Tag der Gehörlosen am 25.09.2016

Tag der Gehörlosen am 25.09.2016

Ich stellte aufgrund meiner Beobachtungen fest, dass in der Presse darüber folgendes berichtet wird:

Die Gehörlosenverbände nutzen den Tag der Gehörlosen, um für die Gebärdensprache zu werben.

Hier ein Beispiel davon:

Beschreibung Tag der Gehörlosen 2016
Tag der Gehörlosen 2016

Quelle: Kleiner Kalender – Tag der Gehörlosen 2016

Gut und okay mit Werben… Aber als Gehörlose kann ich sagen: Es gibt noch viel mehr als nur den Tag der Gehörlosen. Es gibt viel mehr als nur die Gebärdensprache. Es gibt viel mehr als nur die Situationen.

Ich habe mir den Kopf zermartert, wem ich diesen Beitrag am Tag der Gehörlosen widmen möchte. Ich habe jedoch gemerkt: Das geht in diesem Beitrag gar nicht, denn ich widme diesen Beitrag gleich allen Gehörlosen, Schwerhörigen, Taubblinden, Resthörigen, CI-Trägern und Hörenden!

Es gibt sooooviele beeindruckende Persönlichkeiten unter den Gehörlosen, dass jeder Einzelne von ihnen einen eigenen Beitrag verdient. Ebenso gibt es soviele interessante Projekte in der Gehörlosen-Gesellschaft („Deaf-Community“).

Der Stoff für den Gehörlosblog wird also nie versiegen 🙂 Darüber mache ich mir überhaupt keine Sorgen. Ich wurde mehrmals gefragt, ob ich aus dem Gehörlosblog ein Buch machen wolle… Klar will ich das machen, aber nur, wenn ich über mehr gehörlose Persönlichkeiten gebloggt habe. Ich möchte einfach nicht allein im Boot sitzen, denn Ihr seid alle ein Teil meines Gehörlosblogs und gehört deshalb mit ins Boot!

Worüber ich mir eher Sorgen machen würde, ist: Reicht meine Zeit zum Bloggen? *zwinker* Aber selbst diese Sorge ist überflüssig, denn ich nehme mir die Zeit zum Bloggen bzw. Schreiben PUNKT und fertig.

Stellt Euch vor: Ich habe mein Blog im März 2006 auf die Beine gestellt und mein Blog ist immer noch da im „zarten“ Alter von 10 Jahren und 6 Monaten. Mir wurde prophezeit, ich würde mein Blog nach einer gewissen Zeit einschlafen lassen, wie es halt üblich sei in der Gehörlosenwelt. Mein 10-jähriges Jubiläum habe ich vor lauter Liebe und Leidenschaft zum Schreiben komplett verpasst 😀

Ich habe soviel Respekt vor vielen Gehörlosen und staune jedes Mal über die Vielfalt und die Möglichkeiten, wie wir Gehörlose leben, und zwar in jedem Bereich. Angefangen mit dem Buchstaben A wie Anwalt bis zum Z wie Zauberer… Die Gehörlosen sind in jedem Bereich vertreten!

Ich lese sehr gerne Geschichten von Gehörlosen, höre den Gehörlosen sehr gerne zu, wenn sie mir ihre Geschichte erzählen. Ich gebe die Geschichten mit deren Einverständnis gerne im Gehörlosblog weiter.

Durch das Internet habe ich noch viel mehr Zugang zu den Gehörlosen weltweit bekommen und da gibt es Dutzende Videos von Gehörlosen, die sehenswert sind und mir wichtige Inspirationen liefern.

Ah, noch etwas enorm wichtiges! Ich habe meinen 1. Sohn (hörend) gefragt, was unbedingt in diesem Blogbeitrag zum Tag der Gehörlosen erwähnt werden soll. Seine Antwort: „Untertitel!“ – stimmt! Die Untertitelung ist für uns so wichtig, vor allem im informativen Bereich. Wir wollen gerne leichteren Zugang zu den Informationen bekommen, statt wie die Esel hinterher laufen zu müssen.

In diesem Sinne, alles Gute zum Tag der Gehörlosen 2016! (Wir sind aber nicht nur an diesem Tag taub…!)

Eure Gehörlosbloggerin

Gehörlosbloggerin als gehörlose Mama

Gehörlosbloggerin als gehörlose Mama

 

Ich habe in meinem Gehörlosblog so gut wie nie über mich als taube Mama gebloggt. Ich machte dennoch eine Ausnahme und zwar mittels einem Gastbeitrag im „Stadt Land Mama – Das Blog-Magazin für überalle Eltern“.

Wer sich dafür interessiert, was ich als gehörlose Mama schrieb bzw. bloggte, kommt hier zu meinen Gastbeitrag: „Mein Leben als gehörlose Mama“.

 

Gastbeitrag- Mein Leben als gehörlose Mama - STADT LAND MAMA
Gastbeitrag- Mein Leben als gehörlose Mama – STADT LAND MAMA

 

Der Anlass zu diesem Gastbeitrag war der Kinofilm „Verstehen Sie die Béliers“, weshalb die Blogmütter Lisa und Katharina innerhalb der Blogwelt nach einer gehörlosen Mutter suchten und bei mir fündig wurden. So sagte ich als Gehörlosbloggerin deshalb gerne JA zu diesem Gastbeitrag als gehörlose Mama. Ich beschrieb mich als gehörlose Mama und meinen Familienalltag anhand einiger Beispiele, was mir hoffentlich gelungen ist 🙂

Das alles ist im Gastbeitrag zu lesen: „Mein Leben als gehörlose Mama“.

 

Eure Gehörlosbloggerin

Gehörlos, na und? in www.ZEIT.de

Ich wünsche euch allen und euren Familien + Freunden noch einen restlichen schönen Ostersonntag und für morgen einen schönen Ostermontag – egal, wie das Wetter auch sein mag (der April, der macht, was er will).

Gehörlos, na und? in www.ZEIT.de

Hey Ihr Lieben, Eure Gehörlosbloggerin wurde von der Journalistin Hanna Link für ZEIT online interviewed.

Ich würde mich hier sehr über Kommentare zum Interview-Porträt „Gehörlos, na und?“ freuen 🙂

Gehörlos und lustig

Im Artikel steht in einigen Absätzen nur mein Nachname. Ich weiß, es ist üblich in den Zeitungen – trotzdem, ich finde es komisch und lustig zugleich 😀

Hier geht es direkt zum Artikel Gehörlos, na und?:

Zeit Online – Gehörlos, na und?

Gehörlosblog – EU: neues Blog rund um die EU-Politik speziell für Hörgeschädigte

Gehörlosblog – EU: neues Blog rund um die EU-Politik speziell für Hörgeschädigte

Ich stelle mein neues Blog Gehörlosblog – EU vor. Dort wird alles von A bis Z gesammelt und gepostet, was in der EU-Politik für die Hörgeschädigten passiert.

Einige freie Autoren – die (noch) anonym bleiben wollen – sitzen mit mir im Boot für das Gehörlosblog – EU, worüber ich sehr erfreut bin 🙂

Ich persönlich bin kein Politik-Mensch, interessiere mich aber – als Gehörlosbloggerin und Untertitelaktivistin – sowieso, was da alles von und für Hörgeschädigte gemacht wird. Aus dem Grund habe ich den Blog Gehörlosblog – EU aufgestellt und nach gründlicher Vorbereitung und Einarbeitung endlich freigeschaltet.

Gehörlosblog – EU – Webseite (klicken)

Ich freue mich sehr, wenn das Gehörlosblog – EU einigen von Euch gefällt, und weiter empfohlen wird.

Diese saubere Trennung zwischen dem Gehörlosblog und dem Gehörlosblog – EU ist mir wichtig.

Im Gehörlosblog bleibe ich meinem Stil treu und ihr glaubt oft gar nicht, dass es eine große Herausforderung ist, komplexe Dinge in die „Volkssprache“ umzusetzen. Mit Fremdwörtern um sich herumschlagen, das kann jeder (und das ist in der Politik leider viel zu oft der Fall – auf Gehörlosblog – EU könnt Ihr viele Fremdwörter nachzählen!). Aber komplexe Dinge so einfach und klar darzubringen, das ist meine Herausforderung mit meinen kleinen Blog-Beiträgen/Geschichten hier!

Ich möchte mit dem Gehörlosblog hauptsächlich den Hörenden zu AHA-Effekten verhelfen. Denn Hörende können sich im Grunde genommen überhaupt nicht in uns Hörgeschädigte hineinversetzen – und es sind immer noch so viele unwissend. Die Hörenden benötigen wirklich eine „Anleitung“, um zu wissen, wie sie mit der Person mit unsichtbarer Behinderung am besten umgehen können.

Gehörlosblog – EU und die Barrierefreiheit

Die Barrierefreiheit wird derzeit in der Politik groß geschrieben, sofern sie nicht von anderen wichtigen Dingen abgelenkt wird. Nur stelle ich in meinen Beobachtungen fest, dass die Barrierefreiheit mitsamt ihren vielen Fremdwörtern wie Integration und Inklusion sich so gut wie gar nicht umsetzen lässt, trotz der lauten harschen Kritiken. Warum? Das Volk versteht nicht die Sprache der Politik, weil hier alles verkompliziert wird. Und das kann ich mit dem Gehörlosblog – EU gut aufzeigen 🙂

Hier wird vollkommen vergessen, dass per Gesetz gleichzeitig ein Zwang ausgeübt wird und dem haben sich die Menschen schon immer widerstrebt.

Das kann ich als Mutter schon bei den Kindern sehen: Die Kinder wollen nicht MÜSSEN, die Kinder wollen DÜRFEN – und das ist bei Erwachsenen genauso – und in der Politik lässt sich das gleiche Phänomen beobachten.

Ich schaffe es einfach nicht, die Menschen so harsch zu kritisieren und vor dem Kopf zu stoßen, wie es manche meiner Blog-KollegInnen machen. Das ist einfach nicht mein Ding und das überlasse ich gerne anderen. Was ich eher mache, ist zu beobachten und festzustellen, wie so manches besser funktionieren könnte. Für manches habe ich selbst keine Lösung parat oder irre mich, wie es bei uns Menschen so typisch ist.

Und so beobachte ich besonders bei der Barrierefreiheit, wie sich hier bestimmte Personen in den Vordergrund bringen wollen und FORDERN, FORDERN, FORDERN.  Dieses Wort „Fordern“ sowie die Provokation – erinnern wir uns hier alle doch besser an einen guten Spruch, der uns alle – jeden einzelnen – betrifft:

Erst muss, bevor die Welt sich ändern kann,
der Mensch sich ändern.

– Bertolt Brecht-

Dieser Spruch betrifft jeden einzelnen Menschen. Nicht die Politik, die MENSCHEN!!!

Ich weiß, wovon ich spreche. Ich war in meiner Jugendzeit viele Jahre bei den Pfadfinderinnen, dort trafen sich immer „Nichtbehinderte“ und „Behinderte“ und es wurde schon das Thema Barrierefreiheit angesprochen und in der unmittelbaren Umgebung auch umgesetzt – und das war vor 30 Jahren, sage und schreibe DREIßIG Jahren. Verborgen in der Weltgeschichte. Die Wunder geschehen im Kleinen, nicht in der Weltgeschichte.

Sprechen wir mit den Menschen – mit Liebe und Leidenschaft -, zeigen ihnen unsere Perspektive auf, bis sie erkennen und von sich aus bereit sind, dies auch zu ändern. Ihnen bewusst zu machen, dass es auch ihnen zugute kommt. Und das fängt eben mitten im Volk an, bei jedem einzelnen. Mit Kritik erreicht man nur eine Abwehr-Haltung.

Mit dem Gehörlosblog – EU wird alles gepostet und gesammelt und ich beobachte 🙂

Hier geht’s zum Gehörlosblog – EU: www.gehoerlosblog.de/eu

Blogger-Gewinnspiel Mobile Awards 2011 – genial

Blogger-Gewinnspiel Mobile Awards 2011 – genial

Da ich bei den Gewinnspielen schon öfter Glück hatte und mich durchaus als Glückskind nennen darf, mache ich mit bei diesem Blogger-Gewinnspiel:

http://www.netbooknews.de/57277/mobile-awards-2011-preise-im-gesamtwert-von-ueber-2500-euro-zu-gewinnen/

Blogger-Gewinnspiel – was gibt es da zu gewinnen?

Da gibt es für uns Blogger die tolle Buffalo CloudStation Duo zu gewinnen, mit denen die Daten top gesichert / geschützt werden können! Diese wird gesponsert von http://www.buffalo-technology.com/home/ (Ohne diese gäbe es das Gewinnspiel wohl nicht!).

Das kann ich mit meinen wertvollen Daten für meine Blogging- und Webmaster-Arbeit sowie für die Lippendolmetscher-Agentur, in der wir die besten Lippenleser Deutschlands vermitteln, sehr gut gebrauchen!

