Gedicht „Die Mauer“

Ich stehe vor der Mauer.Ich versuche, die Mauer Stück für Stück abzureißen.
Die Mauer aber steht immer noch so,
wie sie schon immer so stand.

Ratlos stehe ich vor der Mauer,
ich weiß nicht,
wie ich rüber gelangen kann.

Die Mauer überklettern? Die Mauer ist zu hoch.

Ich denke immer:
Wie soll ich die Mauer bekämpfen?

Es gibt da nur ein Weg, nämlich:
Die Mauer als ein Stück von sich zu betrachten und
damit zu leben.

P.S.: Für mich hat die Mauer eine Bedeutung:
Die Mauer ist eine Darstellung der Isolationsprobleme durch meine
Gehörlosigkeit, eine Barriere zwischen mir und Hörenden.

Print Friendly, PDF & Email

3 Antworten auf „Gedicht „Die Mauer““

  1. Das Gedicht spiegelt vieles im Leben wieder, wenn zwischen den Zeilen gelesen wird. Es macht nachdenklich und zeigt einem auf, dass wir öfters vor großen „Mauern“ stehen. Manchmals kann man diese überwinden, manchmal muss man sich abwenden.

  2. Ein Gedicht, das berührt und auffordert –

    es ist ehrlich – und diese Ehrlichkeit macht nachdenklich –
    und es gibt viele Mauern – sie stehen zwischen vielen Menschen:
    Menschen, die sehen können – sie sehen vieles nicht
    Menschen, die hören können – sie hören vieles nicht

    Erich Meyer

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.