Behinderung kotzt mich an – wie wärs mit „Handicap“?

Behinderung kotzt mich an

 

Ich habe bei Google Alerts die Suchbegriffe „Behinderung“ sowie „Behindertensport“ eingetragen, um auf dem Laufenden zu bleiben und die aktuellen Nachrichten darüber zu lesen. Doch mittlerweile merkte ich, dass ich total genervt diese News-Mitteilungen mit diesen Suchbegriffen sofort löschte. Weil mich dieser Begriff nur noch ankotzte!

Und zwar so, dass ich mit der Zeit eine solche Abneigung gegen diese sprachliche Differenzierung entwickelte – und tatsächlich alle News mit dem Begriff „Behinderung“ rigoros löschte und nicht  mehr durchlas, weil es mir nur noch widerstrebte. Es kam sogar Übelkeit und Bitterkeit in mir hoch.

Und dann musste ich auch noch feststellen, dass ein Verband die ganze Energie dafür aufwendete, um in deren Satzung den Begriff „Hörschädigung“ durch „Hörbehinderung“ zu ersetzen. Das war in meinen Augen eine Zeitverschwendung. Wichtiger ist ja doch, sich der Inklusion in der menschlichen Gesellschaft zu widmen, anstatt solch einen Papier- bzw. Bürokram zu veranstalten. Ich erlebe immer wieder, wie durch solch ein Papierkram die menschliche Gesellschaft ausgebremst wird.

Es gibt so manche Menschen, die nennen sich lieber hörgeschädigt, dann wieder andere, die sich hörbehindert nennen, oder auch gehörlos, taub, schwerhörig, CI-Träger… Was auch immer, ist mir völlig wurscht.

Fakt ist: Wir alle, die eine Hörschädigung oder Hörbehinderung haben, haben alle einen gemeinsamen Nenner: Kommunikations- und Sprachproblem! Das ist unser Handicap, mit der wir leben müssen.

Logo Handicap

(Logo Handicap – aus: http://www.ia-kar.com)

Heute habe ich durch einige Menschen erfahren, dass es nicht nur mir so ergeht, sondern auch vielen anderen Menschen mit – sagen wir mal – „Handicap“. Was für eine Erleichterung für mich, dass ich nicht die Einzige bin, der das alles ankotzt.

Hier drei aktuelle Beiträge dazu, die auch Menschen mit Hörschädigung einbeziehen:

Menschen mit Benennungen: Wie Politisch Korrekte Sprache diskriminiert

Wenn Sprache ausgrenzt

Und hier ein ganz aktueller Link zum deutschen Knigge-Rat mit dem Thema „10 Tipps für den respektvollen Umgang mit behinderten Menschen“:

http://www.knigge-rat.de/download/Respektvoller_Umgang_mit_behinderten_Menschen_10_Tipps.pdf

Zu guter Letzt:

Auf Mitleid pfeife ich… Und mal im Ernst: Will man wirklich mitleiden? Ich jedenfalls nicht – ich frag hier dann auch schon mal: „Ok, willst du dann mit mir tauschen?“ Ihr wisst sicher, was dann drauf geantwortet wird, und zwar: „ähm, öhm, nein“

Ich höre zwar nicht, und doch höre ich zu. Mit meinen Augen und mit meinem ganzen Körper. Inzwischen gibt es immer mehr Menschen, die meine Hörschädigung eher als Handicap beschreiben und das tut mir gut.

Wie wär’s mit „Handicap“?

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Judith Göller

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