Was die Gehörlosen mit Hasen gemeinsam haben?

Diese obige Frage stellte ich in meinem Bericht „Was haben Gehörlose mit den Hasen gemeinsam?“

Über die Kommentare freute ich mich sehr! Alles richtig beantwortet: Die Hasen klopfen mit Hinterpfoten und die Gehörlosen klopfen mit Händen auf den Tisch. Damit ziehen sie die Aufmerksamkeit auf sich. Sei es bei Hasen die Warnung vor der nahen Gefahr und bei den Gehörlosen die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Ich habe mich darüber amüsiert.

Doch nun hier die versprochene Geschichte:

Mein Bruder, hörend, besuchte uns mit seiner lieben hörenden Freundin für einige Tage. Wenn wir am Tisch zusammensaßen und uns unterhielten, da klopfte ich immer wieder auf den Tisch, damit meine jüngere Schwester Eva auf mich aufmerksam wurde und ich ihr sagen konnte, was gerade gesprochen wurde. Meine jüngste (schwerhörige) Schwester Anna machte das Eva zuliebe genauso.

Jedes Mal, wenn wir auf den Tisch klopften, erschrak die Freundin meines Bruders… Irgendwann fragte sie mich, warum wir so laut sind und ständig auf den Tisch klopften. Es war für sie total ungewohnt, dass es bei uns ziemlich laut zuging am Tisch.

Bei ihrer Frage merkte ich deutlich, dass dies alles für sie so fremd und zum Erschrecken 😀 war. Eine eigene Welt für sich, in der mein Bruder mit uns drei gehörlosen Schwestern lebte. Dass sie so oft erschrak, war einfach diese ungewohnte Lage.

Ähnliche Beiträge

  • Wie heißen die Gehörlosen?

    Bei uns Gehörlosen gibt es ein gravierendes Problem: Namen Wenn wir uns unterhalten, rufen wir uns nicht zu. Stattdessen gehen wir direkt zu der betreffenden Gehörlosen, mit denen wir uns unterhalten wollen. Wir tippen auf die Schulter, um die Aufmerksamkeit auf uns zu lenken. Oder durch Winken, oder durch das Klopfen auf dem Tisch. Oder…

  • Gehoerlosblog: ein herzliches Willkommen im Jahre 2008

    Allen lieben Gehoerlosblog-Leser und -Leserinnen wünsche ich ein herzliches Willkommen im Jahr 2008. Seid und bleibt gesund! Habt Ihr auch wunderschöne Silvesterfeier gehabt? Neue Vorsätze gemacht? Und/oder auch Wünsche und Ziele geschmiedet, die Ihr im Jahre 2008 verwirklichen wollt? Eure Gehoerlosblog-Bloggerin Judith Göller

  • Blitzlicht auf rotem Teppich

    Blitzlicht auf rotem Teppich Warum will ich nicht auf dem roten Teppich stehen? Weil ich das schon die ganze Zeit unbeabsichtigt gemacht habe. Jeden Morgen, um genauer zu sein, wenn ich mit Blitzlichtgewitter geweckt wurde. Dank dem Blitzlichtwecker. Das war schrecklich für mich. Die ganze Verblendung jeden Morgen beim Aufstehen. Ich hatte einen richtig brutalen…

  • CI-Selbsthilfegruppe-Neustadt-Blog ins Gehörlosblog integriert

    CI-Selbsthilfegruppe-Neustadt-Blog   Das Blog für die Selbsthilfegruppe Cochlea Implant Neustadt – Pfalz wurde ins Gehörlosblog integriert. Jeder neue Beitrag für die Selbsthilfegruppe wird ab sofort mit der Kategorie „Selbsthilfegruppe Cochlea Implant Neustadt – Pfalz“ veröffentlicht. Für ältere Beiträge vom CI-Selbsthilfegruppe-Neustadt-Blog steht das Suchfeld zur Verfügung 🙂   Drücke auf den “Gefällt mir”-Knopf für Facebook, wenn dich…

  • Untertitel-Landschaft in Deutschland: Erbärmlich!

    Also TV ausgeschaltet, meine Zeit war mir einfach zu schade darum, mir Sendungen anzusehen, bei denen ich nur blöd dreingucke! Weil es kein Untertitel gibt! Ich kann nur noch sagen: Richtig erbärmlich ist die Untertitel-Versorgung in Deutschland! Hier will ich auf das wichtige Interview meiner Blog-Kollegin Julia Probst hinweisen: „Auch Hörende haben eine Behinderung“ (Eine…

  • Eine harte Welt bei den Hörenden

    Mit Mittlere Reife in der Tasche begann ich meine Ausbildung als Industriekauffrau. Von der Gehörlosenschule „gut beschützt“ hinaus in die hörende Welt war für mich eine große Umstellung gewesen: 1.) Die Gehörlosenlehrer verstanden mich – die Hörenden, die mit Gehörlosen nichts zu tun hatten, verstanden mich nicht oder kaum. 2.) Ich stellte fest, dass mein…

3 Kommentare

  1. eine tolle geschichte aus dem leben. werde heute abend beim Gebärdenstammtisch erzählen, aber erst die frage stellen 😉

  2. Als Hörender braucht man eine gewisse Zeit, bis solche Dinge wie „Auf den Tisch klopfen“ oder „stampfen“ zur Normalität werden.
    Aber man gewöhnt sich schnell dran, sofern man sich damit auseinander setzt…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert