Vor meiner CochleaImplantat-Zeit – Teil 2

Also fuhr ich zum CI-Infotag. Das war im März 2003.

Dort angekommen, sah ich um mich herum viele Info-Stände, Cochlea-Implantate sowie Cochlea-Implantat-Sprachprozessoren von verschiedenen Firmen, Informationsbroschüren. Ich schaute mich um, neugierig, was es alles gab.

Dort traf ich auch Leute an, die ich von früher kannte. Einen Bekannten sah ich telefonieren. Ich dachte, ich träume? Telefonierte dieser wirklich grad? Ich konnte es einfach nicht glauben. Als er mit dem Telefonat fertig wurde, sprach ich ihn darauf an. Er freute sich, mich wieder zu sehen.

Dann fragte ich ihn über seine Erfahrungen mit seinen Cochlea-Implantaten. Unter anderem erfuhr ich, dass er sich erst mit 47 Jahren (so genau weiß ich es nicht mehr?) operieren ließ. Ein reger Austausch fand dann statt, als noch einige Leute zu uns stießen…

Ich sah an den Ohren meines Bekannten gar nichts an, dass er Geräte anhatte. Und auch nicht mal Ohrpassstücke. Ich fragte ihn, ob er mir seinen Sprachprozessor zeigen würde. Er bejahte und gab mir sein Gerät. Dann fragte ich ihn, ob er denn keine Ohrpassstücke dazu trägt. Er sagte, nein, das bräuchte man nur, wenn man intensiven Sport macht, damit das Gerät auch fester sitzt. Aha…

Ich überlegte mir, das wäre doch ideal für mich, so könnte ich wieder hören und muss gleichzeitig keine Ohrpassstücke mehr anziehen, auf die meine Ohren allergisch reagieren.

Ich hätte eh nichts zu verlieren.

Ich bat meinen Bekannten, mir zu sagen, wo er operiert wurde. Er wurde im Kopfklinik Würzburg operiert.

Nach meiner Überlegung, dass ich nichts zu verlieren hätte, wurde ich neugierig darauf, wie sich das wohl anfühlt mit dem Hören… Ich bat den Bekannten kurzerhand, für mich bitte einen Termin in der Kopfklinik Würzburg auszumachen und gab ihm meine Kontaktdaten.

Ich wusste schon von früher, dass die Kopfklinik Würzburg einer der besten von ganz Europa ist, daher mein schneller Entschluss für einen Termin dort.

Gesagt, getan, er tat es für mich… Allerdings musste ich schon von vorne herein bedenken, dass meine Geschichte sich grundlegend von seiner unterschied, er ertaubte erst mit 7 Jahren. Ich hingegen bin von Geburt an gehörlos. Es kam also auch auf die Vorgeschichte an bei Erwachsenen.

Im nächsten Bericht schreibe ich von der Weitergabe der Infos an eine ertaubte Freundin und die Wahrnehmung des Termins in Würzburg…

Ähnliche Beiträge

  • Gebärden-Handschuh für Gehörlose

    Die Studenden an der Hochschule Magdeburg-Stendal entwickelten den Gebärden-Handschuh, mit dem die Gebärdensprache lesbar gemacht wird.  Gedacht ist dieses Gebärden-Handschuh für Gehörlose, die nur mit der Gebärdensprache kommunizieren. Der Gebärden-Handschuh sieht erst mal abschreckend aus, aber wenn man genauer hinschaut, sieht man Dutzende von Kabeln kreuz und quer zu einer Metallplatte, die fast hinter dem…

  • Auf rechtem Ohr taub für Komplimente?

    Wenn das wirklich so ist, dann bitte ab sofort die Komplimente auf der linken Ohrenseite machen! Oder auf der linken Augenseite – bei Hörgeschädigten! Links sollen schöne Worte besser ankommen – das haben amerikanische Wissenschaftler angeblich herausgefunden. Ich werde es selber mal testen *zwinker* Doch hier mehr zu dieser Studie – amüsant zum Lesen (am…

  • Gedicht „Das Herz“

    Das Herz, das ist das Zentrum von Körper und Seele.Auf das Herz kann man sich verlassen, denn es lenkt uns mit Gefühlen. Nur nicht verzagen, jeder muss da durch. Ein Herz, das hat und braucht jeder Mensch. Ein Herz, das muss verstanden werden und braucht die Liebe, um den anderen lieben zu können. Ein Herz,…

  • Lebensfreude und Elan

    Nun habe ich wieder ein schönes Foto gefunden, aus dem die Lebensfreude und Elan der spontan tanzenden Moderatorin Vanessa Minnillo – einfach sehr schön – zu sehen ist: (aus der Zeitschrift „In Touch“, Ausgabe Nr. 04 v. 21. Januar 2010)

  • Bequem oder einfach nur unsicher?

    Einer meiner Söhne wurde mitten in der Nacht sehr krank. So musste ich mit meinem Kind zum Notarzt fahren, um Hilfe zu bekommen. Ich bat meine Mutter, mich dabei zu begleiten, weil ich Auto fahren musste zur Notfall-Zentrale und sie meinen Sohn Trost zusprechen solle wegen seinen Schmerzen. In der Notfall-Zentrale wurden wir schnell angenommen….

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert