzig :-D), kam ich mir dort verloren vor. Um…

  • Freundlichkeit ist eine Sprache, …

    …, die Taube hören und Blinde lesen können. Auf dieses Sprichwort (vom amerikanischen Autor Mark Twain) bin ich grad eben gestoßen, als ich eine Broschüre auf die Schnelle durchblätterte. Das passt auch genau zu dem Bericht „Gesichtsausdruck – für Gehörlose oft mit Missverständnissen verbunden“, das ich vor diesem Bericht geschrieben habe 🙂 Ich kann mich…

  • Zorn bei Gehörlosen

    Ich stellte fest, dass viele von den Gehörlosen einen Zorn in sich tragen. Auch ich trage diesen Zorn in mir und erkenne den Zorn in anderen Gehörlosen. Es ist nicht der Zorn auf andere, eher auf sich selbst, auf die eigene Gehörlosigkeit gerichtet. Es gibt so viele Situationen, in denen die Gehörlosen einen emotionalen Stress…

  • Lippenlesen für Menschen ohne Stimmen

    Im BILD stand der folgende Spruch: „Die Stimme eines Menschen ist seine stärkste Waffe.“ Es gibt allerdings Menschen, die ihre Stimmen verlieren. Damit meine ich jedoch nicht die Politik, sondern die menschliche Würde. In diesem Zusammenhang berichte ich über meine wertvolle Erfahrung, die ich vor einigen Tagen machte. Ich bekam über mein Blog eine Mail…

  • Noch mehr kostenlose Hörbücher über Internet – Thema Krimi

    Vorhin bekam ich einen interessanten Kommentar geschickt über die Hörbücher: Unter www.krimikiosk.de kann man kostenlos mehrteilige Hörbuch-Krimis im Podcast-Format (eine Art Internet-Radio) als MP3 Datei herunterladen. Die einzelnen Teile sind etwa 15-30 Minuten lang. Allerdings weiß die Betreiberin Frau Petra Weber nicht, ob die Stimmqualität für diese besonderen Bedürfnisse geeignet ist. Sie würde sich sehr…

3 Kommentare

  1. eine tolle geschichte aus dem leben. werde heute abend beim Gebärdenstammtisch erzählen, aber erst die frage stellen 😉

  2. Als Hörender braucht man eine gewisse Zeit, bis solche Dinge wie „Auf den Tisch klopfen“ oder „stampfen“ zur Normalität werden.
    Aber man gewöhnt sich schnell dran, sofern man sich damit auseinander setzt…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert