Bollywood Film BLACK mit einem taubstummen Mädchen10 min read

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Die meisten von uns kennen die Bollywood Filme. Schillernde Farben, Tanz, Musik und alles bunt.

Der Name Bollywood setzt sich aus zwei Wörtern zusammen, einmal aus der Filmmetropole Bombay und dem klassischen amerikanischen Hollywood.

Bollywood kann auch ernst

Selbst die Bollywood-Industrie macht auch ernste und thematische Filme und über so einen möchte ich Euch heute erzählen. Selbst zwei sehr berühmte Schauspieler aus der Bollywood Industrie spielen in diesem Film mit.

Später werde ich noch einiges an Hintergrundinfos hinzufügen, aber jetzt erzähle ich Euch etwas von diesem Bollywood Film Black, der mir so ans Herz ging und so unglaublich schön ist.

Filmbeschreibung BLACK

In dem Bollywood Film „Black“ geht es um ein Mädchen, das taub und blind auf die Welt kam.

Am Anfang des Filmes sieht man Michelle McNally an einer Punktschriftmaschine, die extra für blinde Menschen ist, sitzen und ihre Biografie schreiben.

Michelle ist eine Frau, die trotz ihrer schweren Behinderung ein selbstbestimmtes Leben führt und das hat sie einem Mann zu verdanken. Debraj Sahai, der ihr Lehrer war.

Seit einigen Jahren wartet Michelle auf die Rückkehr jenes Mannes, der ihr so sehr geholfen hat.

In einem Zeitrücksprung erleben wir die Anfänge.

Michelles Eltern stellen ziemlich früh nach der Geburt ihrer Tochter fest, dass mit ihr etwas nicht stimmt. Sie kam blind und taub auf die Welt. Die Eltern waren mit dieser Sache sehr überfordert und wussten nicht, wie sie damit umgehen sollten.

Also war das Mädchen weitgehendsten auf sich selbst gestellt. Als Michelle 8 Jahre alt ist, beginnt das Ganze zu eskalieren und sie bringt ihre kleine neugeborene Schwester unabsichtlich in Gefahr.

Der Vater beschließt Michelle in ein Heim zu geben, aber die Mutter möchte ihre Tochter nicht aufgeben und beschließen, einen Lehrer für sie zu engagieren.

Hier kommt nun Debraj Sahai ins Spiel. Er war Lehrer an einer Schule für Blinde und Gehörlose und soll nun Michelle helfen, mit allem umzugehen. Debraj hat aber sehr unkonventionelle Methoden und damit stößt er bei den Eltern auf eine große Skepsis. Michelle verhält sich beim Essen wie eine Wilde und er möchte dieses Verhalten nicht mehr durchgehen lassen und zeigt auch mal mit vollem Körpereinsatz ihr die Grenzen auf. Der Vater hält Debraj für nicht kompetent und entlässt ihn auch gleich wieder und er möchte Michelle unbedingt weggeben.

Aber er hat absolut nicht mit der Hartnäckigkeit von Debraj gerechnet.

Nachdem der Vater auf eine länger andauernde Geschäftsreise geht, holt die Mutter Debraj zurück. Da er nur 22 Tage Zeit hat, beginnt das sehr intensive Training mit Michelle, dabei muss er eine Vertrauensgrundlage schaffen, aber Michelle macht es ihm nicht gerade einfach, mit ihrer kindlichen Impulsivität und ihrer ungezügelten Aufsässigkeit.

Leider ist alles vergebens, Michelle sperrt sich gegen das Lernen und dann kommt der Tag, an dem Debraj das Haus verlassen muss. Die Familie sitzt am Essenstisch und gerade als er zur Tür gehen will, sieht er, dass Michelle wieder in alte Verhaltensmuster fällt und da platzt ihm der Kragen.

Er packt das Mädchen und schleift es vor die Tür. Draußen im Vorhof steht ein Brunnen, in den er das Mädchen reinwirft, da sie merken soll, dass ihr ungezogenes Verhalten Konsequenzen nach sich zieht.

Genau da passiert plötzlich das, worauf alle die ganze Zeit gewartet hatten.

Michelle beginnt eine Verbindung herzustellen zwischen dem nassen Element und dem Wort Wasser. Das Ganze hat einen wahren Lerndrang in ihr ausgelöst und nun erfährt sie auch endlich die Namen für die Menschen, die ihr nahe stehen: Mama und Papa.

Dieses Ereignis war das Schlüsselerlebnis zwischen Michelle und Debraj.

Während Michelle zu einer jungen Frau heranwächst, lehrt er sie verschiedene Methoden, damit sie mit ihrer Umwelt in Kontakt treten kann. Dadurch verliert die völlige Dunkelheit, in der Michelle gelebt hatte, immer mehr ihren Schrecken und sie unterscheidet sich in Neugier und Lebensfreude nicht mehr von den anderen jungen Frauen in ihrem Alter.

Doch Debraj möchte sich nicht nur mit diesem Erfolg zufriedengeben. Er möchte, dass Michelle die erste Taubblinde wird, die an einer regulären Universität studiert. Debraj überzeugt einen alten Freund, den Uni-Direktor Fernandes, seinem Schützling mit einem unabhängigen Dolmetscher ein Vorstellungsgespräch zu ermöglichen. Trotz dessen, dass Michelle nervös ist, meistert sie diese Aufgabe mit Bravour und sie wird mit offenen Armen auf der Universität empfangen.

Für die junge Frau beginnt ein neuer Lebensabschnitt, der ihr mehr Freiheiten bietet, aber sie auch vor große Herausforderungen stellt.

Michelle muss lernen mit einem Blindenstock umzugehen und sich damit zu orientieren. Der Leistungsdruck an der Uni stört sie nicht, sie genießt das Studentenleben. Obwohl Michelle bei dem ganzen aufblüht, hat sie schon mit den nächsten entscheidenden Schwierigkeiten zu kämpfen.

Debraj kann ihr bei den Vorlesungen Augen und Ohren sein, aber bei den Prüfungen ist sie komplett auf sich alleine gestellt. Sie muss eine Punktschriftmaschine benutzen, um ihre Leistungsnachweise zu erbringen. Die Bedienung des Gerätes bereitet ihr große Schwierigkeiten, aber nicht nur das, auch ihr Lehrer und Mentor Debraj verändert sich zunehmend auf sehr seltsame Weise. Zuerst vergisst er Namen, Begriffe und was er als Nächstes tun wollte. Erste Anzeichen für die Alzheimer-Krankheit, die das Gehirn von ihm langsam auffressen. Bis jetzt hat noch niemand erkannt, was mit Debraj nicht stimmt und dass er ärztliche Hilfe braucht.

Zudem beschäftigt die Familie ein anderes Thema. Michelles Schwester Sarah steht diesmal im Mittelpunkt, nicht wie sonst Michelle, denn sie möchte ihren Verlobten heiraten.

Obwohl Michelle sich sehr für ihre Schwester freut, beginnt sie aber auch Trübsal zu blasen und sich zu fragen, ob sie auch jemals die Liebe erleben wird. So verzweifelt wie sie gerade ist, wendet sie sich an Debraj.

Der inzwischen stark vergreiste Mann empfindet ein tiefes Mitgefühl für sie und lässt sich zu einem Kuss überreden. Ohne Absicht hat er mit dieser intimen Handlung die Grenze zwischen Schüler und Lehrer überschritten, damit kann er nicht mehr länger an ihrer Seite bleiben.

Michelle arbeitet unbeirrbar weiter an ihrem Studienabschluss, dem großen Traum ihres Lehrer Debrajs.

Zwölf lange Jahre schreibt sie Prüfung um Prüfung, bis sie endlich kurz vor ihrem Ziel ankommt und genau da tritt Debraj wieder in ihr Leben. Durch Alter und Krankheit gezeichnet, hat er die Fähigkeit zu sprechen verlernt.

Er wird von den McNallys in eine Klinik gebracht. Derweil bekommt Michelle endlich ihren Bachelor verliehen. In ihrer Abschlussrede erklärt sie ihren Kommilitonen, warum sie nicht den schwarzen Talar anhat.

Sie möchte diesen Moment für ihren Mentor und Lehrer aufheben. Schließlich steht sie im schwarzen Talar vor Debraj und plötzlich blitzt in ihm die Erinnerung an das erste Wort auf, das er ihr beigebracht hat: „Wasser“.

Michelle hat mit ihrer Fürsorge gezeigt, dass sie seine wichtigste Lektion gelernt hat. Dass nichts es rechtfertigt, einen Menschen aufzugeben. Kurz darauf stirbt Debraj.

