SHG CI NW – Pfalz – DÜW: Veranstaltungshinweis 11. Februar 2015

Selbsthilfegruppe Cochlea Implantat NW – Pfalz – DÜW

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe CI-Freunde,

im Februar 2015 haben wir gleich zwei interessante Informationsveranstaltungen für Sie, zu denen wir recht herzlich einladen.

(1) Professor Dr. med. Jan Maurer, ärztlicher Direktor katholisches Klinikum Koblenz  – Montabaur und Chefarzt der HNO-Klinik, ist am 7. Februar 2015, 15.00 – 17.00 Uhr,  zu Gast im Mehrgenerationenhaus Bad Dürkheim. Er referiert über das Thema: „Was tun, wenn Hörgeräte nicht mehr helfen?“

(2) Informationsveranstaltung der HNO Klinik Ludwigshafen am 11. Februar 2015, 17.00 Uhr, zum Thema: „Cochlea-Implantat und technische Hilfsmittel – was geht?“

Weitere Details entnehmen Sie bitte den beigefügten Informations-Flyer.

Wir freuen uns über Ihr reges Interesse.

Herzliche Grüße

Ihre

Sieglinde Wetterauer
…………. listening by cochlear implant

 

[pdf]https://www.gehoerlosblog.de/wp-content/uploads/2015/02/Flyer_110215_KliLu.pdf[/pdf]

Hören löst Explosion im Kopf aus

Hören löst Explosion im Kopf aus

 

oder anders gesagt: Wie hört man? Wie beschreibt man das Hören?Woher weiß man, dass dieser oder jener Ton hoch oder tief ist?

Als ich nach der Implantierung meines Cochlea Implantates soweit war, mit dem Sprachprozessor angepasst zu werden – hui, da gab es eine Explosion in meinem Kopf!

Explosion im Kopf

So wie auf dem Bild erging es mir im Kopf – und ich erschrak sehr. So heftig erwartete ich es gar nicht.

Es war so, als ob das Männlein (Hörnerv)  in meinem Ohr abrupt geweckt wurde und schnellstmöglichst aufstehen musste zum Arbeiten. Davor hatte er nur träge was zu tun gehabt. Wozu auch? Das Hörgerät schleuste ja alle Geräusche so bequem an ihm vorbei ins Gehirn, dass er praktisch arbeitslos war und einfach nur weiterleiten musste. Erst mit dem Elektro-Schock wurde das Männlein gewaltsam zur Arbeit verdonnert.

Als ich dann mit dem Sprachprozessor am Computer angeschlossen wurde (ja, ja, ich bin ein Cyborg 🙂 ), bemerkte ich, dass ich gar nicht erklären konnte, was ich da beim Hören wahrnahm. Da ich vor lauter Geräusche nur noch ein Matschkopf hatte. Was man alles bei der Justierung des Gerätes zum Hören erlebt! Bei einer falschen Einstellung fühlte ich, wie stark das Hören den ganzen Körper beeinflusste. Mein Herz tat so weh, mir wurde übel und gleichzeitig staunte ich: „Das alles kann das Hören allein auslösen?“

Gleichzeitig stand ich nun vor einem großen Problem: Wie kann man mir das Hören begreiflich machen? Was ist das Hören? Denn ich musste alles komplett über Bord werfen, was ich zuvor mit Hörgeräten „hörte“. Ich musste neu anfangen, wie ein Baby. Ich nahm viel mehr Frequenzen wahr und konnte diese gar nicht zuordnen. Alles stürzte auf mich ein.

Meine Hörgerät-Kurven-Einstellung wurde auf das Cochlea Implantat übertragen… komplett falsch! Wie erklärt man einem Gehörlosen das Hören? Und wie erklärt ein Hörgeschädigter einem Hörenden das Hören mit elektrischen Impulsen?

Ich hatte keinerlei Hörerinnerungen, wie sich bestimmte Geräusche anhören sollten. Wie denn auch, ich bin ja von Geburt an gehörlos. Also konnte ich gar nichts sagen: „Ja, genauso muss es sich anfühlen beim Hören.“ Ich hatte nichts in der Hand, besser gesagt, nichts im Hörgedächtnis!

Meine Frage an die CI-Träger: Wie empfandet Ihr eure erstmalige Anpassung des Sprachprozessors? Das interessiert mich sehr.

 

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Wie fotografiert man gehörlose Menschen?

Wie fotografiert man gehörlose Menschen?

 

Besonders, wenn man deren Gehörlosigkeit sichtbar machen will? Wie geht das?

Per Gebärdensprache? Nein – denn auch Hörende gebärden, das fällt also weg. Oder?

Die Gehörlosigkeit bzw. Hörschädigung ist und bleibt unsichtbar. Was man dann in der Gesellschaft sieht, ist ein Mensch mit einem ratlosen Gesicht, der inmitten einer Diskussion mit mehr als zwei Menschen steht und nichts mitbekommt. Man kann nicht überall gleichzeitig hinschauen. Das wäre mal so ein Beispiel.

Mit den Hörgeräten und CI? Wenn man die abzieht, ist die Hörbehinderung wieder unsichtbar und mit langen Haaren sieht man die Geräte hinter den Ohren eh nicht. Und es gibt ja auch diese „unsichtbare“ Innenhörgeräte. Also fällt das auch weg, hmmmm…

Mit der Hand an der Ohr halten – ist ja auch nicht unbedingt etwas, der vom Hocker reißt. Und das machen Hörende ja auch, wenn sie für die Kampagne der Stiftung „Hear the World“ vor der Kamera stehen.

Habt Ihr dazu Beispiele? Wie könnte man das sichtbar machen?

Per Foto oder doch per Video, wenn z.B. der Hörende den Gehörlosen fragt: „Um wieviel Uhr fängt der Film an?“ und der Gehörlose komplett falsch versteht und so antwortet: „Ja, Sonntag“

Ich habe nämlich in der Suchmaschine eingegeben: „Gehörlose Menschen“ – und dazu die Bilder gesucht. Aber keinem sieht man die Hörschädigung an – wir sehen alle so herrlich „normal“ aus 🙂

Hmmmm, grübel…

 

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Für alle, die die Gehörlosbloggerin kritisieren

Ich bin eine kleine Frau,

habe Naturlocken und bin gerne blond, silberne Härchen sind darin zu finden,

habe zwei stramme Beine, auf denen ich sicher auf der Erde stehe,

einen noch einigermaßen knackigen Popöchen, auf dem ich mich setzen kann,

oder noch schön damit wackeln kann beim Tanzen,

habe zwei kleine Brüste, mit denen ich meine Kinder zuverlässig mit überschäumender Muttermilch versorgen durfte,

habe zwei strahlende, große und offene Augen, mit denen ich meine Welt sehe, betrachte und beobachte, und mit denen ich durch meine besondere Fähigkeit Lippenlesen hin zum 100 % Verstehen kompensieren kann,

habe einen Hirn, den ich tagtäglich mit hoher Leistung beschäftige und mit viel Stoff versorge,

habe volle Lippen und gute Beißerchen, ich lache und lächle warmherzig,

habe zwei kleine Ohren, auf dem einen ich mit Hilfe des Cochlea Implantates hören kann,

habe zwei Hände, mit denen ich meine Sprache unterstreichen, gebärden und fuchteln, streicheln, liebkosen, Dreck wegmachen, schreiben und bei der Arbeit kräftig einsetzen kann.

Ich habe meine zwei starke Arme, mit denen ich die Menschen an mich drücken kann, die mir wertvoll sind.

Ich präsentiere mich gerne immer mal wieder auf Fotos und im Film.

Ich weiß, ich bin keine Schönheit :-), wie dies in den Medien präsentiert wird.

Ich laufe auch schon  mal in Säcken statt in Kleidern herum.

Ich habe meine innere Schönheit und Kraft, die zu den Herzen der Menschen spricht und selbst von den Herzen der Mitmenschen gefunden werde.

Es macht mir Spaß, viele neue Seiten an mir selbst zu entdecken und zum Ausdruck zu bringen.

Und noch einiges mehr macht mich aus.

Und ich bin gehörlos, taub, schwerhörig, cochlea-implantiert und sogar werde ich taubstumm genannt, und, und, wie die Leute mich auch immer bezeichnen…

Ich besitze eine (komische) Stimme, mit der ich sprechen und auch brüllen kann, wenn ich die taube Wut im Bauch habe.

 

Immer wieder muss ich mich durchbeißen, durch Höhen und Tiefen,

immer stehe ich auf und gebe NIEMALS auf!

 

 

An all meine lieben Kritiker:

Noch nie ist ein Kritiker durch seine Kritik berühmt geworden!

Danke für eure Kritik 😀 – Ihr seid toll!

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3 hörbehinderte Mädels und die Lautsprache / Gebärdensprache

Judith, Eva und Anna…

Wer meine persönliche Vorstellung in diesem Blog durchliest, weiß, dass ich noch zwei hörbehinderte Schwestern habe.

Meine Schwestern heißen Eva und Anna. Ich selbst bin die Älteste von 4 Geschwistern (ich habe einen hörenden Bruder). Meine Schwester Eva ist 1 1/2 Jahre jünger als ich. Meine jüngste Schwester Anna ist 14 Jahre jünger als ich.

Die Genberatung steht bei uns vor einem Rätsel, warum nur wir drei Mädchen von der ganzen Verwandtschaft als gehörlos geboren wurden.

Meine Schwester Eva hat noch eine zusätzliche Behinderung zu ihrer Hörbehinderung, das Franceschetti-Syndrom. Warum ich dies erwähne, darauf komme ich noch zurück.

Meine Mutter hatte bezüglich der Lautsprach-Erziehung bei mir Erfolg, weil ich den Ehrgeiz hatte (und immer noch habe), die Sprache zu lernen und zu beherrschen. Ich begann bereits mit 2 1/2 Jahren lesen und schreiben, was für mich von großem Vorteil war, um so den direkten Draht zur deutschen Sprache zu finden. Dadurch konnte ich auch viel besser von den Lippen ablesen. Alles, was Buchstaben hatte, reizte mich sehr und ich las sehr viel. Durch diese jahrelange Übung bin ich inzwischen eine sehr schnelle Leserin – ich tue geradezu die Bücher „verschlingen“ 😉

Als meine Schwester Eva auf die Welt kam, auch gehörlos, bekam sie auch ihre Frühförderung in der Lautsprache. Jedoch hatte sie kaum Lernwillen bzw. tat sich sehr schwer damit, sie fand nur sehr schwer den Weg zur Lautsprache. Auch aufgrund ihrer zusätzlichen Behinderung, sie konnte die Worte nicht formen. So habe ich dann mit Eva zusammen unsere eigene Gebärdensprache „gemacht“, so dass wir uns mittels Gebärdensprache unterhalten und verstehen konnten. Meine Mutter kam sich bei Eva als Versagerin vor, weil sie nie ganz zu Eva hindurchdringen konnte, was die Lautsprache betraf. Dass es noch andere Gehörlose gab, davon wusste ich nicht.

Ich war mir damals als Kind schon sehr bewusst, dass Eva und ich anders waren als die hörenden Menschen um uns herum. Ich kann mich heute immer noch an die Gedanken, die ich mit 3 Jahren hatte, erinnern.

Erst mit 4 Jahren (was damals zu meiner Zeit üblich war) ging ich in den Kindergarten für Hörsprachbehinderte in Frankenthal. Dort kam ich das erste Mal mit anderen gehörlosen Kindern in Berührung und kam nicht mehr aus dem Staunen heraus, dass es soviele andere gehörlose Kinder gab, die auch nicht hören konnten wie Eva und ich. Dort kam ich auch das erste Mal mit der Gebärdensprache anderer gehörlosen Kinder in Kontakt, welche sich sehr von der Gebärdensprache von Eva und mir unterschied.

Ich übernahm vieles von dieser „Kindergarten“-Gebärdensprache (es wurde im Kindergarten nicht die Gebärdensprache gelehrt, sondern die Lautsprache, aber wir Kinder unterhielten uns unter uns trotzdem in Gebärdensprache, weil es einfach schneller und leichter ging in der Kommunikation). Ich brachte davon vieles meiner Schwester Eva bei. Dennoch blieb unsere eigentliche Gebärdensprache weiterhin bestehen, die sich von der Gebärdensprache anderer Kinder unterschied. Bis heute.

Mittels unserer eigener Gebärdensprache vermittelte ich oft zwischen meiner Mutter und Eva, weil meine Mutter Eva manchmal überhaupt nicht verstand und umgekehrt ebenso.

Dann kam mein hörender Bruder auf die Welt (9 Jahre nach mir) – das ist wiederum eine eigene Geschichte für sich, ich weiß noch nicht, ob ich darüber berichten soll? Ich frage da meinen Bruder, ob er damit einverstanden ist…

Zuletzt kam meine Schwester Anna auf die Welt, von ihr brauche ich nicht viel zu berichten, da sie vom Ehrgeiz und Lernwillen her mir ähnelt. Sie hatte noch viel mehr Vorteile als ich, dank der Erfahrung meiner Mutter bei mir sowohl auch Eva. Als Anna noch keine Hörgeräte hatte als Baby, hat meine Mutter ihr von Anfang an in die Ohren direkt reingesprochen, so dass sie sehr früh mit Stimmen in Kontakt kam und dadurch schnell das Hörverständnis erwerben konnte. Als Anna ca. halbes Jahr war, bekam sie ihre Hörgeräte und konnte auf diese Weise ihr bereits erworbenes Hörverständnis weiter entwickeln und kam in den hörenden Kindergarten. Dann später in die hörende Grundschule und anschließend aufs Gymnasium. Freilich hatte Anna auch ihre Probleme auf den hörenden Schulen, da sitzen wir alle Hörbehinderte eigentlich im gleichen Boot. Derzeit studiert sie Hörgeschädigten-Pädagogik, um Lehrerin für gehörlose/schwerhörige Kinder zu werden, mit Fachrichtung Musik. Sie spielt Klavier und gibt auch Klavierunterricht und das als Hörbehinderte und mit Hörgerät. Sie macht das echt hervorragend.

Für viele mag die Musik ein Widerspruch bei hörbehinderten Kindern zu sein, aber die Musik ist erst recht ganz besonders wichtig für die hörbehinderten Kinder, um ihr Gespür und Gefühl auch besser entwickeln zu lassen. Das ist wiederum ein ganz eigenes Thema für sich, worüber ich ganz sicher auch schreiben werde, zusammen mit Anna. Mal sehen…

Zusammengefasst möchte ich damit sagen, dass es bei den Hörbehinderten/Hörgeschädigten nicht ohne Gebärdensprache gehen kann (zum Beispiel meine Schwester Eva und ich selbst ebenso). Jedoch ist es sehr wichtig, dass die Hörbehinderten viel LESEN sollen, um den direkten Draht zur Sprache zu bekommen und zu behalten, was die Gebärdensprache nicht ersetzen kann. Auf diese Weise eignen sich die Hörbehinderten auch die Unabhängigkeit bzw. Selbstständigkeit in der Kommunikation mit anderen Mitmenschen an.

+689% für Sie, weil uns dieses Gerät taub macht

Dieser Titel sprang mir ins Auge und ich dachte, ÄH??? Wollen die Hörenden denn ein Gerät, das  taub macht?

Ich habe hier vor einigen Beiträgen versprochen, dass ich darüber bloggen werde (Vorausberechnen der Gehör-Schädigung möglich).

Der Titel wurde dabei auch nochmal umgeschrieben auf

„+689% Gewinn für Sie, weil Apple iPod & Co unsere Kinder taub machen“

Das klingt schon einleuchtender und es ist auch so – sicher könnt ihr nun erkennen, worum es geht, Gewinne zu machen?

Dann folgt hier eine Beschreibung:

„Was sie zu sehen bekommen, sieht völlig unspektakulär aus. Es ist fast schon langweilig. Es ist aber für Zig-Millionen Menschen in aller Welt – darunter für jeden 4. Jugendlichen in Europa – eine SENSATION, die ihr ganzes Leben verändert.

Vorne im Veranstaltungsraum sitzt wie verlassen ein Mädchen. Keiner applaudiert. Es muss absolut still sein im Raum…

Keiner hört etwas. Plötzlich lächelt das Mädchen und sagt: ICH HAB’S GEHÖRT.“

Stellt euch vor! Jeder 4. Jugendliche in Europa braucht es! Und an der Börse kann man mit an diesem Skandal (oder als Sensation umschrieben) verdienen:

„Die SENSATION spricht sich noch in derselben Stunde an den Börsen herum. Nicht nur in Frankfurt. Auch in New York und Shanghai… Der Kurs des Unternehmens, von dem ich hier spreche, kann nur steigen…

Warten Sie bitte nicht auf den folgenden Donnerstag, 14. Oktober. Denn an diesem Tag steht diese Sensation auch schon für die Masse der Anleger in der BILD-Zeitung…

Seit Jahren „schwerhörige“ Schülerin (17) hört Stecknadel – 10 Meter weit weg – fallen

Bitte, Sie müssen dann unbedingt schon die Aktie haben.“

Da, wir haben es nun: Die Aktie für Hörgeräte! Wartet, es ist noch nicht alles – ihr seht gleich, dass die Aufklärung über die vermehrte Schwerhörigkeit bzw. Taubheit in Europa an der Börse bestens bekannt ist:

„Neulich in einer deutschen Hauptschule…

Vorsichtig setzt Schularzt Dr. H. (58) dem 12-jährigen Peter einen Kopfhörer auf, dreht mit der rechten Hand den Knopf an dem Schuhschachtel großen Apparat neben sich ein bisschen nach rechts…

„Hörst du etwas?“, fragt er den Schüler. Blondschopf Peter schüttelt den Kopf. Dr. H. dreht weiter nach rechts. „Hörst du etwas?“ Peter schüttelt den Kopf. Schularzt Dr. H. dreht den Knopf noch ein Stück weiter nach rechts. „Jetzt muss er aber etwas hören,“ murmelt er dem Klasslehrer hinter sich zu… aber Peter scheint den hellen Fiepton aus seinem Kopfhörer nicht wahrzunehmen.

Eine Katastrophe. Und Sie sind als Investor hoch willkommen. Erhalten Ihr Danke in hohen Renditen. +150%, +300%, +689%…

Jeder 4. junge Mensch in Europa ist schwerhörig. Und es werden lawinenartig immer mehr… Fachleute sprechen schon von der…

GENERATION SCHWERHÖRIG

  • Die Zahl der 14- bis 19-jährigen mit mindestens 25 dB Hörverlust verfünffachte sich in den vergangenen 5 Jahren in Deutschland
  • Die Zahl der 20- bis 29-jährigen mit diesem Hörverlust verzweieinhalbfachte sich

 

Sehen Sie, wie stark die Zahl schwerhöriger Jugendlicher zwischen 14 und 19 Jahren in den vergangenen 5 Jahren stieg. Um +400%!!!!! Das ist gigantisch!!!!!!“

Unglaublich, dass das Anpreisen der Hörgeräte-Unternehmen mit zwei Worten im gleichen Zug geschieht: Katastrophe –  gigantisch

Ich staunte sehr über diese geniale Aufklärung des Börsianers für seine Anleger, warum er ihnen die Aktie für eine Hörgeräte-Firma zum Kaufen empfiehlt. Richtig deutlich aufzeigend – solch eine klare Aufklärung finde ich in der Presse sonst oft nicht, ja sogar dort vermisse ich sie richtig!

Wollt Ihr auch in die Schwerhörigkeit investieren? 😀 Warum eigentlich nicht, wenn auch Betroffene mit davon profitieren könnten… ^^ Aber das ist noch nicht alles, es geht noch weiter:

„Noch dazu, wo das Massen-Phänomen Schwerhörigkeit immer dramatischer wird…

Die Europäische Union beschränkte zwar den erlaubten Phon-Wert für mp3-Musikabspielgeräte wie den Apple iPod schon auf 100. Das ist aber immer noch genau so laut wie ein Presslufthammer in 10 Meter Entfernung.

