ALLE VIER AUF EINEM BLICK
Gestern war es die Top-Schlagzeile auf der Homepage der “EUD – European Union of the Deaf” (auf deutsch: Europäische Union der Gehörlosen):
Helene Jarmer zieht als erste österreichische Politikerin ins Parlament ein, nachdem das Ergebnis für die Grünen am 15.Juni zwei Mandate lautete. Aber tatsächlich ist Helene Jarmer nicht die einzige, politisch erfolgreiche Gehörlose.
In einem Artikel davor listet das EUD die anderen drei Hörbeeinträchtigten auf und beweist damit, dass die Gehörlosigkeit per se [für sich allein genommen] keine Barriere in der beruflichen und politischen Karriere darstellt. Es hängt letztlich nur von der Umgebung ab, ob man Barrieren vor sich hat oder nicht.
Jedenfalls ist es einzigartig, gleichzeitig vier gehörlose Personen in den Parlamenten des europäischen Raums zu haben. Wir geben euch eine kurze Auflistung der Personen.
Dr Adam KOSA: Kommt aus Ungarn und gehört einer konservativ, mitte-rechts Partei an. Seit 2007 im Amt.
Helga STEVENS: stammt aus Flandern in Belgien und ist politisch ebenso positioniert wie Kosa. Sie kämpft vor allem für einen unabhängigen Staat Flandern, der sich von Belgien losgesagt hat. Sie ist seit 2004 im Amt und wurde schon einmal wiedergewählt. Sie ist außerdem Präsidentin von EUD und hat viele Kontakte innerhalb der EU-Behörden aufgebaut.
Dimitra ARAPOGLU: Auch die Griechen haben eine gehörlose Parlamentsabgeordnete. Sie ist Mitglied einer populistisch, nationalistischen Partei und seit 2007 gewählt.
Helene JARMER: ist schon seit jeher eine Kämpferin für die Gleichstellung der Gehörlosen. Sie ließ sich für die umweltbewusste, “alternative” grüne Partei Österreichs aufstellen und übernimmt nun den Platz Lunaceks. Zu ihrer Agenda gehört unter anderem Umweltschutz, Minderheitenschutz und eine ökosoziale Steuerreform. Dies alles unter diversen Grundsätzen wie Gewaltfreiheit, Demokratie, Ökologie, Feminismus und für Gehörlose wohl besonders wichtig: Selbstbestimmung.
(flo)
Foto: EUD
Video: Gebärdenwelt
Anmerkung Redaktion am 29.03.2012:
Erinnern wir uns, das war vor drei Jahren. Wir haben nun mit Martin Zierold endlich einen weiteren Politiker, vielleicht mit Christine Linnartz eine weitere Politikerin. Es ist ein langwieriger Prozess, aber mit viel Konsequenz werden wir es alle schaffen, weiter voran zu kommen. Die Gebärdensprache muss einfach ein selbstverständlicher Bestandteil der gesamten Kultur werden.

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