Ausdrucksstarker Film!

Dieser Film hat mich so bewegt. Ich habe ja anfangs schon erwähnt, dass ich Euch auch ein paar Hintergrundinfos dazu schreiben werde.

Der Bollywood Film Black basiert auf einer wahren Begebenheit. Die 1880 geborene Amerikanerin Helen Keller * ist eine Schriftstellerin, die im Alter von 2 Jahren durch eine Krankheit ihre Hör- und Sehkraft verlor. Mithilfe ihrer damaligen Lehrerin Anne Sullivan hat sie es geschafft, einen Universitätsabschluss zu absolvieren und bekam sogar später die Ehrendoktorwürde verliehen.

Wie die Schauspieler diese Herausforderungen packten

Der Superstar Rani Mukerji, die die Michelle McNally spielt, war sich zuerst nicht sicher, ob sie es schaffen würde, diese kaum nachvollziehbare Lebenssituation von taubblinden Menschen auf der Leinwand nachspielen zu können.

Selbst Superstar Amitabh Bachchan hatte eingeräumt, dass er sich zum ersten Mal in seiner Karriere unsicher war, ob er die Rolle von Debraj Sahai, dem Gehörlosen-Lehrer, ausfüllen konnte. Letztlich war es die Begeisterung am Projekt und die klare Vision des Regisseurs Bhansali, die alle Zweifel ausgeräumt hatten.

Beide Schauspieler haben sich sehr intensiv auf die Rollen vorbereitet. Sie nahmen Unterricht in Gebärdensprache und haben verschiedene Blindenschule besucht, bis die beiden sich sicher fühlten, dass sie ihren Rollen gerecht werden. Und ich muss sagen, ich fand sie richtig toll in diesen Rollen, vor allem wenn man die beiden aus den bunten und glitzernden Filmen kennt.

Voll überzeugend

Rani war so überzeugend in ihrer Rolle als Taubblinde. Die Gehweise, das Verhalten, die Ausdrucksweise, die Gebärden, die Haltung, all das hat sie so sehr glaubwürdig dargestellt, dass ich hier meinte, das ist wirklich eine Taubblinde!

Auch die junge Schauspielerin Ayesha Kapoor, die das 8-jährige taubblinde Mädchen darstellte, war unglaublich gut. So gut, dass viele glaubten, sie wäre tatsächlich taubblind.

Black mit Rekord-Auszeichnungen

Der Bollywood Film Black konnte einen Erfolg in Indien einfahren. Der Film wurde mit 11 Filmfare Awards ausgezeichnet und stellte damit einen Rekord auf, der bis heute ungebrochen ist.

Die Faszination, wie sich Gehörlose und/oder blinde Menschen im Alltag bewegen, ist immer wieder ergreifend. Was ich auch immer wieder erlebe: Ist ein Sinn nicht mehr vorhanden, bilden sich die anderen sich mehr aus.

Langweilige Frage: Wie spürst Du die Musik?

Viele Hörende fragen oft: Wie spürst Du denn die Musik? Wie kannst Du die Musik wahrnehmen? Meine Antworten hier sind recht langweilig für mich: Ich spüre den Bass am Körper. Was viele Hörende nicht wissen, und was noch viel faszinierender ist, ist das hier:

Ich kann den Schnee schon ein paar Tage vorher riechen. Mein Geruchssinn hat sich mehr ausgebildet.

Aber warum schreibe ich das alles? Heutzutage sind die Menschen so aufgeklärt, aber trotzdem werden viele Menschen, die Behinderungen haben, seien es sichtbare oder nicht sichtbare, immer noch ausgegrenzt. Es ist immer noch ein Tabuthema.

Ich kann Euch allen nur ans Herz legen, unterhaltet Euch doch einfach mit den Menschen. Die meisten werden Euch die Fragen, die Ihr habt, bereitwillig beantworten.

Egal in welchem Teil auf dieser Erde es ist, die Menschen müssen mehr aufgeklärt und die Menschen mit Behinderungen müssen mehr darüber aufgeklärt werden, was es alles für Möglichkeiten für sie gibt.

Dadurch wird diese Welt ein noch besserer Ort, als es jetzt schon ist.

Die Gehörlosblog-Redaktion

Judith Harter

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Bollywood Film Black mit einem taubstummen Mädchen

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