Nachtrag zum Kulturfestival in Reims und Kurzfilm WHY – Premiere in Amsterdam –

Die erste Ausstrahlung des Kurzfilmes „WHY“ findet eigentlich nicht beim Festival Clin d‘ Oeil statt.

Es fand bereits bei „Deaf in the Picture“ in Amsterdam statt,

hier geht’s direkt zur Webseite: http://www.deafinthepicture.nl/film/why

Alle eingereichte und zugelassene Kurzfilme aller gehörlosen Regisseuren werden in Amsterdam 4 Tage lang vom 23. Juni bis 26. Juni 2011 gezeigt:

http://www.deafinthepicture.nl/programma

Dort werden die Regisseure an der Leinwand mit Bild und  Film gezeigt.

Christopher Buhr sein Kurzfilm „WHY“ (hier klicken zum Filmtrailer „WHY“)  durfte sich hier auch am 25. Juni 2011 zeigen lassen.

 

Film „Tauben der Lüfte“ auf Aktion Untertitel veröffentlicht

Noch nicht allzulange liegt das Interview von Judit Nothdurft mit mir her (siehe: Experteninterview November 2010)

Zu der letzten Frage verriet ich, dass ich im nächsten Filmprojekt als Bauchtänzerin zu sehen bin.

Jetzt ist es soweit – der Comedy-Film „Tauben der Lüfte“ ist nun zu sehen auf der Webseite http://www.aktion-untertitel.de (auf der Startseite bzw. Video-Übersicht)

© Christopher Buhr – aus dem Film „Tauben der Lüfte“

Ich freue mich über die Rückmeldung zu diesem Film! Falls die Hörenden/Hörgeschädigten unter uns dieses Video nicht ganz verstehen, sei es, weil es nur teiluntertitelt ist, oder sei es, weil man die Gebärden nicht versteht – Schießt los mit Fragen!

Wir Hörgeschädigten müssen ja auch ständig hinterher fragen, was gesagt wurde!

Nun wünsche ich viel Spaß beim Anschauen auf http://www.aktion-untertitel.de

😀

Benefizgala SOPOS in Bad Kreuznach – mit Video von Christopher Buhr

Die Benefiz-Gala mit SOPOS (was das ist, wird im Video gezeigt, ist selbsterklärend 🙂  ) ist mit Pannen gestartet – wie es eben echt typisch bei Hörgeschädigten ist – dennoch war das Publikum flexibel und die Stimmung wurde wunderbar. Der Organisator Patrick Ohitekah meisterte alles mit seiner Freundlichkeit, Humor; er ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Wie er sich darauf verstand, die Resonanz von uns Leuten anzuziehen, so dass die Leute gerne mit halfen – beeindruckend!

Die Hörenden und Hörgeschädigten machten fleißig mit beim Nachmachen der Begriffe aus dem Barkeeper-Leben – dazu wurde dort das entsprechende Video gezeigt. Danach sollten sie zeigen, was sie gelernt hatten und das haben sie alle mit Spaß und Bravour geschafft. Patrick Ohitekah betonte anschließend, dass man mit Spaß und Freude am besten lernen kann.

Dann noch die Sängerin JAVA GUIDI mit ihrer atemberaubenden Korsette… sowie auch der gehörlose OKAN SEESE mit seiner Band – dazu noch der NICO VOGEL, der Bruder vom Charakterschauspieler Jürgen Vogel… SOPOS BAND FEAT …

Der Luthersaal war zwar nicht voller Leute, aber in diesem kleinen Rahmen hatten wir die tolle Gelegenheit, mit den Künstlern zu sprechen und Kontakte auszutauschen mit anderen Menschen, egal ob hörgeschädigt oder nicht.

Christopher Buhr verstand sich super drauf, diese bombastische Stimmung einzufangen und man sieht uns allen im Video an, wie gut es uns bei dieser Benefiz-Gala zugunsten der Gebärdensprach-Uni ging.

[youtube HpXZaIJS1A8]

Dann war die gehörlose Fotografin Anette H. Borhani mit von der Partie und sie machte ebenso tolle Fotos von allen Leuten im Saal. Hier einige Porträt-Ausschnitte aus ihrer Fotografierei (Bilder mit Copyright) – dann noch all die Bilder vom Fotografen Patric Böttcher (zu erkennen ohne Copyright!) – wunderschön, gell?

[ Nachtrag: es gibt inzwischen einen Pressebericht darüber: Allgemeine Zeitung ]

Alles in allem war es schön!

Zum Schluss noch eine direkt erlebte Anekdote nach diesem Benefiz-Gala in einem italienischen Restaurant:

Anette H. Borhani fragt den Wirt: „Können Sie die Gebärdensprache?“ Der Wirt fuchtelt mit seiner Hand und sagt: „He, ich bin Italiener!“

Soviel zu den Italienern und ihrer Körpersprache *zwinker*

Brille – intellektuell, Hörgerät – dumm

Vor nicht allzulanger Zeit diskutierte ich mit meiner Schwester Anna und ihrer Freundin über die Diskriminierung der Hörgeschädigten. Das eigentliche Thema will ich noch vorbehalten, bis dieses ein glückliches Ende nimmt, dann werde ich darüber berichten – vorausgesetzt, Anna erlaubt es mir -.

Aber ein Nebenthema will ich nicht zurückhalten. Ich sagte, wenn jemand eine Brille aufhat, gilt als intellektuell – wer aber ein Hörgerät anhat, gilt als dumm. Daraufhin sagte die Freundin, da ich Brillen- und Hörgeräte (bzw. CI-)Trägerin bin, gleicht sich das bei mir wohl aus, dass es gleich null ist – also ich bin weder intellektuell noch dumm.