Da ist es von selbst zu verstehen, wie wichtig die Backups für mich sind und dass dieser Gewinn sich top dafür eignet.

Dieses geniale Blogger-Gewinnspiel von Sascha Pallenberg empfehle ich meinen Blogger-Kollegen weiter!

Toi, toi, toi 🙂 beim Blogger-Gewinnspiel – nur wer mitmacht, hat die Chance zu gewinnen.

Das bringt mich auf die Idee, auch selbst so ein Blogger-Gewinnspiel auf die Beine zu stellen. Wer von meinen Blogger-Kollegen würde das mit mir organisieren? Es gibt soviele wahnsinnig tolle Möglichkeiten, die direkt vor unseren Augen schaukeln!

Gehörlosblog wünscht alles Gute zum Neuen Jahr 2012

Gehörlosblog wünscht alles Gute zum Neuen Jahr 2012

(das Gehörlosblog-Bild kann zum Vergrößern angeklickt werden)

Hallo, alle meine Lieben,

ich bedanke mich innigst und herzhaft, dass jeder von Euch mich durch das Jahr 2011 begleitete, mir mit Anregungen zur Seite stand und steht und / oder einfach für mich da war und weiterhin sein wird.

Das Jahr 2011 war sehr anstrengend für mich, es fing gleich mit der Handoperation an, verlief mit etlichen Tiefgängen und endet nun mit Halsweh, Kopfweh und „Nase zu“.

Ihr seht, ich bin lädiert.

Und doch: einiges ist beendet und ich kann wieder aufatmen. !!! FREU !!!

Ich strahle euch an…  🙂  (fast radioaktiv, grins).

Und damit nehme ich meine Ziele in 2012 in Angriff!

Euch allen wünsche ich ein wunderbares Neues Jahr 2012 und die wertvolle Gesundheit!

Eure Gehörlosbloggerin Judith Göller

P.S.: Da seht ihr mich, die lädierte, gesundheitlich angeschlagene Gehörlosbloggerin… Ich hoffe, ich kann euch trotzdem mit meinem Lachen anstecken – nicht mit meiner Erkältung – die Gefahr besteht hier zum Glück nicht!

Ich habe euch bewusst keine Weihnachtswünsche geschickt, weil ich selbst in soooovielen Weihnachtswünschen fast untergegangen bin – über die ich mich natürlich sehr freute, aber es waren soviele, dass ich da fast „unterging“ 😉

 

 

 

 

Gehörlosigkeit: Die Eingrenzung hängt zum Hals raus

Gehörlosigkeit: Die Eingrenzung Gehörlosigkeit hängt mir zum Hals raus

Deshalb habe ich eine neue Webseite www.judithgoeller.com aufgefädelt, auf der ich auch meine komplett andere Interessen einbringen kann, die nichts mit der Thematik Gehörlosigkeit zu tun haben. So kann ich mich besser „austoben“ neben meinem Gehörlosblog mit dem speziellen Thema Gehörlosigkeit.

Gleichzeitig dient mir diese auch als eine bessere Vernetzung über den Tellerrand hinaus.

Ich bestehe ja nicht nur aus Gehörlosigkeit, sondern bin in erster Linie ein Mensch, eben die Judith Göller. Ich habe vielseitige Interessen und nicht nur die Gehörlosigkeit im Blick. Und ich weiß, dass es vielen Hörgeschädigten ebenso ergeht. Und das will ich auf meiner neuen Webseite einbringen und mit euch allen dort vernetzen – mit euren Namen!

Jeder von uns ist ein „WER“ – mitsamt seinen Fähigkeiten, Stärken und starken Willen.

Mit oder ohne Gehörlosigkeit!

Damit ihr nicht etwas missversteht: Mein Gehörlosblog ist mir wichtig, sozusagen „mein Kind“, das ich liebe und immer pflege und mit neuem Stoff versorge – aber meine Person besteht eben nicht nur aus Gehörlosigkeit und ich schaue schon immer gerne über den Tellerrand hinaus, um meinen Horizont zu erweitern.