Dabei ist ein Hörschaden schon bei einer Lautstärke von 85 dB(A) (in 7,5 m vorbeifahrender LKW) bei einer Einwirkdauer von 40 Stunden pro Woche möglich.

Was sich da zusammenbraut sehen Sie aber auch bei dem Unternehmen, von dem ich hier spreche. Die Zahl der Verkäufe seiner winzigen High-Tech-Produkte steigen steil an…

Die Verkäufe haben sich in 5 Jahren fast verdoppelt

Und diese Verkäufe können in den vergangenen Jahren nur massiv ansteigen. Es gibt nicht die geringste Hoffnung darauf, dass künftig weniger Hörgeräte gebraucht werden. Ganz im Gegenteil…

Die Hörschäden durch mp3-Player (sind ja sogar in Handys eingebaut) werden weltweit immer mehr. Die Kurve der Hörschäden steigt dramatisch an. Gerade sah ich eine erschreckende Studie aus den USA. Dieser Studie nach vervierfachte sich in den USA die Zahl der schwerhörigen Schüler in den vergangenen 10 Jahren.“

Sehr erschreckend, gell? Ich denke, viele Hörende begreifen „Sehr erschreckend“ erst dann, wenn sie selbst von der Schwerhörigkeit betroffen sein werden.

Es geht noch weiter mit der Aufklärung für den Kauf der Aktien von Hörgeräte-Firmen – soll ich weiter machen? 🙂 Schreibt mir einfach einen Kommentar und ich berichte weiter darüber.

Vorausberechnen der Gehör-Schädigung möglich

Es klagen Ärzte und Arbeitgeber darüber, dass die Berufsanfänger „immer mehr schwerhörig“ sind.

Der Grund soll der zu hohe Lärmpegel in der Freizeit sein, dem sich die Jugendlichen aussetzen. Durch MP3-Player oder Disco-Besuche.

Ein nur 2-stündiger Discobesuch schraubt die Hörfähigkeit herunter und die Gefahr, dass der Gehörschaden später eintritt, soll hier 10 Mal größer sein, als wenn man sich pro Woche dem Lärm am Arbeitsplatz hergeben muss!

Am Arbeitsplatz gibt es Gehörschutz-Pflicht, die die Arbeitgeber einhalten müssen durch ihre Anbindung in der gesetzlichen Unfallversicherung.

Es wurde wegen diesem alarmierenden Zustand bei lärm-hörgeschädigten Berufsanfängern eine Software herausgegeben vom http://www.dguv.de.

Hier geht es direkt zum IFA-Software Lärmbelastungsrechner ADM (die Nutzung ist kostenfrei)

http://www.dguv.de/ifa/de/pra/softwa/laermbelastungsrechner/index.jsp

Pressebericht: http://www.dguv.de/inhalt/presse/2011/Q2/laerm/index.jsp

(auf rechter Seite ist ein Download-Button)

Es ist kein Wunder, dass der Hörgeräte-Verkauf durch die alarmierende Verschlechterung des Gehörs im Volk geradezu boomt! Bald blogge ich mehr darüber.

 

Ungefragt aus der Welt der Hörenden gestupst …

… oder die wachsende Scham bei auftretender Schwerhörigkeit.

Hierzu bin ich auf einen schönen Erfahrungsbericht der Ärztin Dr. Ulla Schultens-Kaltheuner gestoßen, die richtig anschaulich beschreibt, wie es ihr erging, als sich die Schwerhörigkeit in ihr Leben eingeschlichen hat. Ebenso auch, wie sie sich schämte, weil sie immer mehr etwas nicht mitbekommen hat und sich das vor Mitmenschen nicht eingestehen wollte.

Dann beschreibt sie ihren Rückzug von ihrer Umgebung, weil es sehr anstrengend wurde, sich ständig durchzuflunkern, dass sie verstanden hätte. Viele Missverständnisse waren an der Tagesordnung und schreckte sie immer mehr vom Zusammenkommen mit Mitmenschen ab! Und wie sich ihre Rückkehr zum Hören mit Hilfe der Hörgeräte als nicht einfach rausstellte.

