Gehörlose können jetzt ihre eigene Gebärdensprache dokumentieren!

Schon seit langem hat mich die Gebärdenschrift fasziniert, mich überzeugte die Information auf der Webseite http://www.gebaerdenschrift.de/ . Ich entdeckte damit die Vielseitigkeit meiner eigenen deutschen Gebärdensprache. Mit der Gebärdenschrift können wir UNSERE eigene Gebärdensprache schriftlich dokumentieren lassen.

Aber mich hat es damals noch geärgert, dass es kaum gute Software gibt, und meist handierte man nur mit älterer Software, die zu Zeiten mit dem DOS-Betriebssystemen geschrieben wurde. Zum Glück hat sich dies jetzt geändert.

Unter dem Link

gibt es einen Gebärdenschrift-Editor (delegs-Editor) mit dem man sogar über das Browser eigene Worte und Sätze schreiben kann. Dieser Editor spuckt dann eigene Gebärdenformen aus.

Ihr findet auf der Seite im rechten Spalte “delegs-Editor”. Klickt dann auf “Editor starten”. Ihr seht erstmal eine leere Seite. Jetzt könnt Ihr mit eurer Tastatur irgendwelches deutsches Wort oder deutsche Zahlen schreiben. Mit Leerzeichen wird die nächste gerückt. Der Editor ist so praktisch, dass man bei einem bestimmten Wort sogar mehrere Beispiele der möglichen Formen angezeigt bekommt.  Man kann das Ganze sogar ausdrucken lassen. Sollten Wörter darin jedoch fehlen, so scheut Euch nicht, per Kontaktanfrage beim Delegs-Support darauf hinzuweisen. Ich habe es getan, und tatsächlich sind jetzt auch Wörter wie “Untertitel” in der GebärdenSchrift-Datenbank enthalten.

Das ganze gibt es auch auf Video:

  • Tutorial Delegs-Editor – Link
  • “DELEGS” im YouTube – Link

Dabei gibt es mehrere Deutschkurse mit GebärdenSchrift im Angebot. Der Kurs ist für Gehörlose kostenlos und es findet in der Universität Hamburg statt. Mehr Information findet ihr bei dem jeweligen Video auf YouTube.

Für alle anderen, die nicht nach Hamburg kommen können, werdet Ihr vielleicht sagen: “Ah, ist das kompliziert und ich verstehe das trotzdem nicht!” Man müsste dazu erst einmal die Grundlagen verstehen, wie die Gebärdenschrift aufgebaut ist. Dazu kann man auch im Internet einiges davon entdecken.

Ganz hilfreich fand ich die englische Webseite unter

Klickt man dort auf “Download”, sieht man allererstens das SIGNPUDDLE Online:

Keine Panik! Scrollt einfach ein wenig die Seite nach unten und ihr seht die Länder-Fahnen aus aller Welt. Dort klickt Ihr eure Landesfahne für Deutschland. Tralalalala! Jetzt haben wir die Infos auf Deutsch!

Hier eine zusammenfassende Übersicht für “SignPuddle DGS“:

Als erstens würde ich das “Puddle Manual” anschauen, das Handbuch ist dabei in deutscher Sprache übersetzt worden. Wenn Ihr euer Wissen noch weiter vertiefen möchtet, klickt auf “Lektionen” (sind zwar auf Englisch, für Grundlagen jedoch unvermeidlich). Schaut Euch einfach auf der Seite um! Das “Puddle Video” solltet Ihr auch unbedingt anschauen, dort gibt es mehrere Videoteile mit vielen Aha-Effekten! Unter dem “Wörterbuch” könnt Ihr dort auch deutsche Wörter eingeben.

Ich denke, dass es noch viel davon zu erzählen gibt, und dass man natürlich die Grundlagen kennen müsste, nur dann macht die Arbeit mit dem Dokumentieren der eigenen Deutschen Gebärdensprache viel Freude.

Es sei angemerkt, dass in der Presse viel darüber berichtet wurde:

  • Zeichen setzen: Gebärdensprache schreiben mit (S. 45-50) – Link
  • ESF-Report 1/2011 (Seite 4) – Link
  • Schriftspracherwerb für Gehörlose mit Web 2.0 (Seite 14) – Link
  • Gehörlose bekommen eine neue Gebärdenschrift - Link
  • Gebaerden.de über die Gebärdenschrift – Link
  • Wege aus der Stille: Eine neue Gebärdenschrift für die Gehörlosen – Link
  • Einfach für alle: Ein weiter Weg für die Gebärdenschrift – Link
  • Oliver Sacks, “Stumme Stimmen”, Reinbek 1990 (Deutsch) – Link

Weitere wichtige Informationen:

  • Webseite GebärdenSchrift in Deutschland (Deutsch) – Link
  • Offizielle Einstiegsseite zu den SignWriting-Projekten (Englisch) – Link
  • Wikipedia-Artikel zu GebärdenSchrift (Deutsch) - Link
  • Wikipedia-Artikel zu Sign-Language und SignWriting (Englisch) – Link
  • Bücher: Handbuch zur GebärdenSchrift – Link
  • Bücher: Die Verschriftung der Gebärdensprache – Link
  • Übersicht der Gebärdensprachen Europas – Link
  • Institut für Deutsche Gebärdensprache (Universität Hamburg) – Link

 

Euer Redakteur

Marco Strauß

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