2. CI-Tag am 10. Juni 2006 – deutschlandweit

3. April 2006

Hier mehr Infos über den 2. CI-Tag

An diesem Infotag gibt es in ganz Deutschland in großen Städten viele Aktionen und Informationen nach dem Motto:

“Taub und trotzdem hören”

Das Cochlea Implantat an sich selbst ist ein Wunder der Menschen, denen die Hörgeschädigten am Herzen liegt, um ihnen das Gehör zu geben.

Das Hören selbst ist für Hörgeschädigte einer der 5 Sinne, die ihn neu oder wieder erlernen, je nach Schwere der Vorgeschichte. Ein Ertaubter, der sich das Cochlea Implantat einpflanzen lässt, hat es meist leichter als ein von Geburt an gehörloser Erwachsener, über das Gehör zu verstehen. Der von Geburt an Gehörlose muss mit dem Hören von Null auf anfangen.

Im Klartext: Das Cochlea Implantat ist ein Segen für viele hörgeschädigte Menschen. An der Verständigung über das Hören muss gearbeitet werden.

Es ist nicht so, dass man nach der Operation gleich alles hört und versteht. Das Wunder Hören kommt erst später. Das Cochlea Implantat ist eine Prothese, und der Umgang mit einer Prothese will gelernt sein, bevor man mit ihm flexibel wird.

Ein Mensch, dem ein Beinprothese angepasst wird, kann ja auch nicht von heute auf morgen mit der Prothese laufen. Genauso ist dies mit der Hörprothese. Es braucht seine Zeit. Bei einem langsam, bei einem schnell, je nach Vorgeschichte und Psyche.

Taub geborene Kinder, denen das Cochlea Implantat früh eingepflanzt wurde, haben es leichter als gehörlose Erwachsene mit Cochlea Implantat, da das Hören lernen in die Sprachentwicklung integriert wird.

Lindenstraße, Gabi Zenker und Cochlea Implantat

2. April 2006

Viele von Euch gucken die Fernsehsendung “Lindenstraße” und kennen mit Sicherheit die “Gabi Zenker”, dargestellt von Andrea Spatzek. Diese hat in der Sendung gerade eine Cochlea-Implantat-Operation hinter sich gebracht…

Mit dieser “Gabi” habe ich einige Gemeinsamkeiten: Erstens wohnte ich auch mal in der Lindenstraße (allerdings nicht dort, wo die Sendung gedreht wird *schmunzel*) und habe seit Sommer 2003 ein Cochlea Implantat.

Im Unterschied zu der “unfallbedingt ertaubten Gabi” bin ich jedoch von Geburt an gehörlos und habe mich nach 32 Jahren Gehörlosigkeit operieren lassen. Nach der Operation hatte ich auch mit dem Schwindel zu kämpfen, genau wie die “Gabi” in der “Lindenstraße”.

Ich sehe hier ganz deutlich, dass die Lindenstraßen-Macher sehr gut recherchieren bezüglich diesen Themen Ertaubung und Cochlea Implantat und die Recherchen in die Serie Lindenstraße mit einfließen lassen.

Hierzu muss ich mein Kompliment aussprechen. Auch, dass “Gabi Zenker” die Ertaubung beeindruckend darstellt!

Allerdings ist und bleibt es eine Serie. Denn die Zeit ist hier sozusagen knapp, um die Geschichte voranzutreiben. Wieso kann “Gabi Zenker” z.B. so schnell die Gebärden verstehen und vom Mund ablesen?

Und dass die Mitmenschen alle plötzlich gebärden können, ist auch etwas merkwürdig.

Also nicht ganz realistisch dargestellt, aber es geht mir hier gar nicht darum, die Sendung zu kritisieren. Eher lobe ich diese “Soap-Serie”, all diese Recherche… Es ist gar nicht so einfach, all das in eine Serie einzubringen und alles zu bedenken.

Wer mehr über das Cochlea Implantat (abgekürzt: CI) wissen will, kann hier nachsehen:
http://www.schnecke-ci.de