Das können sich die Hörenden wirklich nicht vorstellen. Viele meinen immer noch: Hört man, versteht man alles automatisch. Nein – das ist ein Lernprozeß!

Hier gehts zum Erfahrungsbericht (hier klicken)

Dr. Ulla Schultens-Kaltheuner mit Hörgeräten

So wie dieser Ärztin ergeht es vielen, vielen Menschen, die sich ihre schleichende Schwerhörigkeit gar nicht eingestehen wollen und sich immer mehr von ihren Freunden und auch von ihrer Familie zurückziehen.

Derzeit soll es angeblich 15 Mio. Hörgeschädigte in Deutschland geben, aber nur ca. 1,5 Mio davon Hörgeräte tragen.

Die Dunkelziffer der Menschen, die ihr schlechtes Gehör gar nicht zugeben wollen – aus Stolz, aus Scham, oder was auch immer, ist SEHR HOCH!!!

Und damit führt es auch zum Vorurteil: „nicht hören = dumm“ – Das bekommen wir Hörgeschädigte immer wieder in der hörenden Welt zu spüren, weil die Informationen an uns vorbei gehen, ohne dass wir sie mitbekommen.

Brille – intellektuell, Hörgerät – dumm

Vor nicht allzulanger Zeit diskutierte ich mit meiner Schwester Anna und ihrer Freundin über die Diskriminierung der Hörgeschädigten. Das eigentliche Thema will ich noch vorbehalten, bis dieses ein glückliches Ende nimmt, dann werde ich darüber berichten – vorausgesetzt, Anna erlaubt es mir -.

Aber ein Nebenthema will ich nicht zurückhalten. Ich sagte, wenn jemand eine Brille aufhat, gilt als intellektuell – wer aber ein Hörgerät anhat, gilt als dumm. Daraufhin sagte die Freundin, da ich Brillen- und Hörgeräte (bzw. CI-)Trägerin bin, gleicht sich das bei mir wohl aus, dass es gleich null ist – also ich bin weder intellektuell noch dumm.

Klasse, was? Im Ernst ist dies doch ein Vorurteil, das sich in den Köpfen der Hörenden eingenistet hat.

Die Tatsache ist, dass Hörgeschädigte aufgrund des schlechten Hörens praktisch zurück geworfen werden, wenn es um Empfang der Informationen geht. Nur weil sie diese Informationen nicht mehr empfangen können, heißt es noch lange nicht, dass sie deshalb dumm und geistig zurück geblieben sind oder so in der Art. Die Hörgeräte sind Zeichen der Behinderung und werden deshalb oft aus Scham und Optik versteckt. Die Brillen hingegen werden gerne als Accessoire zur Schau getragen.

Als bestes Beispiel kann ich hier wieder auf Christopher Buhr zurückgreifen. Er wurde im Rahmen der LKW-Firma MAN für das Concept S bei der Arbeit gefilmt. Er hatte bei der Arbeit seine Hörgeräte an. Im Flyer für die IAA-Nutzfahrzeuge in Hannover wurden seine Hörgeräte im Foto glatt wegretuschiert! Schaut mal im PDF im Bericht über Christopher Buhr rein!

Daran erkennt man, die Hörgeräte sind optisch für Hörende nicht ansehnlich!

Dies ist sehr gut beschrieben worden im „Deutschlandradio Kultur“-Artikel – gleichzeitig zusammen mit einem super Angebot an alle hörende Menschen, die ihr Gehör erst mal lieber im Internet, per Telefon oder sogar per App für iPhones prüfen lassen wollen. Viele wollen sich oftmals auch ihre Hör-Verschlechterung gar nicht eingestehen. Die Dunkelziffer ist hier ziemlich hoch!

Hier gehts zum Hörtest-Angebot für Hörende:

Hörtest per Telefon

Hörtest online

Hörtest als App für iPhone

Quelle:  http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/ewelten/1293443/