Bud Spencer stellt sich taub und gebärdet

Bud Spencer stellt sich taub

 

Als ich erfahren habe, dass Bud Spencer gestorben ist, war ich traurig. Denn er ist ein Teil meiner Kindheit, ein Held meiner Kindheit.

Seine Filme waren zwar alle ohne Untertitel, aber er hat soviel Mimik und Gesten gemacht, und sein berühmter Fünf-Sekunden-Narkose-Hammer… Oh ja, er hat mich damit immer zum Lachen gebracht.

Eine Szene hat mir besonders gefallen. In dieser Szene stellte er sich taub und sein Filmpartner Terence Hill sagte zu den Leuten, dass er nicht hört.  Daraufhin gebärdete Terence Hill zu Bud Spencer. Bud Spencer gebärdete zurück. Ach Gott, wie habe ich mich so kaputt gelacht darüber. Es waren ja keine richtige Gebärden, aber das verstand echt jeder 😀

Terence Hill selbst nutzte die Krücken des Kassierers. Die Prügel-Truppe nutzte die angeblichen Schwächen der beiden aus, und am Ende war die Prügel-Truppe k.o. geschlagen.

Siehe das Video hierzu:

Bud Spencer hat mit seinen Filmen viele Menschen zum Lachen gebracht und bringt sie immer noch zum Lachen. Die Väter und die Kinder ahmten Bud Spencer nach.  Immer wenn ein Film von Bud Spencer & Terence Hill im Fernsehen lief, ließ ich es mir nicht entgehen. Das war bei mir eine Ausnahme. Ansonsten hockte ich selten vor dem Fernseher, weil ich eh nichts davon hatte (meine Mutter schickte mich aufs Zimmer, weil ich sie so sehr mit der Frage nervte: „Was sagte der? Was sagte die?“ – ich musste also aufs Zimmer und ein Buch lesen 🙂 ). Nach dem Film war ich so aufgedreht und ahmte mit meinem Vater die Kampfesszenen nach. Meine Mutter musste uns immer ausbremsen, sonst wäre vor lauter Übermut ein echter Kampf daraus geworden 😉

Die Bud-Spencer-Filme haben einen sehr hohen Kultstatus. In den Filmen lebt Bud Spencer weiter… Er hat echt viele Menschen erreicht und viele Gehörlose lieben seine Filme sehr. Da ist soviel Körpersprache und Mimik drin.

Bud Spencer hat auch viele Sprüche losgelassen in den Filmen, davon habe ich leider nichts mitbekommen. Von meinem hörenden Mann erfuhr ich einen Spruch, was Terence Hill in einem Film zu einem Mann sagte: „Heute schon gekotzt?“ Dass ich das erst als Erwachsene erfahre, ist schon blöd, aber besser spät als nie.

Ich wünsche mir sehr, dass die ganze Filmsammlung mit Bud Spencer mit Untertitel ausgestattet wird. Ihr auch?

 

Eure Gehörlosbloggerin

Gebärden in den Klöstern

Gebärden in den Klöstern

 

Als Nachtrag zu meinem gestrigen Beitrag habe ich von einem Gehörlosblog-Leser  eine Quellenangabe bekommen, was mich so sehr gefreut hat.

Es geht hierbei um die Gebärden in den Klöstern, die ich gestern im Blogbeitrag „Uralte Gebärdensprache und doch immer aktuell“ erwähnt habe:

Gebärden in Klöstern
Gebärden in Klöstern

Quellenangabe: „Monastische Gebärdensprachen und Gebärdensprachanwendung im Kloster. Vom Schweigegebot christlicher Ordensgemeinschaften hin zur Gebärdensprachlichen Kommunikation in der monastischen Gehörlosenbildung“. Diese Information könnt Ihr Euch selbst herunterladen.

Es wird sogar ein Vortrag darüber gehalten und zwar beim 100. Katholikentag in Leipzig,  am 28. Mai 2016 um 13:45 Uhr. Siehe Katholikentag-Programm für Hörgeschädigte: Veranstaltungen Katholikentag 2016

Was ich sehr schön finde, ist, dass diese Gebärden in Klöstern im historischen Roman beschrieben werden, so wie dieses Buch „Der dunkle Spiegel“, das sich in Deutschland in Köln abspielt. Man glaubt gar nicht, in wievielen Büchern die Gehörlosen erwähnt werden! Und ich habe sehr viele Bücher gelesen. Es gibt derzeit zwei neue Bücher, in denen auch Gehörlose vorkommen. Ich blogge demnächst darüber. Man glaubt als Hörgeschädigte immer mal wieder, man würde vergessen werden. Aber es interessieren sich viel mehr Hörende dafür, als man ahnt. Das merke ich selbst als Gehörlosbloggerin, da mich immer wieder Anfragen von Hörenden erreichen, die mehr über Gehörlose und deren Lebensweise erfahren wollen. Mehr später 🙂

Umso mehr passen auch meine Blogbeiträge von gestern und heute zum jetzigen Pfingstfest. Das Pfingstfest ist auch ein Festtag der Sprachen (Quelle Wikipedia: „Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab.“ Link: Bedeutung Pfingsten)

Dazu gehört die Gebärdensprache unbedingt mit!

In diesem Sinne, Euch allen ein wunderschönes Pfingstfest aller (Gebärden)Sprachen!