Klasse, was? Im Ernst ist dies doch ein Vorurteil, das sich in den Köpfen der Hörenden eingenistet hat.

Die Tatsache ist, dass Hörgeschädigte aufgrund des schlechten Hörens praktisch zurück geworfen werden, wenn es um Empfang der Informationen geht. Nur weil sie diese Informationen nicht mehr empfangen können, heißt es noch lange nicht, dass sie deshalb dumm und geistig zurück geblieben sind oder so in der Art. Die Hörgeräte sind Zeichen der Behinderung und werden deshalb oft aus Scham und Optik versteckt. Die Brillen hingegen werden gerne als Accessoire zur Schau getragen.

Als bestes Beispiel kann ich hier wieder auf Christopher Buhr zurückgreifen. Er wurde im Rahmen der LKW-Firma MAN für das Concept S bei der Arbeit gefilmt. Er hatte bei der Arbeit seine Hörgeräte an. Im Flyer für die IAA-Nutzfahrzeuge in Hannover wurden seine Hörgeräte im Foto glatt wegretuschiert! Schaut mal im PDF im Bericht über Christopher Buhr rein!

Daran erkennt man, die Hörgeräte sind optisch für Hörende nicht ansehnlich!

Dies ist sehr gut beschrieben worden im „Deutschlandradio Kultur“-Artikel – gleichzeitig zusammen mit einem super Angebot an alle hörende Menschen, die ihr Gehör erst mal lieber im Internet, per Telefon oder sogar per App für iPhones prüfen lassen wollen. Viele wollen sich oftmals auch ihre Hör-Verschlechterung gar nicht eingestehen. Die Dunkelziffer ist hier ziemlich hoch!

Hier gehts zum Hörtest-Angebot für Hörende:

Hörtest per Telefon

Hörtest online

Hörtest als App für iPhone

Quelle:  http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/ewelten/1293443/

1. europäische Gebärdensprach-Universität in Bad Kreuznach geplant

Dieses Thema mit der ersten geplanten europäischen Gebärdensprach-Universität in Bad Kreuznach beschäftigte mich seit einiger Zeit und gemeinsam mit dem schwerhörigen Regisseur Christopher Buhr, seiner Frau, Selo,  Anette H. Borhani setzten wir unsere Gedanken, Überlegungen, Kriterien und die Möglichkeiten um und heraus kam der Filmschnitt:

[youtube 35FO3kn2_K0]

Bitte den Film bis zum Schluss anschauen. Es stellt erstens hoffentlich die Vision vieler Gehörlosen dar, die gerne studieren möchten. Und am Schluss sind wieder Outtakes (= verpatzte Szenen) zu sehen, schmunzel (ich habe meinen Hüftschwung aber noch nicht verraten, psssst!). Der Film ist noch ohne Untertitel.

Wir sind extra nach Bad Kreuznach gefahren, um uns ein Bild vor Ort zu machen. Das Gebäude, das dafür vorgesehen sein soll,  ist groß und geräumig. Die Gebärdensprach-Universität soll – laut des Blogs http://signlangunieu.wordpress.com/ nicht nur für Hörgeschädigte offen sein, sondern auch für Hörende, die die Gebärdensprache erlernen wollen bzw. gebärdensprach-kompetent sind.

[Mein Kommentar:  Zu allem gibt es eh immer das Für und Wider. Hierzu muss sich jeder seine eigene Meinung bilden bzw. seine eigene Entscheidung treffen.]

Eines ist auf jeden Fall klar: Auch die Gehörlosen sind wissensdurstig, wissbegierig und wollen lernen (ich zähle mich selbst dazu, auch wenn ich nicht studiere, ich studiere das Leben und meine Erfahrungen *zwinker*).

Im Gegensatz zu den U.S.A. besteht Europa aus sehr vielen kleinen Staaten mit so vielen unzähligen Kulturen und daher geht es hier auch anders zu mit der Umsetzung. Wir können uns niemals mit den U.S.A. vergleichen – die haben nicht den Krieg gehabt, die wir hier in Deutschland hatten. Dieser Krieg hat unsere Generationen um viele, viele Jahre zurückgeworfen, so dass wir deshalb „hinterher trotteln“ – aber vergesst nicht den Spruch: „Made in Germany“ – zeugt von Qualität!

Hoch lebe die Vielfalt in Deutschland (und Europa)!

Ich berichte in einigen Tagen über das Paradoxe des Mailänder Kongresses (wegen dem Verbot der Gebärdensprache), dem soviele Menschen eine hohe Bedeutung beimessen!

Frau Holle aus gehörloser Perspektive

Christopher Buhr, schwerhörig, ist einfach genial, wenn es um die Videoclips geht.

Hier hat er Frau Holle, die gehörlos ist, dargestellt:

[youtube ei-jRYKVno4]

Wer der Gebärdensprache mächtig ist, viel Vergnügen beim Anschauen.

Für diejenigen, die die Gebärdensprache nicht können:

Frau Holle bekommt ein SMS  von ihrem Freund, dass er kommt. Sie beeilt sich mit dem Haare waschen und Haare fönen – dann schmückt sie sich.

Ihr Freund kommt und klingelt – bei ihr geht die Blitzlichtklingel los – sie verabschiedet sich und wünscht der Welt viel Spaß beim Fußball (war während der Fußball-Weltmeisterschaft).

Genial und lustig aufgemacht mit dem Wetter ist das Video, gell?