Für alle, die die Gehörlosbloggerin kritisieren

Ich bin eine kleine Frau,

habe Naturlocken und bin gerne blond, silberne Härchen sind darin zu finden,

habe zwei stramme Beine, auf denen ich sicher auf der Erde stehe,

einen noch einigermaßen knackigen Popöchen, auf dem ich mich setzen kann,

oder noch schön damit wackeln kann beim Tanzen,

habe zwei kleine Brüste, mit denen ich meine Kinder zuverlässig mit überschäumender Muttermilch versorgen durfte,

habe zwei strahlende, große und offene Augen, mit denen ich meine Welt sehe, betrachte und beobachte, und mit denen ich durch meine besondere Fähigkeit Lippenlesen hin zum 100 % Verstehen kompensieren kann,

habe einen Hirn, den ich tagtäglich mit hoher Leistung beschäftige und mit viel Stoff versorge,

habe volle Lippen und gute Beißerchen, ich lache und lächle warmherzig,

habe zwei kleine Ohren, auf dem einen ich mit Hilfe des Cochlea Implantates hören kann,

habe zwei Hände, mit denen ich meine Sprache unterstreichen, gebärden und fuchteln, streicheln, liebkosen, Dreck wegmachen, schreiben und bei der Arbeit kräftig einsetzen kann.

Ich habe meine zwei starke Arme, mit denen ich die Menschen an mich drücken kann, die mir wertvoll sind.

Ich präsentiere mich gerne immer mal wieder auf Fotos und im Film.

Ich weiß, ich bin keine Schönheit :-), wie dies in den Medien präsentiert wird.

Ich laufe auch schon  mal in Säcken statt in Kleidern herum.

Ich habe meine innere Schönheit und Kraft, die zu den Herzen der Menschen spricht und selbst von den Herzen der Mitmenschen gefunden werde.

Es macht mir Spaß, viele neue Seiten an mir selbst zu entdecken und zum Ausdruck zu bringen.

Und noch einiges mehr macht mich aus.

Und ich bin gehörlos, taub, schwerhörig, cochlea-implantiert und sogar werde ich taubstumm genannt, und, und, wie die Leute mich auch immer bezeichnen…

Ich besitze eine (komische) Stimme, mit der ich sprechen und auch brüllen kann, wenn ich die taube Wut im Bauch habe.

 

Immer wieder muss ich mich durchbeißen, durch Höhen und Tiefen,

immer stehe ich auf und gebe NIEMALS auf!

 

 

An all meine lieben Kritiker:

Noch nie ist ein Kritiker durch seine Kritik berühmt geworden!

Danke für eure Kritik 😀 – Ihr seid toll!

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3 hörbehinderte Mädels und die Lautsprache / Gebärdensprache

Judith, Eva und Anna…

Wer meine persönliche Vorstellung in diesem Blog durchliest, weiß, dass ich noch zwei hörbehinderte Schwestern habe.

Meine Schwestern heißen Eva und Anna. Ich selbst bin die Älteste von 4 Geschwistern (ich habe einen hörenden Bruder). Meine Schwester Eva ist 1 1/2 Jahre jünger als ich. Meine jüngste Schwester Anna ist 14 Jahre jünger als ich.

Die Genberatung steht bei uns vor einem Rätsel, warum nur wir drei Mädchen von der ganzen Verwandtschaft als gehörlos geboren wurden.

Meine Schwester Eva hat noch eine zusätzliche Behinderung zu ihrer Hörbehinderung, das Franceschetti-Syndrom. Warum ich dies erwähne, darauf komme ich noch zurück.

Meine Mutter hatte bezüglich der Lautsprach-Erziehung bei mir Erfolg, weil ich den Ehrgeiz hatte (und immer noch habe), die Sprache zu lernen und zu beherrschen. Ich begann bereits mit 2 1/2 Jahren lesen und schreiben, was für mich von großem Vorteil war, um so den direkten Draht zur deutschen Sprache zu finden. Dadurch konnte ich auch viel besser von den Lippen ablesen. Alles, was Buchstaben hatte, reizte mich sehr und ich las sehr viel. Durch diese jahrelange Übung bin ich inzwischen eine sehr schnelle Leserin – ich tue geradezu die Bücher „verschlingen“ 😉

Als meine Schwester Eva auf die Welt kam, auch gehörlos, bekam sie auch ihre Frühförderung in der Lautsprache. Jedoch hatte sie kaum Lernwillen bzw. tat sich sehr schwer damit, sie fand nur sehr schwer den Weg zur Lautsprache. Auch aufgrund ihrer zusätzlichen Behinderung, sie konnte die Worte nicht formen. So habe ich dann mit Eva zusammen unsere eigene Gebärdensprache „gemacht“, so dass wir uns mittels Gebärdensprache unterhalten und verstehen konnten. Meine Mutter kam sich bei Eva als Versagerin vor, weil sie nie ganz zu Eva hindurchdringen konnte, was die Lautsprache betraf. Dass es noch andere Gehörlose gab, davon wusste ich nicht.