 

Eure Gehörlosbloggerin

Nachtrag zum Kulturfestival in Reims und Kurzfilm WHY – Premiere in Amsterdam –

Die erste Ausstrahlung des Kurzfilmes „WHY“ findet eigentlich nicht beim Festival Clin d‘ Oeil statt.

Es fand bereits bei „Deaf in the Picture“ in Amsterdam statt,

hier geht’s direkt zur Webseite: http://www.deafinthepicture.nl/film/why

Alle eingereichte und zugelassene Kurzfilme aller gehörlosen Regisseuren werden in Amsterdam 4 Tage lang vom 23. Juni bis 26. Juni 2011 gezeigt:

http://www.deafinthepicture.nl/programma

Dort werden die Regisseure an der Leinwand mit Bild und  Film gezeigt.

Christopher Buhr sein Kurzfilm „WHY“ (hier klicken zum Filmtrailer „WHY“)  durfte sich hier auch am 25. Juni 2011 zeigen lassen.

 

Für alle, die die Gehörlosbloggerin kritisieren

Ich bin eine kleine Frau,

habe Naturlocken und bin gerne blond, silberne Härchen sind darin zu finden,

habe zwei stramme Beine, auf denen ich sicher auf der Erde stehe,

einen noch einigermaßen knackigen Popöchen, auf dem ich mich setzen kann,

oder noch schön damit wackeln kann beim Tanzen,

habe zwei kleine Brüste, mit denen ich meine Kinder zuverlässig mit überschäumender Muttermilch versorgen durfte,

habe zwei strahlende, große und offene Augen, mit denen ich meine Welt sehe, betrachte und beobachte, und mit denen ich durch meine besondere Fähigkeit Lippenlesen hin zum 100 % Verstehen kompensieren kann,

habe einen Hirn, den ich tagtäglich mit hoher Leistung beschäftige und mit viel Stoff versorge,

habe volle Lippen und gute Beißerchen, ich lache und lächle warmherzig,

habe zwei kleine Ohren, auf dem einen ich mit Hilfe des Cochlea Implantates hören kann,

habe zwei Hände, mit denen ich meine Sprache unterstreichen, gebärden und fuchteln, streicheln, liebkosen, Dreck wegmachen, schreiben und bei der Arbeit kräftig einsetzen kann.

Ich habe meine zwei starke Arme, mit denen ich die Menschen an mich drücken kann, die mir wertvoll sind.

Ich präsentiere mich gerne immer mal wieder auf Fotos und im Film.

Ich weiß, ich bin keine Schönheit :-), wie dies in den Medien präsentiert wird.

Ich laufe auch schon  mal in Säcken statt in Kleidern herum.

Ich habe meine innere Schönheit und Kraft, die zu den Herzen der Menschen spricht und selbst von den Herzen der Mitmenschen gefunden werde.

Es macht mir Spaß, viele neue Seiten an mir selbst zu entdecken und zum Ausdruck zu bringen.

Und noch einiges mehr macht mich aus.

Und ich bin gehörlos, taub, schwerhörig, cochlea-implantiert und sogar werde ich taubstumm genannt, und, und, wie die Leute mich auch immer bezeichnen…

Ich besitze eine (komische) Stimme, mit der ich sprechen und auch brüllen kann, wenn ich die taube Wut im Bauch habe.

 

Immer wieder muss ich mich durchbeißen, durch Höhen und Tiefen,

immer stehe ich auf und gebe NIEMALS auf!

 

 

An all meine lieben Kritiker:

Noch nie ist ein Kritiker durch seine Kritik berühmt geworden!

Danke für eure Kritik 😀 – Ihr seid toll!

[youtube 8PWSA9h2Y-U]

 

Workshop Yoga, Pilates, Massagen und gesunde Ernährung für Hörgeschädigte in Frankenthal…

… einschließlich Massagen… das liest sich sehr gut und interessant, gell?

Es werden im Workshop von der schwerhörigen Betty Schätzchen folgendes in der deutschen Gebärdensprache (DGS) angeboten:

Kurse wie „Pilates, Yin Yoga und Yoga auf dem Stuhl“

Vortrag Gesunde Ernährung

Ayurveda-Kochkurs

Massagen

Kurs-Zeitraum ist vom 5.11 – 7.11.2010.

Wer in der Nähe ist und gerne daran teilnehmen will,  kann sich hier die PDF-Datei herunterladen für die Anmeldung:

KURSPROGRAMM – ANMELDUNG – KOSTEN HIER: http://yoga-massage.de/Programm_Kursplan_Frankental.pdf

Die schwerhörige und sympathische junge Frau Betty Schätzchen hat einen sehr guten und kompetenten Ruf als Yogalehrerin.

Ich kann dieses Workshop empfehlen, da ich selbst auch Yoga betreibe (habe es mir früher allerdings selbst beigebracht, da es damals noch keinen solchen Workshop speziell für Hörgeschädigte gab – es gibt bei den Gehörlosen ja Unterschiede zu den Hörenden – beispielsweise bei der Entspannung).

Melanie Senft, selbst gehörlos, hat mir begeistert von Betty Schätzchen berichtet, wie gut sie Yoga für Hörgeschädigte unterrichtet.

(foto: a.j.)

Mit herzlichen Dank an Melanie Senft für diesen Workshop-Tipp und ein dickes Dankeschön an Betty Schätzchen für die Veröffentlichung ihres Bildes.