Ich war mir damals als Kind schon sehr bewusst, dass Eva und ich anders waren als die hörenden Menschen um uns herum. Ich kann mich heute immer noch an die Gedanken, die ich mit 3 Jahren hatte, erinnern.

Erst mit 4 Jahren (was damals zu meiner Zeit üblich war) ging ich in den Kindergarten für Hörsprachbehinderte in Frankenthal. Dort kam ich das erste Mal mit anderen gehörlosen Kindern in Berührung und kam nicht mehr aus dem Staunen heraus, dass es soviele andere gehörlose Kinder gab, die auch nicht hören konnten wie Eva und ich. Dort kam ich auch das erste Mal mit der Gebärdensprache anderer gehörlosen Kinder in Kontakt, welche sich sehr von der Gebärdensprache von Eva und mir unterschied.

Ich übernahm vieles von dieser „Kindergarten“-Gebärdensprache (es wurde im Kindergarten nicht die Gebärdensprache gelehrt, sondern die Lautsprache, aber wir Kinder unterhielten uns unter uns trotzdem in Gebärdensprache, weil es einfach schneller und leichter ging in der Kommunikation). Ich brachte davon vieles meiner Schwester Eva bei. Dennoch blieb unsere eigentliche Gebärdensprache weiterhin bestehen, die sich von der Gebärdensprache anderer Kinder unterschied. Bis heute.

Mittels unserer eigener Gebärdensprache vermittelte ich oft zwischen meiner Mutter und Eva, weil meine Mutter Eva manchmal überhaupt nicht verstand und umgekehrt ebenso.

Dann kam mein hörender Bruder auf die Welt (9 Jahre nach mir) – das ist wiederum eine eigene Geschichte für sich, ich weiß noch nicht, ob ich darüber berichten soll? Ich frage da meinen Bruder, ob er damit einverstanden ist…

Zuletzt kam meine Schwester Anna auf die Welt, von ihr brauche ich nicht viel zu berichten, da sie vom Ehrgeiz und Lernwillen her mir ähnelt. Sie hatte noch viel mehr Vorteile als ich, dank der Erfahrung meiner Mutter bei mir sowohl auch Eva. Als Anna noch keine Hörgeräte hatte als Baby, hat meine Mutter ihr von Anfang an in die Ohren direkt reingesprochen, so dass sie sehr früh mit Stimmen in Kontakt kam und dadurch schnell das Hörverständnis erwerben konnte. Als Anna ca. halbes Jahr war, bekam sie ihre Hörgeräte und konnte auf diese Weise ihr bereits erworbenes Hörverständnis weiter entwickeln und kam in den hörenden Kindergarten. Dann später in die hörende Grundschule und anschließend aufs Gymnasium. Freilich hatte Anna auch ihre Probleme auf den hörenden Schulen, da sitzen wir alle Hörbehinderte eigentlich im gleichen Boot. Derzeit studiert sie Hörgeschädigten-Pädagogik, um Lehrerin für gehörlose/schwerhörige Kinder zu werden, mit Fachrichtung Musik. Sie spielt Klavier und gibt auch Klavierunterricht und das als Hörbehinderte und mit Hörgerät. Sie macht das echt hervorragend.

Für viele mag die Musik ein Widerspruch bei hörbehinderten Kindern zu sein, aber die Musik ist erst recht ganz besonders wichtig für die hörbehinderten Kinder, um ihr Gespür und Gefühl auch besser entwickeln zu lassen. Das ist wiederum ein ganz eigenes Thema für sich, worüber ich ganz sicher auch schreiben werde, zusammen mit Anna. Mal sehen…

Zusammengefasst möchte ich damit sagen, dass es bei den Hörbehinderten/Hörgeschädigten nicht ohne Gebärdensprache gehen kann (zum Beispiel meine Schwester Eva und ich selbst ebenso). Jedoch ist es sehr wichtig, dass die Hörbehinderten viel LESEN sollen, um den direkten Draht zur Sprache zu bekommen und zu behalten, was die Gebärdensprache nicht ersetzen kann. Auf diese Weise eignen sich die Hörbehinderten auch die Unabhängigkeit bzw. Selbstständigkeit in der Kommunikation mit anderen Mitmenschen an.